Sonntag, 19. Mai 2019

#scooterlife: Schrauberhilfe in der Rhön

Es mag sein, dass meine Werkstatt fast immer die "Technikzentrale" der Slooowriders ist, es gibt aber auch andere Orte an denen kultiviertes Geschraube gepflegt wird. Zum Beispiel auf der Rhön bei Peter und Bastian. Grund genug wieder einmal dorthin zu fahren und etwas zu Arbeiten, vor allem aber um liebe Menschen zu besuchen die man viel zu selten sieht.
Bei Peter gab es allerdings nur einen weiteren Versuch, das widerspenstige Hercules Mofa zu aktivieren, das nun schon seit einem Jahr bei ihm steht. Dies schlug wieder einmal fehl, einfach weil ein falsches Polrad da ist. Rechtsdreher-Polrad auf einem links drehenden Motor kann einfach nicht funktionieren.
Der eigentliche Inhalt für den Schraubermarathon über anderthalb Tage stand dann bei Bastian. Zunächst einmal seine Sfera, mein ehemaliges "Project X". Der Roller lief zwar, krankte aber an einigen Problemen. Der komplett mit Treibstoff vollgelaufene Schwimmer der Tankanzeige war dabei noch das harmlosere.
Hauptarbeit war die Neuabdichtung des siffenden Getriebes, Überholung des Vergasers und ein neuer Hallgeber für die Zündung. Tatsächlich lief der Roller hinterher wieder recht gut, sogar eine abendliche Probefahrt war noch möglich.
Das erste Ziel war damit erreicht und Feierabend.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter, denn Bastians "Wintergiggle" brauchte eine neue Kurbelwelle. Bei diesem doch recht komplexen und teilweise sehr aufwändig konstruierten Fahrzeug keine ganz so einfache Aufgabe. Unter anderem auch deshalb, weil es die nötigen Spezialwerkzeuge nicht gibt. Der modifizierte Blockierschlüssel für den Variator ist nur eines von mehreren kleinen Bauprojekten die in diesem Zusammenhang notwendig waren.
Nach einem langen, aber doch entspannten Schraubertag hatten wir den Motorrumpf aber wieder beisammen. Eine neue Kurbelwelle rotiert in neuen Lagern und wird von neuen WeDi dicht gehalten.
Fertig ist die Kiste natürlich noch lange nicht, aber immerhin in einem Zustand, dass sie mit nur noch kleineren Restarbeiten wieder fahrtauglich gemacht werden kann.
So endete dann ein sehr schöner, arbeitsreicher Ausflug zu lieben Menschen. Eine Form von Kurzurlaub die vermutlich nicht jeder gut findet, die mir aber immer wieder gut tut. Es war ein schönes Wochenende!

