Freitag, 19. Oktober 2018

das endgültige Ende einer Ära

Dank Tobias tatkräftiger Hilfe habe ich heute die alte Werkstatt endgültig räumen können. Der Raum ist wieder so leer wie ich ihn damals übernommen habe. Irgendwie ein seltsames Gefühl, immerhin habe ich in den zurückliegenden Jahren doch etliche Stunden hier verbracht.
Aber dafür steht ja jetzt die neue, in vielen Punkten deutlich bessere Werkstatt zur Verfügung. Was von der alten bleibt ist eine Anhängerladung Müll und Materialreste vom Ausbau des neuen Raumes. 
Diese Dinge werden in den nächsten Tagen den Weg zur Müllkippe finden, so ungern ich etwas wegwerfe, manche Sachen sind einfach nicht lohnen aufzuheben. Darum tut auch dieser Schritt gut, denn es ist tatsächlich befreiend sich von Ballast jeder Art zu trennen.
Nicht weggeworfen, aber weggegeben wird außerdem auch der Mopedanhänger. Ganz ehrlich? Ich brauche das Ding nicht und es raubt nur Platz und Zeit, die ich viel lieber in andere Projekte stecken würde. Falls sich jemand findet, der das Fahrgestell nimmt und fertig macht, kann er es gerne haben. Ansonsten geht es zurück an Ronny, von dem ich es ja ursprünglich übernommen hatte.

Der Umzug ist jedenfalls komplett abgeschlossen. Bald kann also wieder der normale Betrieb in der Werkstatt, und damit auch hier im Blog, aufgenommen werden.

Montag, 15. Oktober 2018

Cargo Zip: Feierabend

Irgendwie ist es ja ein seltsames Gefühl, einen Roller einzuwintern den man ursprünglich als Winterroller gekauft hatte. Aber genau das habe ich heute getan.
Der Zip hat sich in der zurückliegenden Saison sehr gut bewährt. Immerhin gute 2800km habe ich damit abgespult, ohne das es zu nennenswerten Problemen gekommen wäre. Für einen kleinen Stadtroller keine schlechte Leistung. Die einzige außerplanmäßige Reparatur war ein defekter Regler, was ich bei einem über 20 Jahre alten Roller für nicht allzu schlimm halte.

Die gründliche Wäsche zum Saisonabschluss hatte sich der Hobel also redlich verdient, anschließend gab es noch einen vollen Tank und dann ging es ins Winterquartier.
Anders als den Rest der Flotte werde ich den Zip jedoch nicht in der Werkstatt überwintern. Er darf bei mir zu Hause in der Tiefgarage stehen. Hauptgrund dafür ist, dass an diesem Fahrzeug nicht wirklich viel zu tun ist. Die anstehenden Arbeiten werde ich im Rahmen der Frühjahrsinspektion erledigen. Außerdem erscheint es mir klug, einen möglichen Ersatzroller für den Chinakracher zur Hand zu haben. Wirklich 100%ig traue ich diesem nämlich nicht zu den Winter durchzuhalten.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Tour: Böhmen im Herbst

