Donnerstag, 28. Mai 2020

Bajaj Sunny: frischer Rolleraufschnitt

Der Sunny war, nach dem unseligen Intermezzo mit dem gebrochenen Ansaugstutzen, ja so gut wie fertig. Darum war ich einmal ganz mutig und habe ein Versicherungskennzeichen für den kleinen Inder geordert. Dieses, gewissermaßen das letzte Ersatzteil, war die Tage in der Post. Ein gewaltiger Motivationsschub um den Roller endlich fertig zu machen.

Doch vorher wollte noch der schwarze Schlachtroller endgültig entsorgt sein. Allzuviel war davon ja sowieso nicht mehr übrig. Allerdings enthält auch ein solches Gerippe noch lohnende Teile. Bowdenzüge, Patentschrauben und so weiter. Eben alles was im Zweifel schwierig zu beschaffen ist.
Allerdings hatte ich mit diesem Schlachter noch besondere Pläne, warum ich den Rahmen nicht wie sonst einfach mittig zersägt habe. 
Nur das Heck und die, völlig faule, Mittelstrebe, werden demnächst den Weg in den Hochofen antreten. Vielleicht machen die Chinesen ja wieder einen Roller daraus.
Das Vorderteil findet, mit der Verkleidung wiedervereint, eine andere Ruhestätte. Irgendwie finde ich die Optik der Frontpartie mit dem orangen Streifen ja ganz cool. Also warum in Einzelteilen einlagern? Geht so doch auch.
Am Sunny fehlten derweil nur noch Details. Dinge wie der Gepäckträger, ein paar fehlende Schrauben für die Verkleidung usw. Nichts sonderlich spektakuläres.

Aber gerade diese letzten Detailarbeiten, wie das Polieren des Spiegels, machen besonders Spaß. Es ist eben das Finale, bevor ein Fahrzeug endgültig zurück auf die Straße kann.
Mit dem neuen Kennzeichen war dann auch die erste echte Testfahrt möglich. Zur Tankstelle und dann ein wenig über Land, immer in Reichweite der Werkstatt aber eben doch mal mehr als nur ein paar Meter auf dem Privatweg hinter der Werkstatt. Der Sunny erwies sich dabei als soweit zuverlässig und gut laufend. Das kleine Kerlchen ist eigenwillig, macht aber auf seine Weise Spaß. Außerdem hat der Ansaugstutzen diesmal überlebt. Eine größere Testfahrt folgt demnächst.



Montag, 25. Mai 2020

alle guten Dinge sind dreirädrig

Meine gelegentlichen Ausflüge nach Sachsen, zum Thum, sind mittlerweile eine feste Größe in meinem Kalender. Aber das ist gut so, denn ich genieße diese "Arbeitswochenenden" immer sehr. So auch das zurückliegende.
Wichtigster Punkt diesmal war der mattschwarze Wulfhorst R7, das "Lieschen". Dieser war ja zur Generalüberholung bei mir und kam jetzt endlich zurück in die Heimat. Vor Ort standen dann allerdings noch ein paar Elektroarbeiten an.
Nichts spektakuläres, aber auch das will eben gemacht sein. Außerdem hatte ich einen Unterdruckschlauch falsch verlegt, was schnell behoben war. Jetzt ist dies (hoffentlich) ein zuverlässig laufendes Fahrzeug.
Etwas das man vom zweiten R7, "Berta", nicht behaupten kann.
Dieses Fahrzeug nervt mit unzuverlässiger Funktion und ständigem Absaufen. Eine Diagnose vor Ort ergab, dass wohl Vergaser und Zündspule nicht in der allerbesten Verfassung sind. Bei meinem nächsten Besuch in Sachsen werde ich das angehen, falls das nichts bringt muss auch dieses Fahrzeug zu mir gebracht werden.
Dreirad Nummer drei war dann der R10. Dieser verlangte eigentlich nur nach einem neuen Scheinwerfer. Angesichts der Konstruktionsgewohnheiten von Peugeot ist allerdings auch dies eine mittelschwere Großbaustelle. Die Frontmaske demontieren ist jedenfalls kein Spaß beim Vivacity.
Letzter Patient war dann "Scotti" die Ape 50. Diese krankte an einem eher kuriosen Problem.
Der Hebel für den Rückwärtsgang war völlig verbogen und, durch ständiges zurückbiegen, weich geworden. Das führt dann dazu, dass der Rückwärtsgang nicht mehr sicher einrastet.
Nun könnte man hier natürlich einfach einen neuen Hebel einbauen, aber das wäre ja eine langweilige und einfache Lösung.
Darum wanderte der alte Hebel zunächst in den Schraubstock um seine eigentliche Form zurück zu bekommen.

