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Dienstag, 6. Oktober 2020

neues Spielzeug

Wer behauptet, dass ein Ort wie meine Werkstatt jemals fertig würde, der hat schlicht keine Ahnung. Denn ein solcher Arbeitsraum ist ja selbst ein Werkzeug und darum beständiger Veränderung unterworfen.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen in der neuen Werkstatt war es gestern mal wieder an der Zeit etwas zu ändern. Der Hängeschrank hat sich bewährt, aber es gibt ein indirektes Problem damit.

Den Schleifbock direkt an die Bretterwand zu schrauben war nicht die beste Idee. Denn durch die Vibrationen der Maschine rappelt es jedes mal Sachen aus dem Schrank. Das konnte so nicht bleiben. Außerdem habe ich mir vor ein paar Tagen einen Wunsch erfüllt und ein besonderes Werkzeug gekauft, das einen festen Platz in der Werkstatt erhalten sollte.

Es war also an der Zeit, mal wieder etwas Konstruktionsarbeit zu leisten. Die beiden Tragbalken mit einem Rahmenholz zu verbinden war die einfachste Möglichkeit um eine solide Basis für den
Schleifbox zu erhalten.

Zudem ist das Holz ein guter Anschlagpunkt für eine kleine Arbeitsplatte, die sich zusätzlich noch mit Beinen am Boden abstützt. 

Den Schleifbock habe ich mit der Arbeitsplatte verschraubt, rechts davon ist genug Platz für den neuen Ultraschallreiniger und der Feuerlöscher ist auch wieder an einem gut zugänglichen, griffbereiten Platz.

Den Reiniger habe ich natürlich direkt getestet. Ein gebrauchtes, völlig versifftes Lüfterrad aus einem Peugeot SV50 war das erste "Opfer".

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut das funktioniert. Porentief rein und quasi im Neuzustand kam das Teil aus dem Bad.


Der erste Praxistest galt dann dem Zylinderkopf und Kolben eines gebrauchten Kolbensatzes, den ich am Wochenende aus Freiberg mitgebracht habe. Diese Teile sollen "Berta" nach dem Kolbenfresser wieder zu neuem Leben verhelfen.

Beim Kolben waren die Ringnuten ziemlich zugesetzt, ein schwierig zu reinigender Teil. Im heißen Ultraschallbad haben sich die Verkohlungen aber soweit gelöst, das ich sie einfach mit Bremsenreiniger abspülen konnte. Die neue Maschine hat ihre Bewährungsprobe also bestanden und wird in Zukunft sicher gute Dienste leisten.