Gestern Morgen lud Marinanne ihren völlig zerstörten Kymco vor meiner Werkstatt aus dem Transporter und wir haben uns gemeinsam an die Reparatur gemacht. Eine vordergründig erfolgreiche Aktion, denn der Roller lief wieder und die Unfallschäden waren beseitigt. Aber war er wirklich wieder vollständig brauchbar? Nun gibt es bei einem Fahrzeug eigentlich nur eine Art diese Frage zu beantworten: man muss damit fahren.
Darum ging es heute Morgen mit zwei Rollern auf Tour. Marianne mit ihrem Kymco und ich habe, wohl da letzte Mal dieses Jahr, meinen Zip als Tourer eingesetzt.
Natürlich bietet auch Regensburg viel Sehenswertes und das Foto mit den beiden Rollern vor dem Dom musste natürlich sein. Viel interessanter sind jedoch die Straßen außerhalb der Stadt, hinauf in den Bayerischen Wald, den Marianne bisher noch nicht kannte.
Zu den schönsten Strecken für eine kleine Sonntagstour zählt meiner Meinung nach die Runde über Furth im Wald und Domazlice. Von Regensburg aus führt die Straße an Bernhardswald und Roding vorbei zunächst nach Cham und Furth. 
Immer parallel zu den modernen Schnellstraßen auf der alten, langsamen Rout bis an die Grenze zu Tschechien. Mitte Oktober noch zwischen grünen Wiesen und unter strahlend blauem Himmel dahinzurollern ist schon ein Genuss. Erst recht in dieser Gegend, die auf schon fast klischeehafte Art voll von malerischen Details ist.
Weniger malerisch, dafür aber sehr nahrhaft, war die Mittagsrast bei Babilon, kurz vor Domazlice.
Die kleine Stadt, die einst den deutschen Namen Taus trug, blickt auf eine nahezu tausendjährige Geschichte zurück. Der markante runde Turm der Kirche Maria Geburt überragt die schön restaurierte Altstadt, die wir für einen kurzen Stopp nutzen bevor es weiter geht. 
Über Chodov führt die Nebenstraße zum kleinen Grenzübergang bei Liskova quer durch eine traumhafte Herbstlandschaft.
Einige am Straßenrand aufgelesene Äpfel kamen noch als Wegzehrung und essbares Andenken mit, bevor es auf der wunderbar gewundenen Straße durch den Wald hinauf nach Vyhledy ging.
Am Straßenrand lädt das Monumentaldenkmal für den Schriftsteller und Naturfreund Jindrich Baar zum Verweilen und einem Fotostopp ein. Der kurze Fußweg zum Denkmal wird mit einem wunderschönen Weitblick über Westböhmen belohnt.
Gefühlt ist dies der eigentliche Endpunkt der Tour, denn ab jetzt geht es buchstäblich bergab.
Auf kleinen Nebenstrecken erreichen wir bald die Grenze und sind wieder in Deutschland. Über Waldmünchen und Cham geht es nach Falkenstein und durch das Otterbachtal an die Donau.
Regensburg ist nun auch bald erreicht und nach etwas über 200km schließt sich die Runde. Marianne verlädt ihren Roller wieder im Transporter und macht sich auf den Weg zurück nach Hessen. Damit endet ein schönes und durchaus erfolgreiches Wochenende und, zumindest gefühlt, auch die Tourensaison 2018.

die Route bei google-maps

Samstag, 13. Oktober 2018

Kymcoschrauben im Doppelpack

Es ist ja nun keine neue Erkentnis, dass die Geschichte dazu neigt sich zu wiederholen. Die alte Werkstatt hatte ich ja auch schon mit Schrauben an einem Fremdfahrzeug eingeweiht. Also warum in der Neuen nicht genauso anfangen? 
Ich hatte ja seinerzeit schon über die Bergungsaktion in den Niederlanden geschrieben, als wir Mariannes verunfallten Kymco abgeholt haben. Zur damaligen Zeit war es ihr ja nicht möglich gewesen, selbst zu fahren. Mitlerweile geht das glücklicherweise wieder und sie konnte darum den Havaristen in einen geliehenen Lieferwagen werfen und vorbei kommen. Da natürlich auch genug Ersatzteile dabei sein mussten, kam der Anhänger auch mit und es gab gleich eine ganze Lastzugladung Arbeit für mich.
Vom Gepäcksystem befreit sieht der kleine K12 garnicht mal so schlimm aus, allerdings ist der Lenker eben doch arg krumm. Die erste grobe Inspektion machte aber direkt Hoffnung, dass es den kleinen Koreaner weniger schwer erwischt hatte als befürchte.
Tatsächlich hatte der Lenker wohl die Hauptwucht des Unfalls abbekommen und war völlig verbogen.
Im direkten Vergleich des Altteils (oben) mit dem Ersatzteil ist deutlich zu sehen, dass das Unterteil des Lenkers völlig krumm war. Zudem standen beide Lenkstangen in ungesundem Winkel ab.