Anschließend erhielt er im kritischen Bereich eine Verstärkung durch ein angeschraubtes Flacheisen.
Dieses musste dann noch etwas "geschnitzt" werden, damit es sauber in die Führung passt.
So ist der Hebel stabiler und besser als jemals zuvor. Außerdem fährt Scotti wieder zuverlässig nach Rückwärts. Ein gutes Ende für ein produktives Wochenende.
Wobei die gemütliche Rückfahrt über kleinste Landstraßen auch nicht schlecht war.

Dienstag, 19. Mai 2020

Bajaj Sunny: Hochzeit und ein Todesfall

Nach der katastrophalen Diagnose beim Sunny hatte ich mich entschlossen, den Antrieb des schwarzen Schlachters komplett zu übernehmen. Dabei gab es jedoch ein kleines Problem: Der schwarze ist ein Sunny der zweiten, in vielen Details verbesserten, Generation. Unter anderem haben diese Roller eine komplett andere Zündelektronik. Diese gilt als zuverlässiger und hat etwas mehr Leistung als die der ersten Generation. Letztlich also die Chance den blauen Sunny als optisch cooleren Ur-Sunny zu erhalten, aber mit der besseren Technik der zweiten Generation. Leider ist das ziemlich aufwändig, denn es muss die komplette Elektrik der zweiten Generation übernommen werden.

Schritt eins war also zunächst das Entfernen des Kabelbaums und der kompletten Elektronik aus dem blauen Sunny. Selbst bei einem so simplen Fahrzeug ein ziemlich aufwändiger Eingriff.
Exakt das gleiche passierte anschließend mit dem schwarzen Roller. Dabei zeigte sich (erneut), dass dieser zwar extrem verrostet ist, aber insgesamt deutlich weniger verbastelt als der blaue.
Solange beide Roller noch beisammen waren, habe ich dann den "neuen" Kabelbaum im blauen Roller eingebaut und soweit verlegt, dass alles angeschlossen werden konnte.
Anschließend konnte dann bei beiden Rollern der Motor ausgebaut werden. Beim schwarzen Schlachter brach dabei der dünngerostete Hilfsrahmen einfach ab.
Der "neue" Motor kam dann direkt in den Rahmen des blauen Rollers. Somit sind nun alle guten Teile in einem Roller kombiniert. Denn insgesamt habe ich vom schwarzen noch ein paar andere Dinge übernommen. Zum Beispiel den Tank, denn der geschraubte Verschluss ist deutlich besser als der primitive Stöpsel der ersten Generation.
Im Lenker ist das Anpassen der Komponenten dann eine gewisse Herausforderung. Denn die Schalter der ersten Generation passen nicht zum Kabelbaum. Vor allem bleiben einige Anschlüsse offen, denn der blaue Roller hat keine Blinker, was auch so bleiben soll. Für die Bremschlichtschalter muss außerdem noch ein gescheiter Adapterkabelbaum angefertigt werden, wofür aber das Material nicht zur Hand war. Zum Testen taugt aber auch erstmal das Provisorium mit den Schnellklemmen.

Anschließend ging es dann daran den Roller wieder zusammen zu bauen. Die Gummimatte auf dem Trittbrett bleibt erstmal weg, denn ich würde gerne das Blech darunter noch ordentlich sauber machen. Insgesamt braucht der Roller am Ende auf jeden Fall eine gründliche Reinigung.

