Donnerstag, 19. Juli 2018

Puchal: endlich wieder Ruhe

Nachdem die Montage des Auspuffs beim letzten Mal ja daran gescheitert ist, dass ich keine schwarze Farbe für den Krümmer mehr hatte, konnte ich dies heute endlich zu Ende bringen. Den Krümmer habe ich zwischenzeitlich lackiert, getrocknet ist das natürlich nach ein paar Tagen auch und der Auspuff war damit endlich montagebereit.
Wenn man dann schonmal am Schrauben ist, kümmert man sich natürlich auch gleich noch um die Dinge, die sonst noch anstehen. So zum Beispiel die Kette spannen und schmieren. Eigentlich nicht weiter erwähnenswert, nur habe ich dabei eben den nächsten Handlungsbedarf an der X30 gefunden. Das Kettenrad hat seine besten Tage eindeutig hinter sich. Für diesen Sommer sollte es aber noch gehen.
Mit dem "neuen" Auspuff läuft das Mofa aber wieder richtig schön und leise. Außerdem bleibt der Schalldämpfer drin, was natürlich auch einen gewissen Wert hat.
Fürs Erste bin ich damit mal zufrieden.Nach der heutigen Probefahrt wartet die X30 auf ihren nächsten Einsatz, der vermutlich beim Oldtimertreffen in Matting sein wird. Ich freue mich jedenfalls, dass das Mofa wieder auf der Straße ist.



Montag, 16. Juli 2018

Pornoyacht: Vergaserproblem gelöst, beinahe

Der defekte Vergaser bei der PK hat mich ziemlich geärgert, aber es hilft ja nichts. Einen brauchbaren Vergaser habe ich zwischenzeitlich bekommen, diesmal sogar die korrekte Version für die PK, inkl. passendem Luftfilter. 
Wie nicht anders zu erwarten, benötigten alle Komponenten eine gründliche Reinigung. Anschließend konnte ich dann, mit den jeweils besten Teilen des alten und neuen Vergasers sowie den, für die Vergaserüberholung gekauften Neuteilen, eine richtig gute Gasfabrik für die Vespa zusammenbauen.
Eigentlich könnte an dieser Stelle die Geschichte schon wieder zu Ende sein, aber so einfach war es natürlich nicht. Denn der "neue" Vergaser ließ sich auf dem Ansaugstutzen ebensowenig fest montieren wie sein Vorgänger. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen gab es nur einen Weg: den Ansauger ausbauen und genau prüfen.
Die Position des Ansaugers bei der PK ist alles andere als montagefreundlich, aber ohne Zylinderhaube kommt man einigermaßen hin und so war der Trümmer relativ schnell ausgebaut. 
In der Vergangenheit hatte es ja mit den Ansaugern wiederholt ärger gegeben, man sieht auf dem Foto deutlich, dass auch dieser bereits repariert worden war. Aus irgend einem Grund hatte sich jetzt aber auch das Rohr für den Vergaseranschluss abgenutzt. Ein passendes Oberteil hatte ich zum Glück noch im Fundus, bleibt nur zu hoffen, dass dieses Trumm problemlos funktioniert. 
So lässt sich der Vergaser jedenfalls sauber montieren, dummerweise ist mir dann aber noch der Gaszug abgerissen. Da man aber natürlich meistens das braucht was nicht da ist, fehlt eben genau dieses Teil in meinem Fundus. Ein Probelauf des Motors war aber immerhin schon möglich und erfolgreich. Der Ersatzvergaser funktioniert und lässt sich sauber einstellen. Jetzt muss ich halt nur noch einen Gaszug besorgen. Irgendwas ist halt immer.



Sonntag, 15. Juli 2018

Schraubertipps: Ladesteckdose nachrüsten

Seit einigen Jahren ist es bei Rollern üblich, dass eine Ladesteckdose zum Serienumfang gehört. Dies ist gerade für Tourenfahrer ein nützliches Feature, denn ein Handy oder ein Navigationsgerät unterwegs aufladen zu können sorgt für zusätzlichen Komfort. Die Nachrüstung einer solchen Steckdose bei älteren Fahrzeugen ist aber auch kein allzu großes Problem und kann ohne Schwierigkeiten in Heimarbeit ausgeführt werden. Es sind fertige Bausets mit allen notwendigen Materialien für diese Arbeit im Einzelhandel erhältlich.
Nachrüstsatz für eine Ladesteckdose
Diese Anleitung soll dazu einige nützliche Tipps geben, natürlich sind viele Details vom jeweiligen Rollermodell abhängig, daher ist dies natürlich keine Schritt-für-Schritt Anleitung, sondern eine allgemein Handreichung. Die Anleitung geht im Übrigen davon aus, dass bekannt ist, wie ein Multimeter zur Leitungssuche benutzt wird.