Grund dafür waren Risse im Metall des Lenkers. Das Trumm ist natürlich nurnoch Schrott, aber ein Ersatzteil war ja vorhanden.
Auf die Montage des "neuen" Lenkers folgte noch ein kleiner Bremsenservice. Frische Beläge und neue Bremsflüssigkeit verhalfen dem vorderen Stopper wieder zu alter Kraft. An der Hinterhand genügte derweil eine saubere Einstellung der Trommelbremse.
Als nächster Schritt der eigentliche Unfallinstandsetzung ging es dem schief abstehenden Verkleidungshalter an der Front ans Leder. Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass das relativ dünne Blech des Halters verbogen sei, aber das war falsch.
Tatsächlich hatte es den, eigentlich recht massiven, Träger am Rahmen zur Seite weggedrückt. Die Hebelgesetze stellen bisweilen seltsame Dinge an.
Im gleichen Umfang sind sie aber auch nützlich um solche Dinge zu beheben. Eine solide Brechstange und etwas gutes altes Muskelschmalz sind bisweilen die besten Werkzeuge.
An der Rollerfront war damit alles wieder im Lot und sogar die alte Verkleidung konnte mit etwas Trickserei wieder angebaut werden.
Heckpanzer und Mittelsektion hingen jedoch noch etwas unmotiviert am Roller und kamen darum zunächst komplett runter. Die Unterbodenwanne und das Trittbrett hatten beim Transport aus Holland Schaden genommen und wurden durch bessere Gebrauchtteile ersetzt. Dem Heckpanzer verhalten ein Stück Kennzeichenblech und einige Nieten wieder zu Stabilität.
Zugegeben, schön ist anders, aber das Teil verschwindet später unter dem Gepäcksystem. Wichtig ist nur, dass die Seitenteile stabil am Roller hängen und nicht flattern.
Die eigentliche Unfallinstandsetzung war damit abgeschlossen. Weiter ging es mit einer dringend nötigen Überholung des Antriebsstrangs. Eine neue Kupplung mit guter gebrauchter Glocke und ein besserer Wandler aus Marinannes Fundus zogen in den Roller ein. 
Zwischenzeitlich wurde es etwas neblig, denn die Anfertigung eines neuen Hauptständeranschlags aus einem alten Reifen stand an. Alles in allem war aber nur noch Kleinkram zu erledigen und einige Zeit später war der Roller bereit für die erste Probefahrt seit dem Crash in Roosteren.
Was soll ich sagen? Bei strahlendem Herbstwetter glänzte der kleine Asiate mit dem bunten Laub um die Wette und schien sich zu freuen auf der Straße zurück zu sein. Vor allem brachte die Probefahrt auch Gewissheit, dass Rahmen und Gabel den Kampf mit einem niederländischen Bordstein überlebt hatten. Aber das bedeutete natürlich noch lange nicht, dass ich Feierabend machen durfte.
Denn Marianne hatte ja noch einen K12 im Gepäck. Ein grundsätzlich fahrbereites Exemplar, das jedoch an zwei Problemen krankte: Einem ausgebrochenen Auspuffstehbolzen und einem undichten Öltank. Also nochmal Demontage und Reparatur.
Das Auspuffproblem ließ sich, nach einigem Ärger mit völlig unbrauchbaren Reproersatzteilen, relativ einfach lösen. Den Öltank wollten wir eigentlich austauschen, dann zeigte sich jedoch, dass auch die Ölpumpe selbst undicht war. Zeit für eine Speedguru-Lösung, also raus damit.
Mit gekappter Königswelle kam die Pumpe als Blindstopfen wieder in den Roller zurück, der Öltankt flog in den Müll und die Schutzschaltung für den Ölstandsgeber wurde in bewährter Art ausgetrickst.
Damit war der Tag dann aber auch endgültig gelaufen, knapp 10 Stunden Kymcoschrauben ist dann doch ein gutes Pensum. 
Ganz ehrlich? So arg gestellt ist das letzte Bild nicht ;)

Freitag, 12. Oktober 2018

Fahrzeugportrait: Piaggio Sfera RST (1995 bis 1997)

Mit der Baureihe NSL, genannt Sfera (ital. für Kugel oder Ball), begann im Jahre 1990 bei Piaggio die Roller-Neuzeit. Die erste nach modernen Gesichtspunkten konstruierte Generation von Automatikroller mit Kunststoffkarosserie war ein sofortiger Erfolg. Bis heute sind die rundlichen und robusten Roller Teil des Straßenbildes.
Sfera 50 der ersten Generation, Baureihe NSL
Doch auch ein Superstar altert und zur Mitte der 90er waren der Sfera ihre konstruktiven Wurzeln in den 80er Jahren deutlich anzusehen. Trommelbremsen an beiden Rädern und das ungeachtet des Namens doch eher kantige Design waren nicht mehr zeitgemäß. Es war Zeit für ein Facelift. Die 1995 eingeführte Baureihe RST (für ReSTyling) stellte eine eher sanfte Überarbeitung des Erfolgsmodells dar. Unter dem neuen, rundlicheren Kleid steckte eine nur sanft überarbeitete Technik. Der Roller war jedoch deutlich dem Zeitgeschmack angepasst und modernisiert worden.