Dienstag, 14. Mai 2019

Klingonenkreuzer: Starthilfe am Abend

Der Neos soll, so ist mein Plan, in einiger Zeit die erste größere Rollertour des Jahres bestreiten. Darum fahre ich ihn zur Zeit mal wieder als Alltagsroller, einfach um zu sehen ob er verlässlich funktioniert.
Fahren tut er ja auch schön, das ist nicht das Problem. Aber Anspringen mag er in kaltem Zustand oft nicht so wirklich. Die genaue Ursache dafür war bisher unklar, darum habe ich den relativ frühen Feierabend heute genutzt, um am Abend noch zur Werkstatt raus zu fahren.
Eine allgemeine Überprüfung forderte nichts zu Tage. Der Allgemeinzustand ist gut, was ich so auch erwartet habe. Im Luftfilter war nur eine geringe, völlig unbedenkliche Menge Öl. Außerdem machen Benzinhahn und Schwimmer zuverlässig zu. Es ist also schon mal sehr unwahrscheinlich, dass der Roller absäuft.
Dafür zeigte sich, dass der Choke zwar ausfährt, aber nicht komplett in Ruhestellung zurückkehrt. Selbst mit Eisspray ließ er sich dazu nicht überreden.
Das ist nicht gut, aber als alleinige Erklärung für das Startproblem nicht ausreichend. Erst recht nicht, da das Brennbild der Zündkerze sehr gut ist.
Grundsätzlich scheinen Gemischaufbereitung und Motorlauf zu passen. Trotzdem habe ich dann noch einen Startversuch mit einem besseren Choke aus dem Fundus unternommen. Da der Roller zwischenzeitlich wieder abgekühlt war ein guter Test und siehe da: Keine Verbesserung. Es war also weitersuchen angesagt.
Ein Begleitphänomen der Startprobleme hat mich dann auf die richtige Spur gebracht. Der Roller wird, wenn er denn irgendwann mal angesprungen ist, während der ersten Betriebsminuten immer leiser. Dies kann eigentlich nur vom Auspuff oder vom Zylinder her kommen, der Auspuff ist aber absolut dicht.
Bei einer genaueren Inspektion zeigte sich dann, dass die Zylinderkopfdichtung geringfügig aber ausreichend undicht war. Der Ölnebel am Kopf hat es verraten.
Tatsächlich ist die alte Kopfdichtung sehr dünn und eine Ausführung ohne Dichtwulst gewesen. Nicht optimal für lange Haltbarkeit, weshalb dann eine (eigentlich nicht ideale) Originaldichtung mit Dichtwulst eingezogen ist.
Danach sprang der, natürlich noch immer kalte, Roller beim ersten Kick sofort an und lief direkt sauber im Stand, ohne Veränderung bei der Lautstärke. Die Probefahrt nach Hause zeigte dann zwar keine Veränderung im Laufverhalten, aber das war ja auch nicht Ziel der Sache. Ich lasse den Roller jetzt erstmal einige Tage stehen, einfach um zu testen ob er danach wieder genauso mühelos anspringt wie in der Werkstatt.

Seltsames Fehlerbild, das hatte ich so auch noch nicht, mal sehen ob es das wirklich war. Die Tourenfahne ist aber wieder am Roller, ich bin also durchaus optimistisch gestimmt.





Sonntag, 12. Mai 2019

Black Bomber: Es lebt!

Heute war etwas Zeit sich mit dem Bomber zu befassen, den ich gestern in die Werkstatt gebracht hatte
Eigentlich wollte ich heute den Zip fertig machen, was grundsätzlich auch möglich wäre, denn die Ersatzteile für die Bremspumpe sind gekommen. Aber ohne Kompressor ist das nicht wirklich sinnvoll machbar. Darum stand heute erstmal der TPH auf dem Programm.
Wirklich repariert habe ich noch nichts, es ging mir mehr darum festzustellen ob der Motor läuft (was er tut) und den Allgemeinzustand zu beurteilen (besser als befürchtet, aber immer noch grausig genug). Nervig ist vor allem ein unerwartetes Elektrikproblem mit dem Roller. Anlasser und Bremslichter funktionieren nicht, wohl wegen eines tiefer sitzenden Kabelproblems. Hier wartet noch viel Arbeit auf mich.
Außerdem gibt es natürlich die bekannten Baustellen, wie die völlig zerfledderte Sitzbank, die feste Gabel oder die nicht funktionierende Vorderradbremse. Die Liste der zu beschaffenden Ersatzteile ist lang, als Projektziel steht fest, dass der TPH für den nächsten Winter als Winterroller fahren soll. Mal sehen ob das was wird.
Warum ich das hier so knapp abhandle? Ganz einfach, ich möchte mit diesem Projekt etwas Neues Ausprobieren und die Arbeiten primär im Youtube-Kanal vorstellen. Dies soll das klassische Format mit geschriebenen Blogposts nicht ersetzen, nur ergänzen. Der TPH ist einfach ein perfektes Beispiel für einen klassischen "Schrottroller für wenig Kohle", eine Art Fahrzeug zu der immer wieder Fragen kommen. Darum wird es über die Wiederbelebung des Bombers hier im Blog wenig zu lesen geben. Hier geht es dann demnächst mit dem Zip weiter.

Das erste Video der TPH-Serie erscheint übrigens am 28. Mai im Kanal.




Samstag, 11. Mai 2019

Spirit of Saxonia: ... und tschüss!

Heute war ein besonderer Tag in der Rollerhölle, denn der Spirit hat diese verlassen. Die Freundin eines lieben Bekannten ist ab sofort mit ihm unterwegs, hoffentlich ohne Pannen und immer mit der richtigen Seite des Rollers nach unten.
So sehr mich der Roller in den zurückliegenden anderthalb Jahren auch immer wieder aufgeregt hat, er hat doch auch für viele schöne Erlebnisse und Abenteuer gesorgt. Insofern freut es mich, dass er auch in seinem neuen Zuhause nicht ganz weg sein wird. Der Spirit wird sicher das eine oder andere Mal in die Werkstatt zurückkehren, hoffentlich nur zu routinemäßigen Wartungsarbeiten.