Wichtige Arbeitshinweise
Aufgrund der Kurzschlussgefahr muss vor Arbeiten an der elektrischen Anlage eines Fahrzeugs grundsätzlich die Batterie abgeklemmt werden. Alle Schaltungen und Stromkreise vor Inbetriebnahme prüfen. Die Kabel müssen von ausreichendem Querschnitt sein, für Ladesteckdosen der hier gezeigten Art sind bei 12V-Elektrik Kabel mit einem Querschnitt von 2,5mm² gut geeignet.

Grundsätzliches zum elektrischen Anschluss der Ladesteckdose
Im Prinzip gibt es zwei Arten wie eine solche Ladesteckdose angeschlossen werden kann. Entweder direkt an die Batterie des Fahrzeugs, dann liegt zu jeder Zeit Spannung an der Steckdose an und sie kann auch bei abgestelltem Motor und ausgeschalteter Zündung benutzt werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn z.B ein Navi über Nacht im Helmfach aufgeladen werden soll. Jedoch hat diese Anschlussart den Nachteil, dass ein am Ladeanschluss vergessenes Gerät die Batterie entleeren kann. Zudem sollte die Steckdose bei dieser Anschlussart in einem verschließbaren Abteil des Fahrzeugs untergebracht sein, also etwa im Handschuh- oder Helmfach. Bei dieser Anschlussform muss zudem in jedem Fall eine zusätzliche Sicherung für die Ladesteckdose vorgesehen werden.
Die Dimension dieser Sicherung hängt von der geplanten Nutzung der Ladesteckdose ab. Soll zum Beispiel max. ein Gerät mit einer elektrischen Leistungsaufnahme von 10W geladen werden, so muss die Sicherung wie folgt berechnet werden:

V*A=W daraus folgt: 12*A=10  wird zu: A=12/10 A=1,2 

Da es jedoch keine 1,2A KFZ-Sicherungen gibt, sondern die nächst stärkere Sicherung 5A hat, muss eine 5A Sicherung benutzt werden.

Der Anschluss der Steckdose erfolgt nach dem folgenden Schaltplan:

Da es im Allgemeinen zweckmäßiger ist, die Ladesteckdose offen zugänglich am Fahrzeug anzubringen, ist diese Anschlussart jedoch nicht immer sinnvoll nutzbar. Eine offen angebrachte Ladesteckdose sollte über Zündungs-Plus (geschaltetes Plus, Klemme 15) versorgt werden. Denn bei dieser Anschlussart ist die Steckdose bei ausgeschalteter Zündung außer Betrieb. Ein versehendliches Entladen der Starterbatterie bei stehendem Fahrzeug ist damit ausgeschlossen, zudem ist die Steckdose gegen unbefugte Eingriffe gesichert.
Klemme 15 ist bei den meisten Rollern direkt am Zündschloss oder an der Hupe abgreifbar. In jedem diese Fälle muss die entsprechende Leitung durch herausmessen mit dem Multimeter gefunden werden. Anschließend wird die Leitung an einer geeigneten Stelle durchtrennt und eine Ableitung für die Steckdose angeschlossen. Hierbei entfällt die zusätzliche Sicherung, denn Klemme 15 ist über die serienmäßige Sicherung des Fahrzeugs abgesichert. Wichtig ist, dass sich diese Anschlussart nur für den Betrieb kleiner Geräte wie Navis und Mobiltelefone eignet, starke elektrische Verbraucher wie Wasserkocher, Teewärmer usw. würden das Zündschloss überlasten. Sollen solche Geräte betrieben werden, muss die Ladesteckdose direkt an die Batterie angeschlossen werden.