Beim Zusammenbau ist natürlich auch Zeit, gewisse Gags und Flachwitze einzubauen.
Mit dem nahezu komplett montierten Roller war dann auch eine Probefahrt auf dem Feldweg hinter der Werkstatt möglich. Soweit passt alles, der Roller läuft gut und kräftig. Er springt sauber an und zieht richtig gut, hält perfektes Standgas. Allerdings ist in der Elektrik noch ein Wurm, denn das Licht geht nicht.
Bei der Rückfahrt in die Werkstatt gab es dann aber erstmal einen Rückschlag. In der Einfahrt ist eine Bodenwelle und an dieser gab es einen harten Schlag. Der zweite Ansaugstutzen ist gebrochen.
Diesmal ist er nicht quer gespalten, sondern das "Rohr" für den Vergaser ist abgerissen. Interessant ist, dass das an exakt der gleichen Stelle passiert ist wie schon der letzte Bruch.
Ein Spontangedanke brachte dann (hoffentlich) die Lösung des Rätsels: Das im blauen Roller eingebaute Federbein ist deutlich kürzer als das aus dem schwarzen Schlachter. Beim Durchfedern an der Bodenwelle schlägt der Vergaser am Hilfsrahmen an, was natürlich auch auf den Ansaugstutzen geht. Hoffentlich genügt das Federbein aus dem Schlachter als Abhilfe, der Roller steht jetzt jedenfalls deutlich höher und federt härter als mit dem anderen Federbein.
Zum Glück hatte ich diesmal noch einen Ansaugstutzen, den des Originalmotors eben. Aber trotzdem ist es extrem ärgerlich, dass das rare Teil schon wieder hinüber ist. Ich hoffe, dass ich eine Reparaturmöglichkeit finden werde.
Eine weitere, kurze und extrem vorsichtige, Probefahrt, hat der Roller dann jedenfalls überstanden. So ganz traue ich der Sache aber noch nicht.


Sonntag, 17. Mai 2020

Transportprobleme und ihre Lösung

Seit einiger Zeit benötigt mein Vater einen Rollstuhl. Das ist nicht besonders schön, aber leider nicht zu ändern. Trotzdem, vielleicht sogar gerade deshalb, ist es aber wichtig, dass er raus kommt. Ein wenig Spazierengehen/-schieben in der Natur, ein Besuch im Zoo, solche Dinge eben. Meistens ist dabei meine Ape als "Rolliexpress" unterwegs. Eine Aufgabe für die sie perfekt geeignet ist.

Aber was wenn es mal weiter raus gehen soll? Oder die Ape in der Werkstatt steht? Oder, was durchaus vorkommt, mein Vater einfach mal Lust hat ein bisschen mit dem Cabrio gefahren zu werden?
Bisher habe ich dann den Rollstuhl mühsam auf den Rücksitz gewuchtet. Ein umständlicher und nerviger Vorgang. Heute war dann ein billiger Fahrradträger für die Anhängekupplung in den Kleinanzeigen. Das ist natürlich viel besser.
Der Sicherungsbügel ist zum Transport eines Rollstuhls unnötig und verhindert, dass der Kofferraumdeckel auf geht. Zum Glück ist er nur mit zwei Schrauben befestigt.
So funktioniert das gleich viel besser, schont den Rücken und zugleich die Nerven. Eine wunderbare Lösung, die in den nächsten Tagen ihren ersten Praxistest sehen wird.



Freitag, 15. Mai 2020

Buntes Schrauberprogramm mit Tiger

Zu den immer wiederkehrenden "Gastrollern" in meiner Werkstatt zählt Erichs Explorer. Tatsächlich ist es noch gar nicht so arg lange her, dass das Fahrzeug hier war. Damals haben wir unter anderem die Riemenscheibe gewechselt.
Leider hat das damals eingebaute Neuteil schon wieder den Geist aufgegeben. Gut, bei Chinaware ist man Kummer gewöhnt, aber das ist schon arg heftig.

Als Ersatz gab es diesmal ein Markenteil von Polini. Bei einem komplett originalen Mofaroller mag das übertrieben wirke, aber Qualität ist eben wichtig.
Ansonsten war aktuell nichts zu tun und die erste Probefahrt des Tages nach wenigen Minuten möglich. Auch das ist ja mal schön.
Anschließend gibt es mit den Restarbeiten an Thums Wulfhorst R7 weiter, der ja auch noch bei mir rumsteht. Er ist das nächste Fahrzeug, dass in die Heimat zurück soll.
Zwischenzeitlich kam auch immer mal wieder der "Werkstatttiger" zu Besuch.
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Katzen, aber dieses Exemplar ist schon sehr renitent. Trotzdem ist es irgendwie lustig, wenn sie auftaucht.
Immerhin, der R7 ist soweit fertig und kann hoffentlich demnächst nach Sachsen transportiert werden. Nach zwischenzeitlicher "Katzenaussperrung" habe ich dann noch den Zip fertig gemacht.

Wirklich spektakulär war dann allerdings auch das nicht. Vor allem ging es ja um den Zusammenbau mit dem frisch lackierten Variodeckel und die restlichen Servicearbeiten. Nichts weltbewegendes, aber auf seine Weise befriedigend.
Letztlich ist der Zip einfach ein angenehmes Schrauberobjekt und sehr dankbar. Ich mag das Ding.
Auch der Minitiger ist irgendwie sympathisch, auch wenn er einen zeitweise ganz schön nerven kann.