Freitag, 31. Juli 2020

Vespa vs. Hubtisch oder Arbeitsurlaub

Gestern war ein perfekter, sonniger, Sommertag. Zudem habe ich Urlaub, also war liegt näher, als die Vespa aus der Garage zu zerren und eine genüssliche Runde zu drehen?
Sich einige Stunden über kleine Landstraßen treiben zu lassen ist eben eine der ultimativen Entspannungsübungen, für mich zumindest. Genau wie die Schrauberei und so war die kleine Tour letztlich vor allem eine erweiterte Anfahrt zur Werkstatt. Denn die Vespa war für den Service fällig.
Es zeigte sich dann allerdings etwas, das ich schon vorhergesehen hatte. Nämlich, dass der Hubtisch und die Vespa nicht so recht zusammenarbeiten wollen. Das Problem ist einfach, dass der Roller beim Aufbocken auf den Hauptständer zu weit nach hinten rückt, als das man ihn sinnvoll in die Vorderradklemme setzen könnte. Für die Klemme allein ist er zu schwer, also muss hier etwas nachgebessert werden.
Das ist nebenbei kein Fehler des Hubtischs, sondern liegt einfach an der etwas eigenwilligen Hauptständerkonstruktion von Schaltvespas. Die Lösung ist aber denkbar simpel: der Vorderradanschlag muss weiter nach vorne.
Das das Teil letztlich nur ein Stopper ist und kein Gewicht trägt, muss die Verlängerung nicht übertrieben stabil sein. Die 4mm Rautenplatte die ich noch hatte ist dafür völlig ausreichend.
Wenn die PX jetzt aufgebockt wird, dann steht das Vorderrad genau über der Klemme. Man muss also nur noch den Roller runterdrücken und "einzwicken".
Einer der Gründe, aus denen ich ganz bewusst einen kurzen Hubtisch gekauft habe, ist ja, dass ich es mag wenn das Hinterrad frei schwebt. Somit ist es möglich leicht und bequem am Motor zu arbeiten und ggf. das Hinterrad heraus zu nehmen.
Ansonsten eher lästige Arbeiten, wie Ölwechsel oder bei der PX die Schaltraste abschmieren gehen so leicht und schnell von der Hand. Außerdem steht der Roller absolut horizontal, was für den Ölwechsel wichtig ist.
Die Verlängerung stört aber auch bei einem "normalen" Roller nicht. Was beim BW's hingegen störte war der kaputte Hauptständer, dieser blieb nicht mehr von alleine oben. Da die Bastellösung sowieso nicht gescheit funktioniert hat, kam der Hauptständer jetzt komplett weg. Es ist glaube ich weniger Ärger, wenn ich diesen Roller einfach ohne fahre.
Was beim BW's ebenfalls nervt ist, dass der Gummibalg zwischen Vergaser und Luftfilter ständig heraus rutscht. Bei montierter Heckverkleidung ist an dies Teile kein Rankommen, allerdings ist der Hubtisch auch bei dieser Arbeit eine enorme Erleichterung. Auch hier zeigt sich einmal mehr, wie wertvoll professionelle Werkstattausstattung ist.
Nachdem das erledigt war, habe ich die PX in die Tiefgarage gestellt und bin mit dem BW's nach Hause gefahren, wenn auch dieses Fahrzeug muss ja bewegt werden. Spaß macht die Kiste sowieso.
Es bleibt allerdings noch immer das merkwürdige Problem, dass der Roller bei niedrigem Benzinstand und längeren Bergauffahrten ausgeht. Langsam habe ich den Verdacht, dass der Benzinhahn nicht in Ordnung ist. Das  Treibstoffsystem zu zerlegen und genau zu prüfen steht also auf der Agenda für den Winter. Jetzt steht erstmal die Renovierung der Ape auf dem Programm.

Denn die Rollerschrauberei gestern diente letztlich auch dazu, die Werkstatt frei zu bekommen. Denn seit heute ist sie der dauerhafte Parkplatz von Luigi. Die Renovierung der TM sollte wirklich beginnen, natürlich mit der schrecklichsten aller Arbeiten: den Kasten abschleifen.
Vorschleifen, Zwischengrundierung aufbringen, Nachschleifen, nochmal Grundieren. So kann man einen Tag auch rumbringen. Allerdings ist der Kasten jetzt soweit, dass er nach einem weiteren Schliff und der endgültigen Grundierung fertig zum Beschichten ist.
Allerdings gibt es noch eine weitere Problemzone: Der Boden des Fahrerhauses, speziell links, wo man ja im Winter und bei Regen jede Menge Feuchtigkeit rein trägt.
In der Vergangenheit war ich der Sache immer nur sehr halbherzig nachgegangen. Heute gab es zum ersten Mal richtiges Großreinemachen. Ohne Sitz und Pedale ist schön arbeiten und siehe da, es kam wie es kommen musste: Die linke vordere Ecke ist durch. Ansonsten ist der Boden aber erstaunlich solide und rostfrei, ich bin wirklich positiv überrascht.
Die rotte Ecke fiel dann noch der Stichsäge zum Opfer, den Oberflächenrost am Boden sollte eine reichliche Ladung Fertan bis zum nächsten Mal besiegt haben. Dann gibt es auch neues Blech für die Ecke und es geht langsam in Richtung Wiederaufbau.