Fahrwerkstechnisch blieb es beim bewährten Vollschwingenfahrwerk, jetzt jedoch mit einer hydraulischen Scheibenbremse vorne. Zudem wurde die überkommene 80ccm-Version durch einen modernen 125ccm Viertakter ersetzt.
Damals wie heute geteilt sind die Meinungen über das veränderte, mehrteilige Cockpit der Sfera RST. Die Zeituhr entfiel zugunsten eines Piaggio-Schriftzugs unter Plexiglas, dafür war der Tacho jetzt besser ablesbar. Die gewölbte Abdeckscheibe nimmt die Form der Lenkerverkleidung auf, neigt jedoch zu Spiegelungen. Die Schalter sind jedoch mit Handschuhen deutlich einfacher bedienbar als die der Urversion.
 
Motor und Antrieb
In der Sfera RST waren in Deutschland zwei Motorversionen lieferbar. Ein 50ccm Zweitakter und ein 125er Viertakter. Beide Motoren sind für ihre Klassen kraftvolle und robuste Vertreter, auch wenn der 125er das Leistungslimit der Klasse nicht ausnutzt.. Angetrieben werden die Roller grundsätzlich über ein stufenloses Automatikgetriebe üblicher Bauart. 
technische Daten Sfera 50 RST
Motortyp: Einzylinder Zweiaktmotor, luftgekühlt
Hubraum: 49ccm
Leistung: 3,8PS
Höchstgeschwindigkeit: 50km/h (entsprechend den gesetzlichen Vorgaben)
Einlassteuerung: Membran
Vergaser: je nach Baujahr Weber oder Dellorto mit 12mm Durchlass

technische Daten Sfera 125Motortyp: Einzylinder Viertaktmotor, luftgekühlt
Hubraum: 124ccm
Leistung: 12,2PS
Höchstgeschwindigkeit: 90km/h
Ventilsteuerung: OHC mit Steuerkette
Vergaser: Mikuni BS24
 
Fahrwerk und Bremsen
Wie schon die Modelle der Baureihe NSL besteht das Fahrwerk der Sfera RST aus einem klassischen Stahlrohrrahmen mit Vollschwingenfahrwerk. Das Vorderrad wird an einer Kurzschwinge geführt, was dem Fahrkomfort zugute kommt. Die etwas breiteren Reifen gegenüber dem Vorgängermodell verbessern zudem den Geradeauslauf des Rollers. Die Sfera RST beider Hubraumklassen rollt vorne auf 100/90-10 und hinten auf 100/80-10. Wobei manche Modelle für das Hinterrad einen 110/80-10 als Alternative eingetragen haben. 
Fahrwerksseitig der größte Fortschritt gegenüber dem Urmodell ist die vordere Scheibenbremse. Diese ist deutlich besser dosierbar und wesentlich wirksamer als die Trommelbremse des Urmodells. 

die Sfera RST im Alltag und heutige Bedeutung

Bei Faceliftmodellen wird oft der Nutzwert für ein optimiertes Styling geopfert. Dieser Fehler unterlief Piaggio bei der Sfera RST glücklicherweise nicht. Das überarbeitete Modell behielt alle Tugenden des Urmodells, so war der große Gepäckträger immer noch serienmäßig an Bord und das kleine, aber nützliche Handschuhfach blieb ebenfalls erhalten. Wie schon beim Urmodell wird der Handschuhfachdeckel über das Zündschloss entriegelt. Das Helmfach blieb unverändert tief und gut nutzbar, ebenso die gut zugängliche Batterie im Rahmenheck. Darum war und ist die Sfera RST bis heute eine gute Wahl als Alltags- und Nutzroller.

Aufgrund der kurzen Bauzeit von nur zwei Jahren blieben die Stückzahlen der Sfera RST deutlich geringer als die der Vorgängerversion. Gerade die 50ccm-Version ist heute relativ selten geworden, NSL-Modelle sind häufiger zu sehen. 125er sind gefühlt in der Mehrzahl und sicher die interessanteste Version der Sfera. Als 125er ist sie ein heute noch zeitgemäßer Stadtroller mit ausreichend Leistung für kurze Autobahnetappen. Etwas das der alten 80ccm-NSL deutlich schwerer fällt. Gepflegte 50er erzielen, genau wie bei der Vorgängergeneration, hohe Preise sind sind in der kleine aber sehr aktiven Fanszene gesucht.