Auf der kleinen Testtour im Rahmen der Abholung hat er sich jedenfalls gut geschlagen und lief problemlos.  Ebenso auch mein BW's, den mein Bekannter gefahren ist.
Chinaroller, BW's und Roter Baron sind natürlich eine interessante Gruppe, aber auch in dieser ungewöhnlichen Kombo macht so eine kleine Ausfahrt richtig Spaß.
So bleibt nur der neuen Besitzerin gute Fahrt zu wünschen!




Freitag, 10. Mai 2019

Fahrzeugportrait: Piaggio TPH 50 (Urmodell)

Wenn im Zusammenhang mit den Produkten von Piaggio die Worte "Legende" und "Klassiker" fallen, dann denken die meisten Zeitgenossen zunächst an die Vespa in all ihren Varianten. Es stimmt auch, als Rollerhersteller wurde Piaggio mit der Vespa groß, dennoch gebührt auch einigen modernen Automatikrollern aus diesem Hause der Titel "Klassiker".


Der 1993 eingeführte, technisch aus der Sfera abgeleitete, TPH der Baureihe TEC ist ein solcher. Grundsätzlich eigentlich als geländegängige, für den Nutzgebrauch in der Forst- und Landwirtschaft (insbesondere in den italienischen Weinbaugebieten) gedachte Alternative zur Sfera, ist der TPH  eine unmittelbare Antwort Piaggios auf den Erfolg des Yamaha BW's. Was die Verantwortlichen in Pontedera damals nicht wissen konnten: Der Ur-TPH begründete eine völlig neue, eigenständige Modellfamile die bis heute erfolgreich ist.

allgemeine technische Daten:
Motor: Einzylinder Zweitaktmotor, luftgekühlt
Motortype: TEC2M
Hubraum: 49ccm
Leistung: 3,1kW bei 7.000upm

Modellgeschichte:
Die Urgeneration des TPH wurde von 1993 bis 2000 produziert. Diese Fahrzeuge, mit dem Präfix TEC1T gekennzeichnet, sind vor allem am einfachen Streuscheibenscheinwerfer mit Biluxleuchtmittel zu erkennen. 2001 erfolgte ein tiefgreifendes Facelift zur Anpassung an die neue Motorgeneration der Baureihe Hyper2. Diese Modelle, später auch als TPH-X bzw. TPH-XR angeboten, sind weitreichend modernisiert. Sie sind hier außen vor, da sie im Grunde eine eigenständige Modellvariante darstellen. Sie sind am Präfix C29 erkennbar. Ihre Produktion endete 2012 mit der Vorstellung des "New TPH", der eine vollständige Neukonstruktion darstellt und mit dem Urmodell nur mehr den Namen gemeinsam hat. 

Modellname:
Der TPH wurde unter diverse Marken- und Modellnamen angeboten. In Deutschland stets als Piaggio TPH vermarktet hieß er in einigen Ländern auch Piaggio Typhoon oder Gilera Typhoon. In Österreich wurde er zeitweise als Puch Typhoon angeboten. 

abgeleitete Modelle:
Der TPH der Baureihe TEC bildet die technische Basis der ersten NRG-Generation. Zudem wurde er er als großrädrige Version, mit 13"-Rädern, auch als Gilera Storm vertrieben. Interessant ist auch der, selten gebliebene, Gilera Stalker, der den TPH zwischenzeitlich ablösen sollte, jedoch von diesem überlebt wurde. Der Stalker kann somit als indirekter Vorgänger des "New TPH" von 2012 gelten.

Grundsätzliches zum TPH:
Der TPH ist im Grundsatz ein Geländefahrzeug. Seine knappe Karosserie sorgt für eine schmale Silhouette, zudem rollte er in den Anfangsjahren ab Werk grundsätzlich auf grobstolligen Reifen vom Fließband. Anders als andere ausgesprochene Geländegänger unter den Rollern, wie eben der bereits erwähnte BW's, ist er jedoch auch auf Asphalt gut fahrbar. 
Der Nutzfahrzeugcharakter zeigt sich, insbesondere im direkten Vergleich mit der Sfera, auch in der recht spartanischen aber robusten Ausstattung. Anders als die Sfera war er in einigen Märkten auch als extrem reduziertes Sparmodell erhältlich. Diese Fahrzeuge verfügen weder über Blinker noch einen elektrischen Anlasser. 