Dienstag, 21. Juli 2020

Bomber: Namensschild

Aus gegebenem Anlass hatte ich mir heute Frei genommen, um das letzte Puzzlestück für die neue Werkstatt einzufügen.
Ein Motorradhubtisch ist das, was in der alten Werkstatt am meisten fehlte. Aber es war weder die nötige Bodenfläche dafür da noch die Raumhöhe. In einem Raum, der kaum Stehhöhe hat, ist es schlicht nicht möglich einen Roller hochzuheben.
Außerdem habe ich mich um das Fenster gekümmert. Dieses musste nicht nur dringend geputzt werden, es war auch für die Videokamera ein Problem. Denn die Scheibe blendete einfach bei Aufnahmen. Mit der Milchfolie ist es deutlich besser. Das Reststück hatte meine Mutter noch rumliegen und so ist es sinnvoll verwendet. Am oberen Rand hat es leider nicht gelangt, aber ich hatte da noch was im Fundus. Manchmal ist es eben doch gut, wenn man alles brauchen kann.
Außerdem wollte ich noch am TPH weiter machen. Die Optik steht soweit, aber wie gesagt: An der Front fehlte mir noch was.
Zwei alte Versicherungskennzeichen sollten dafür das Material liefern. Regelmäßige Leser erkennen vermutlich schon jetzt, was ich vor hatte.
Ich mag es einfach, wenn ein Fahrzeug klar sagt wie es heißt. Allerdings waren mir die bunten Zeichen doch etwas zu auffällig. Abgesehen davon, dass es der Ordnungsmacht vermutlich nicht gefällt, wenn reflektierende Flächen dieser Art an einem Fahrzeug sind.
Aber es war ja zum Glück noch genug Flüssigkunststoff da. So sieht man es nicht auf den ersten Blick, genau die Art von Detail die ich mag



Montag, 20. Juli 2020

Bomber: der Look der neuen Saison

Ich muss zugeben, das Ergebnis des Anstrichs mit Flüssigkunststoff hat mich überrascht. Positiv überrascht.
Hätte ich das ordentlich gemacht, zum Beispiel mit einer kleinen Rolle, dann wäre das vermutlich sogar sehr hübsch geworden. So ist es halt so geworden wie ich es wollte: mattgrau in grobem Finish. Ungleichmäßig, mit jeder Menge Läufern und dünner Stellen, perfekt.
Ob das auch hält, das muss sich natürlich in der Praxis zeigen. Andererseits hat der Anstrich auch noch gut Zeit um gründlich zu trocknen, denn noch soll der Roller ja nicht zurück auf die Straße.
Trotzdem habe ich ihn heute Abend noch zusammen gebaut, auch weil der Look so natürlich noch nicht fertig war.
Es soll ja schließlich jeder wissen, wer das Machwerk verbrochen hat. Das H ist übrigens genau da wo es hingehört.
Die Front war nur in Grau auch etwas langweilig und da der Topf mit der roten Farbe schon offen war, haben die Nasenlöcher auch noch etwas davon abbekommen.
Vom Gesamtkonzept her passt das so ganz gut, für die Front fehlt noch was, eine Idee dazu habe ich auch schon. Aber das muss erstmal warten, denn andere Sachen sind wichtiger.
Zum Beispiel ein lästiges Problem: Der Nusskasten mit den 1/4" Werkzeugen nervt mich in letzter Zeit. Die Werkzeuge ansich sind super und meine meistgenutzten Stecknüsse, aber der Kasten ist einfach total fertig. Die Werkzeuge halten nicht mehr richtig darin und fallen ständig durcheinander, ich hasse sowas.
Allerdings soll in der neuen Werkstatt sowieso mein Werkstattwagen wieder eine Rolle spielen, im Keller war dieser ja außen vor da kein Platz dafür war. Darum habe ich heute noch einen passenden Schubladeneinsatz für die Werkzeuge gebaut.
Mal sehen ob sich das so bewährt, auf jeden Fall gefällt es mir im Moment deutlich besser als der völlig ausgelutschte Plastikkoffer. Mal sehen wie das in der Praxis funktioniert.