Der Anschluss erfolgt hierbei nach folgendem Schaltplan:

Die folgende Anleitung geht von dieser Anschlussart aus.

vorbereitende Arbeiten
Der eigentliche Einbau der Steckdose ist relativ simpel. Es muss eine geeignete Stelle zur Montage am Fahrzeug gefunden, ein Loch in die Verkleidung geschnitten und die Steckdose montiert werden. Die geeignete Position wird im Grunde nur davon bestimmt, wo Platz zur Montage ist und es sinnvoll ist die Steckdose anzubringen. Ideal ist eine für den Fahrer gut zugängliche, ihn jedoch nicht behindernde Position im Bereich Beinschild/Handschuhfach. Beim Beispielfahrzeug (Piaggio Zip SSL) ist zum Beispiel im oberen Teil des Handschuhfachs ein guter Platz für die Ladesteckdose. 

Doch vorher muss natürlich das fragliche Verkleidungsteil demontiert werden, nur selten ist es möglich, die notwendigen Arbeiten direkt am Roller durchzuführen. Außerdem muss die Elektrik des Rollers freigelegt und Klemme 15 gesucht werden (siehe erster Abschnitt). Anschließend wird die zukünftige Montageposition der Steckdose markiert. Die meisten Ladesteckdosen werden mit einer Überwurfmutter befestigt, diese kann auch als Schablone zum Anzeichnen benutzt werden.
Eine Bohrung entsprechender Größe kann idealerweise mit einem Kreisschneider im passenden Durchmesser angebracht werden. Da dieser jedoch meist nicht zur Hand ist, gibt es eine einfache Alternativlösung.
Man bringt einfach eine Reihe von Bohrungen so an, dass diese mit ihrem äußeren Rand die Linie der Montageöffnung berühren.
Das weiche Material von Rollerverkleidungen kann anschließend problemlos mit einem Teppichmesser ausgeschnitten werden.
Es ist durchaus sinnvoll, das Loch gerade so groß zu machen, dass die Steckdose darin fest sitzt. Je enger die Passung, desto geringer das Risiko von Wassereinbruch an dieser Stelle.
Von der Rückseite her wird die Steckdose üblicherweise mit einer Überwurfmutter befestigt. 

elektrischer Anschluss an den Roller
Der vorgefertigte Kabelbaum der Ladesteckdose muss natürlich mit der Fahrzeugelektrik verbunden werden. Hierzu wird die Plusleitung der Steckdose an den vorbereiteten Anschluss von Klemme 15 her angeschlossen. Die Minusleitung wird an geeigneter Stelle auf Masse gelegt. Hierzu eignet sich grundsätzlich jede Verschraubung am Rahmen, besonders gut geeignet sind meist Montagepunkte von Relais und anderen Elektrikkomponenten.
Das Minuskabel der Steckdose wird hierzu mit einem aufgequetschten ringförmigen Kabelschuh versehen. Die auf dem Bild zu sehende Variante mit isoliertem Anschluss ist hierbei nicht ideal, komplet blanke Ringkabelschuhe sind vorzuziehen.
Vor dem Endgültigen Anschluss der Steckdose sollte die Verkabelung getestet werden. Mit der Anzeige des Multimeters kann einfach geprüft werden, ob sich die Stromversorgung mit dem Zündschloss ein- und ausschalten lässt.
Nach der Montage aller Komponenten ist die Nachrüstung abgeschlossen.

alternatives Sonntagsprogramm

Die Puch fahre ich nur selten und überaus vorsichtig, es ist einfach ein wertvolles historisches Fahrzeug. Darum sind Ausfahrten mit diesem Mofa aber auch immer ein besonderes Vergnügen auf das ich mich jedes Mal lange vorher freue.
Entsprechend freudig habe ich die alte Österreicherin heute auf den kleinen Landstraßen rund um die Werkstatt ausgeführt. Leider wurde das Mofa dann immer lauter, ein Symptom das ich leider nur zu gut kenne. Der Schalldämpfer war wiedereinmal dabei die Flucht zu ergreifen.
Das Problem ist immer das selbe: Der montiert Nachbauauspuff ist innerlich so wackelig, dass sich die Haltemuttern von der eingeschweißten Gewindestange abschütteln. Egal ob selbstsichernde Muttern oder gekontert, nichts hält hier dauerhaft.
Auf Dauer muss hier ein anderer Auspuff her, bis dahin wollte ich dann ersteinmal einen gebrauchten Originalauspuff aus dem Fundus montieren. Bei diesem hatte leider einmal jemand den Krümmer silbern gestrichen, das sieht aber dermaßen schäbig aus, dass ich es auf keinen Fall so am Mofa haben will.
Aus der Spraydose mit der schwarzen Farbe kamen aber dummerweise nur noch zwei, drei müde Huster. Eine volle war natürlich nicht mehr auf Lager, also Baustopp und Abbruch an dieser Front für heute. Ärgerlich, aber da draußen ein heftiger Regen aufgezogen war auch nicht weiter schlimm.