Motor und Antrieb:
Angetrieben wird der TPH vom bekannten, luftgekühlten Piaggiomotor. Es handelt sich hier um die erste Ausführung dieses Triebwerks mit langer Schwinge, die aber ansonsten mit dem Antrieb der Sfera baugleich ist. Gleiches gilt auch für die stufenlose Automatik. Die werksseitige Abstimmung ist gelungen und lässt den Roller agil und spurtstark wirken. 
Fahrwerk und Bremsen:
Die Ballonreifen der Dimension 120/90-10 an beiden Rädern wirkt aus heutiger Sicht kurios, war Anfang der 90er Jahre jedoch bei vielen Roller ähnlichen Charakters zu finden. Egal ob als grobe Geländeausführung oder mit Straßenprofil, in jedem Fall sorgen sie immer für ausreichend Grip bei gleichzeitig hoher Agiliät. Ein Wunder in Sachen Geradeauslauf und Spurtreu ist der TPH aber freilich nicht.

Die Bremsen sind eher zahm, dafür aber ausreichend dosierbar und insbesondere auf losem Untergrund sehr sicher einsetzbar. Eine Scheibenbremse vorne war seinerzeit noch bemerkenswert, die Trommel hinten eher üblich. Die vordere Scheibenbremse des TPH ist insofern bemerkenswert, als ihr Geberzylinder nicht am Lenker montiert ist sondern hinter der Frontmaske. Er wird über einen kurzen Bowdenzug "ferngesteuert". Diese Konstruktion erlaubt eine ungewöhnlich enge Lenkermaske, macht die Bremse aber teigig und erschwert das Erspüren des Druckpunktes.

Das Fahrwerk des TPH würde eigentlich ein Kapitel für sich rechtfertigen. Der stabile, hoch und schmal bauende Rahmen bildet ein enorm steifes Rückgrat für den Roller. Das hintere Federbein ist in der Originalausstattung fein ansprechend und gut gedämpft. Dem gegenüber steht eine geradezu absurd primitive Telegabel mit Fettfüllung. Diese, als "Fettpresse" berüchtigte Konstruktion, war und ist immer wieder eine Quelle für Probleme. In gutem Zustand spricht sie sauber an und dämpft fein, die Lebensdauer des Teils ist jedoch oft kurz. Im Extremfall geht die Gabel komplett fest, was bis hin zu Holmbrüchen führen kann.

Fahrverhalten:
Im normalen Fahrbetrieb gibt sich der TPH stets gutmütig und beherrschbar. Wie viele Fahrzeuge mit Ballonbereifung hat er jedoch nur einen sehr engen Grenzbereich. In besonders schwierigen Fahrtsituationen kann er daher für ungeübte Fahrer gefährlich werden. 
Auf normalen Straßen ist das Fahrverhalten des TPH das für seine Zeit typische. Wirklich brillieren kann er vor allem auf unbefestigtem Untergrund. Die kurze Gesamtübersetzung des Antriebs sowie die relativ hohe Motorleistung machen ihn zu einem wahren Klettermaxe. 

der Ur-TPH im Alltag und aus heutiger Sicht:
Bis heute ist der TPH der Urgeneration uneingeschränkt als Alltagsroller brauchbar. Die knappe Verkleidung bietet zwar wenig Wetterschutz, dafür bietet er aber mit dem großen Helmfach und einem robusten Gepäckträger als Serienausstattung viel Nutzwert. Die bekannt robuste Piaggiotechnik tut ihr übriges zur, bis heute, großen Verbreitung des Fahrzeugs. Zudem gab und gibt es viel Zubehör um einen TPH zu verbessern oder zumindest zu individualisieren. 


Somit ergibt sich ein doppeltes Bild des TPH aus heutiger Sicht. Die ersten Modelle sind mittlerweile über ein Vierteljahrhundert alt. Sie sind somit legitim im Olymp der Youngtimer angekommen und stehen an der Schwelle zum "echten Oldtimer". Gleichzeitig sind sie bis heute uneingeschränkt als Alltags- und Nutzfahrzeug brauchbare, solide und zuverlässige Roller.