Samstag, 6. Oktober 2018

Rollerhölle 2.0

Der Umzug in die neue Werkstatt ist natürlich auch eine gute Gelegenheit zurück zu blicken. Im alten Gebäude war ich ja doch immerhin seit 2010. Acht Jahre in denen sich dort viel getan hat, von der ersten Schrauberaktion am Derbi Hunter eines Bekannten, in der noch fast leeren Werkstatt, angefangen bis hin zu den letzten Handgriffen dort.
Tatsächlich ist das Foto vom arg zerrupften, aber tatsächlich als Alltagskarre gefahrenen, Derbi das älteste überlieferte Foto aus der alten Heimat des Rollerchaos. Das Lineup der damaligen "Werkstattbewohner", die mit Ausnahme des Derbi alle mir gehörten, ist ebenfalls historisch interessant und entstand am selben Tag.
Puch X30, Zündapp ZD10, Yamaha Neos, Hercules CV50, Honda Melody und eben der Derbi Hunter sind zu sehen. Puch und Neos sind noch da und stehen jetzt auch in der neuen Werkstatt. Die Zündapp hat einen Platz in einem Privatmuseum gefunden und was aus den anderen drei wurde mag sonst wer wissen. Es ist schon erstaunlich, was sich im Laufe der Zeit entwickeln kann.

Das Gebäude ist bald ebenso Geschichte wie die Erlebnisse die für mich damit verbunden sind. Denn das ehemalige landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude wird in einigen Wochen dem Bulldozer zum Opfer fallen und durch einen Neubau ersetzt werden. Mir kann das objektiv betrachtet egal sein, denn ich hab bereits einen neuen Raum. Immernoch auf dem Anwesen meines bisherigen Vermieters, wieder in einem historischen Gebäude, jedoch in einem mit deutlich besserer Substanz, das nun für die nächsten Jahre die Heimat meiner Werksatt und damit auch Basisplattform für den Blog und den Youtube-Kanal sein wird.

Die neue Lokalität, auf dem Foto im "Urzustand" noch mit einigem vom Vormieter zurückgelassenen Krempel zu sehen, ist etwas kleiner, hat aber diverse Vorzüge. Dazu zählt vor allem ein dichtes Dach und eine funktionierende Drainage des Fundament. Sprich ich werde in Zukunft nicht mehr nach jedem Regen den "Rio Grande" quer durch die Werkstatt fließen sehen. Dazu haben ich jetzt einen Boden aus Knochensteinpflaster statt gestampftem Lehm, es wird also möglich sein, die Werkstatt wirklich sauber zu halten. Eine glatte Zufahrt ohne die "Sprungschanze", die für manche Fahrzeuge eine echte Herausforderung darstellte und im Winter unpassierbar wurde, ist ebenfalls ein großer Pluspunkt. Zudem ist der Raum einigermaßen thermisch isoliert und schon jetzt deutlich wärmer als sein Vorgänger. 
 
Szenen wie die des auf der Rampe festsitzenden Wulfhorst sollten also in Zukunft nicht mehr entstehen.