Samstag, 11. Juli 2020

Aktion Kellerkind

Es verkommt langsam zum Runninggag, aber die Lampen sind noch immer noch da. Wobei es jetzt wenigstens einen Liefertermin gibt: Montag sollen sie kommen. Aber was solls, auf der Baustelle ist ja noch genug andere Arbeit.
Der Keller war bisher ja nur teilweise geplündert worden. Entsprechend chaotische sah es da unten aus. Vor allem aber war es stockdunkel, denn es gab keinen Strom mehr. Das war allerdings auch ganz gut so, denn so war es möglich, die Steckdosenleitungen stumpf abzuschneiden und die Steckdosen zu demontieren. Allerdings ist es langsam soweit, dass die Umbauten in der "Tiefgarage" losgehen können.
Wichtigster Posten war erstmal, das Werkzeug umzuziehen. Die Rollcontainer sind natürlich schnell hoch getragen, aber die Werkzeugwand ist ein ziemlicher Aufwand. Weniger von der Arbeit, sondern von der dahinter steckenden Logik.
Helfen kann einem bei so einer Sache natürlich auch niemand. Denn die Sortierung des Werkzeugs erfolgt nach Kriterien die nur ich kenne und die zu erklären nahezu unmöglich ist.
Zum reinen Umzug gab es noch ein paar Änderungen, etwa einen neuen Halter für die 1/4-Zoll Stecknüsse und Verlängerungen. Die alte Lösung war doch etwas wackelig, so gefällt es mir deutlich besser.
Die Werkbank ist jetzt aber wirklich komplett bestückt und einsatzbereit. Auch rein optisch ein wichtiger Meilenstein, denn DIESEN Anblick liebe ich aus tiefstem Herzen.
Anschließend habe ich dann alle offenen Enden in der Kellerelektrik entfernt und das Licht wieder angeschlossen. So ist der Raum wieder ordentlich nutzbar, denn im Stil eines Bergmannes mit Kopflampe rumtun mag ich wirklich nicht.
Genau in dem Moment, in dem wieder Licht im Keller war, kam dann noch der Vermieter vorbei. Denn eine wichtige Änderung stand noch an: einer der Tragbalken im Keller brauchte noch eine zusätzliche Stütze. Was im ersten Moment nach einem Hindernis aussieht ist eigentlich ganz praktisch. Denn in diesem Bereich sollen Lagerregale entstehen und die Säule ist ein guter Anschlagpunkt dafür.
Doch vorher stand noch eine andere Sache auf dem Programm. Der alte Werkzeug- und Materialschrank, den ich ja vom Vormieter übernommen hatte, sollte Holz und Beschläge zum Regalbau liefern.
Insbesondere die alte Deckplatte des Schranks, eine richtig solide Arbeitsplatte, war dafür ideal. Denn der untere Boden des neuen Werkzeugregals sollte ohne zusätzliche Stütze sein.
Der alte Schrank liefert jedenfalls mehr als genug Material für diesen Einbau. Was nicht schlecht ist, denn im Keller werde ich noch einiges an Holz brauchen. Wobei auch dieses Regal sicher noch nicht fertig ist, aber bevor ich es weiter anpasse, muss ich sehen was alles wo hinkommen wird.
Dazu ist es aber erstmal nötig, die Veränderungen im Keller fort zu führen.
Dazu gab es zunächst eine Wand zwischen der neuen Säule und der Außenwand einzuziehen. Diese dient als Anschlagpunkt und Rückwand für eine Regalkonstruktion.
Diese Regaleinbauten sind, das ist die Schwierigkeit dabei, nicht nach normalen Maßstäben zu bauen, denn sie sollen in bestimmten Bereichen ganz bestimmte Dinge aufnehmen. Das macht die Sache nicht ganz einfach, weshalb es heute bei diesen relativ kleinen Fortschritten bleibt.
Um im Keller sinnvoll weitermachen zu können, war es erstmal nötig, den elefantösen Saustall in der neuen Werkstatt aufzuräumen. Insbesondere alle Holzreste nach unten zu bringen, um eine Vorstellung zu haben was da ist. Außerdem will ich möglichst keine Sägearbeiten in der neuen Werkstatt mehr machen. Habe ich schon erwähnt, dass ich Sägestaub hasse?
Auf jeden Fall ist das heutige Tagesziel erreicht und die neue Werkstatt im Grunde benutzbar. Denn alle wesentlichen Werkzeuge sind an Ort und Stelle, verräumt und auffindbar. Eine große Verbesserung zum Chaos der letzten zwei Wochen.
Wobei, das Chaos ist ja eigentlich nur eine Etage tiefer gewandert. Aber egal, das wird schon.