Schwachpunkte:
Der TPH weist für einen Roller seiner Zeit relativ wenige Schwächen auf. Das Hauptproblem ist wohl die schlechte Gabel, die darum gerne durch die Version des Faceliftmodells ab 2001 ersetzt wird. Zudem neigt der TPH, wohl auch aufgrund der Nutzungsgewohnheiten vieler Besitzer, häufiger zu Rostschäden am Rahmen als andere Piaggioroller. 










Dienstag, 7. Mai 2019

Roter Baron: Vergangenheitsbewältigung

Abendliche Besuche in der Werkstatt sind bei mir ja eigentlich die große Ausnahme. Zum Einen habe ich Abends meistens keine Lust bzw. etwas besseres zu tun als zu Schrauben und zum Anderen will ich auch den Nachbarn nicht auf die Nerven gehen. Aber manchmal ergibt es sich eben doch, dass eine "Spätschicht" ansteht.
Erledigt habe ich heute etwas, das schon seit ein paar Wochen ansteht. Der Rote Baron sollte endlich einen neuen Auspuff bekommen. Der alte Topf, noch der originale PX80-Auspuff, hatte es einfach hinter sich.
Der Riss am Übergang vom Krümmer zum Topf ist bei der PX ja recht oft ein Problem, außerdem war im Auspufftopf eine riesige Delle, ein Andenken an den Abflug in Tschechien vor gut zwei Jahren.
Wer mag kann diese unschöne Episode hier nachlesen: https://rollerchaos.blogspot.com/2017/09/roter-baron-bruchlandung-in-bohmen.html

Als Ersatz für den reichlich ramponierten Originalauspuff hatte ich schon vor geraumer Zeit günstig einen gebrauchten, aber im Grunde neuwertigen Sito erstanden.
Qualitativ ist der Sito sicher nicht die erste Wahl bei der PX, aber in diesem Fall war der Preis so günstig, dass ich damit gut leben kann.
Eingebaut war der Auspuff dann schnell und beim Startversuch gab es eine Überraschung: Es ist wirklich erstaunlich, wie leise eine PX sein kann, vor allem, wenn man sich schon an einen total fertigen Auspuff gewöhnt hatte.
Unterm Roller liegend habe ich dann auch noch den Hauptständer angesehen. Dieser hängt seit geraumer Zeit ziemlich tief. Dafür gibt es bei der PX letztlich zwei Ursachen. Eine erlahmte Haltefeder oder einen gebrochenen Anschlag.
Natürlich ist es, mal wieder, der Anschlag der im Sterben liegt. Bei nächster Gelegenheit gibt es dann also noch einen neuen Hauptständer für den Baron, das hat aber keine besonders hohe Priorität, das Ding wird ohnehin nur sehr selten benutzt.
Im März hatte der TÜV tatsächlich den überstehenden Spiegelhalter bemängelt. Nichts was eine erfolgreiche HU verhindern würde, aber doch als Hinweis auf dem Protokoll vermerkt. Ich mag so was gar nicht, außerdem stört es mich sowieso schon länger. Aber wie es halt so ist, manchmal braucht die Motivation etwas Anschub.
Winkelschleifer raus und ab mit dem unnötigen Loch, spart ja auch Gewicht und damit Sprit ;-) .
Die abschließende Probefahrt war kurz aber gut, der Roller läuft mit dem neuen Auspuff deutlich besser. Inwiefern ich für den Sito noch die Bedüsung ändern muss habe ich heute Abend aber nicht mehr getestet, dafür war die Probefahrt zu kurz, es ging mir mehr darum zu sehen, ob das Teil wirklich dicht ist. Ist es und damit war für heute dann auch Feierabend.