Der neue Raum musste zunächst aber ordentlich beleuchtet werden, was dank des Altbestandes an Beleuchtungskörpern aus der alten Werkstatt kein Problem darstellte. 
Nachdem die Beleuchtung stand, ging es an die "groben Bauarbeiten". Unter anderem habe ich dort wo zukünftig die Werkbank stehen sollte die Isolierplatten von der Wand entfernt um etwas Platz zu gewinnen. Da diese Wand eine Innenwand zum Nebenraum ist, sollte das kein allzu großes Problem darstellen.
Das Podest im hinteren Bereich ist eine bauliche Besonderheit des neuen Raums. Darunter befinden sich ein Abwasserrohr und Teile des Fundaments. Die Holzverkleidung darum hatte der Vormieter, ein Quadschrauber, eingebaut und als Werkbank benutzt. Für mich ist dies keine Option, das Podest soll als "bekriechbares" Lager dienen und wurde darum teilweise räumlich abgegrenzt.
Die Trennwand erfüllt mehrere Zwecke. Zum einen sorgt wie für einen halbwegs geschlossenen und Stauraum und sie bietet eine zusätzliche Fläche für Einbauten.
Vorher war jedoch noch eine weitere Wand zu erreichten. Zwischen dem sekrechten Stütztbalken und der Mauer nämlich, um den zukünftigen Rollerparkplatz vom Personeneingang abzugrenzen. Auch diese Wand soll einen mehrfachen Nutzen haben, jedoch hauptsächlich als Wind- und Sichtschutz bei geöffneter Tür dienen.
Der weiße Anstrich macht die Sache noch etwas wohnlicher und zugleich heller.
Schwierigstes Einzelprojekt des Umzugs war zweifellos die Bewegung der Werkbank. Ein über hundert Jahre alter und unglaublich schwerer Trümmer. Allein die Arbeitsplatte, die aus massivem Eichenholz ist, war ein echter Gegner für meinen lieben Helfer Tobias und mich. Aber mit vereinten Kräften und der Hilfe von 90 Wolfsburger Pferden war auch das zu bewältigen.
Zugegeben, die Platte um gut 10cm kürzen zu müssen tat mir irgendwie in der Seele weh (und kostete etlichen Stichsägeblättern das Leben), aber es half nichts. An ihrem neuen Platz ist die Werkbank stabil und sicher aufgestellt.
In der alten Werksatt wuchs derweil das Chaos. Wo einst die Werkbank stand türmte sich der Krempel, aber so ist das nunmal bei einem so radikalen Eingriff.
Das letzte größere Bauprojekt im neuen Raum war derweil das Einhausen des Kompressors. Eine Sache die sich, einfach aus Lärmschutzgründen, im alten Raum schon sehr bewährt hatte. Zudem wird die Einhausung jetzt auch als Trittstufe zum erleichterten Zugang ins Lager dienen.
Der Abstand zur Wand ist genau darauf bemessen, ein Regal für Teile aufzunehmen. Dieses Regal soll als Ablage für Teile von gerade in Arbeit befindlichen Fahrzeugen dienen. Eine Einrichtung die in der alten Werkstatt fehlte, was immer wieder für Unordnung sorgte.
Nachdem dann noch der komplette Werkzeugbestand umgezogen war nahm die Sache langsam Gestalt an. Aus einem leeren Raum wurde langsam eine Werkstatt die diesen Namen auch verdient.
Für den beständigen Pendelverkehr zwischen alter und neuer Werkstatt wurde derweil der BW's herangezogen. Seinem Ruf als Universaltalent wurde er dabei auch in der Rolle als Umzugswagen gerecht. Ein wirklich geniales Fahrzeug!
Als letztes größeres Möbelstück zog dann noch der Materialschrank um. Er passt eigentlich perfekt in den Zwischenraum zwischen Trennwand und Eingangstür. Allerdings ist der Regalbau rund um den Schrank noch lange nicht abgeschlossen. In dieser Ecke möchte ich jedoch eher auf Evolution setzen, denn da Lagersystem für Kleinteile ist dringend  reformbedürftig.
Um die gute Laune während des Umzugs zu erhalten ist die Werksattküche von elementarer Bedeutung.
Mit einer guten Tasse Tee arbeitet es sich doch immer deutlich leichter. 
Das Projekteregal entstand derweil aus dem alten Elektrowerkzeugregals. 
Die grobe Trennwand im Lager soll Verkleidungsteile schützen und stützen.
Zusammen mit dem kleinen Regal für einige besondere Komponenten bildete sie dann die letzten Einbauten in diesem Teil der neuen Werkstatt. 
Der Lagerinhalt, vor allem die Reifen und Räder, waren natürlich nochmal ein heftiges Stück Arbeit. 

Entgegen einiger Bedenken passte jedoch alles problemlos in den vorhandenen Raum. Auch wenn es auf dem Bild arg gestopft und nach Chaos aussieht, es ist alles sauber eingeschichtet und leicht zugänglich. Teilweise deutlich besser als vorher, auch weil im neuen Raum das Lager nichtmehr zugeparkt ist.
Der Arbeitsbereich ist natürlich jetzt etwas kleiner als vorher, aber er ist auch besser zugänglich und sauberer. Zudem deutlich heller beleuchtet, was ja auch ein wichtiges Element ist.
Bis auf die PK, die ich derzeit alleine nicht bewegt kriege, sind auch alle Fahrzeuge umgezogen. Der Raum ist gut genutzt und alle Fahrzeuge sind jederzeit ausparkbar ohne erst mit anderen rangieren zu müssen. Auch dies ist ein echter Fortschritt gegenüber der alten Werkstatt.

Soweit ist der Umzug also abgeschlossen und die "Rollerhölle 2.0" vollständig benutzbar. Allerdings fehlen natürlich noch Restarbeiten, aber ab sofort ist wieder Zeit diese in "normalen" Blogposts zu behandeln. Allerdings gönne ich mir jetzt erstmal ein bisschen Pause, es war doch brutal viel Arbeit all das zu stemmen was hier zu sehen ist.