Montag, 6. Mai 2019

Cargo Zip: manchmal muss man ganz laut "Sch****" schreien

Heute war ich nochmal kurz in der Werkstatt, eigentlich nur um etwas zu holen, das ich gestern vergessen hatte. Aber die Versuchung den Zip fertig zu machen war einfach zu groß.
Der Lenker war schnell wieder beisammen und die Vorderradbremse angeschlossen, alles nicht wild. Sollte man meinen. Allerdings ging dann eine Pannenserie los, die ich so schon länger nicht mehr erlebt habe.
Beim Versuch den Bremsflüssigketisbehälter zu öffnen, habe ich es nicht nur geschafft eine der Schrauben zu vernudeln, sondern auch noch den Deckel zu zerbrechen. WTF, kein guter Start. Bremse entlüften konnte ich also schonmal vergessen, denn so einen Deckel habe ich natürlich nicht auf Lager.
Immerhin, Glück im Unglück, beide Gewinde haben die Aktion unbeschadet überlebt. Also erstmal zusammenbauen ohne Vorderradbremse.
An diesem Punkt wollte ich dann die Reifen, die wegen der Lackierung ja ihre Luft lassen mussten, aufpumpen. Der Kompressor sprang an und gab, einige Sekunden später, laut krachend seinen Geist auf. Pleuelbruch, Aggregateblock durchschlagen, Tot und Kernschrott. An diesem Punkt musste ich dann einfach mal ganz laut das Sch-Wort schreien.
Immerhin gelang es mir noch, den Roller unfallfrei vor die Tür zu schieben, einfach nur um ihn wenigstens einmal komplett bei Tageslicht gesehen zu haben.
Gefällt mir soweit und ist ein Motivationsschub an einem ansonsten eher mäßigen Tag. Manchmal hat man das Pech halt richtig krass gepachtet.
Immerhin, eine günstige Bremspumpe zum Schlachten habe ich schon in der Bucht gefunden, also muss ich nur noch nach einem Kompressor schauen. Unglaublich wie sehr einem manche Tage ins Kreuz treten wollen.






Sonntag, 5. Mai 2019

Luigi und Cargo Zip: Sonntagsschicht

Eigentlich wollte ich heute nur zum Oldtimertreffen in Straubing fahren, das hat soweit auch ganz gut geklappt und es war, wie eigentlich jedes Jahr, eine sehr sehenswerte Veranstaltung. Allerdings spielte mir die Ape auf der Heimfahrt noch einen kleinen Streich:
Ein abgebrochenes Gaspedal hatte ich bisher auch noch nie, aber es gibt eben für alles ein erstes Mal. Fragt mich aber bitte nicht, wie so was passieren kann. Die Lösung war, wieder einmal, ein in Vollgasstellung blockierter Gaszug und eine Fahrt zur Werkstatt über möglichst verlassene Nebenstraßen.
Dort habe ich das Pedal dann einfach zusammengeschweißt. Ich bin mir nicht sicher ob das dauerhaft hält, da gibt es wohl demnächst ein neues. Sicher ist sicher.
Da ich dann schon mal in der Rollerhölle war, habe ich halt auch noch etwas am Zip gearbeitet. Das Federbein für die Gabel war endlich gekommen, also konnte ich diese zusammenbauen und einsetzen.
Die neuen Lagerläufer des Lenkkopflagers bekamen natürlich reichlich Fett bevor das ganze Trumm in den Roller einziehen konnte.
Lenker und Vorderrad sind erstmal nur aufgesteckt, einfach zu zu sehen wie es wirkt.
Der Lenker muss nochmal runter und das Lenkkopflager richtig eingestellt werden, dann fehlt noch die Vorderradbremse und etwas Anbauzeug, aber im Prinzip ist der Roller auf der Zielgeraden. Aber fertig mache ich ihn dann doch lieber an einem Werktag.





Donnerstag, 2. Mai 2019

Black Bomber: Er ist wieder da!

Vor ein paar Tagen rief mich ein, mir bis dato unbekannter Mensch an und frage, ob ich seinen Roller haben wolle. Es stellte sich heraus, dass es sich um denjenigen handelte, dem der Black Bomber zwischenzeitlich gehörte.
Der Zustand des Rollers, der schon beim Verkauf vor vier Jahren nicht besonders gut war, hat sich seither nicht wirklich verbessert. Er hat diverse offensichtliche Schäden, vor allem eine nicht funktionierende Vorderradbremse und ist nicht fahrtauglich.
Allerdings passte der aufgerufene Preis zum Zustand, es kann also durchaus lohnend sein ihn nochmal zu retten. Das wird sich zeigen, erstmal muss der Zip fertig werden. Danach gibts auch mal wieder was über den "Bomber" zu lesen.

Er ist wieder da!