Bei Regen nach Hause fahren wollte ich aber auch nicht, glücklicherweise ist in der Werkstatt aber immer etwas zu tun. Die Großbaustelle zur Zeit ist Thums Jawa, für die ich ja vor ein paar Tagen einen hoffentlich halbwegs vernünftigen Ersatzmotor aufgetrieben habe.
Dass dieser Motor läuft habe ich schon festgestellt. Es gibt also zunächsteinmal keinen Grund, ihn in das Chassis der Jawa zu hängen.
Die Dreckschicht auf dem Motor ist nicht eingebacken, was die erste grobe Reinigung natürlich enorm erleichtert.
Ein bisschen Sorgen macht mir der Anschluss für den Auspuff. Hier hatte sich in der Vergangenheit jemand zu schaffen gemacht, dem Gefühl und Talent für solche Arbeiten abgehen.
Eines der Gewinde war einmal ziemlich grob und schief ausgebohrt wurden. Die Gewindegänge sind zwar sauber und in Ordnung, aber ob sich der Krümmer ohne Probleme montieren lässt ist fraglich und muss sich zu gegebener Zeit zeigen.
Ins Chassis passt der Motor natürlich trotzdem ohne Probleme.
An der Jawa wäre jetzt der nächste logische Schritt die mechanische Komplettierung des Antriebs und der Elektrik. Allerdings benötige ich dazu doch noch einige Teile, die natürlich wieder aus Tschechien kommen müssen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass schnelle Lieferung nicht unbedingt eine Stärke der dortigen Versender ist, also werde ich demnächst eine Bestellung aufgeben. Bis dahin kommt die Jawa natürlich auch wieder in Warteposition.










Samstag, 14. Juli 2018

Luigi: auf Kaperfahrt im Altmühltal

Eichstätt und das Altmühltal sind immer wieder eine Reise wert, soviel steht fest. Erst recht wenn man, so wie ich, das Glück hat, dort liebe Freunde zu haben.
Markus ist ein solcher Freund und vor einiger Zeit hat er für mich eine Dachbox vermittelt. Sein Vater hatte nämlich noch eine in seiner Garage herumliegen und wollte sie loswerden und so bin ich heute in die Bischofsstadt an der Altmühl gefahren.
Nun ist es ja eigentlich nicht vorgesehen, eine solche Dachbox auf eine Ape zu setzen. Doch glücklicherweise ist Markus Vater ein gut ausgestatteter Heimwerker mit großem Wissen und Können in der Holzbearbeitung. 
Die Dachbox wurde innerlich durch passende Holzleisten verstärkt und dann auf die vorhandenen Dachträger gesetzt. Das Ganze ist jetzt bombenfest verschraubt und dürfte kaum Probleme verursachen.
Die Dachbox passt mit knapp 2,20m Länge ziemlich gut auf das Dreirad und erweitert den Stauraum natürlich enorm. Platzprobleme im Alltag und auf Tour sollte jetzt endgültig erledigt sein.
Ich bin damit jedenfalls ausgesprochen glücklich. Außerdem sehr dankbar für die großartige Hilfe durch Markus und seinen Vater. Ein richtig schöner Tag!



Freitag, 13. Juli 2018

Pornoyacht: ärgerliche Panne in der Gasfabrik

Die Ersatzteile für die PK waren gestern in der Post. Da der Roller ja eigentlich am Wochenende zum Vespatreffen fahren soll, eine gute Gelegenheit ihn gleich fit zu machen.
So eine kleine Neuteileschlacht ist immer wieder etwas schönes. Doch zunächst ging es um den Tank, der keine Neuteile brauchte.
Das Spritfass zeigt sich nach einer gründlichen Reinigung wieder von seiner besten Seite. Innerlich blitzblank ist er bereit für den Zusammenbau.
Erst danach habe ich dem Vergaser neue Dichtungen spendiert und ihn mit dem neuen Luftfilter zusammengebaut.

Beim Einbau ist dann natürlich das passiert, was ich letztens schon befürchtet hatte: Eine der Finnen am Vergaser ist einfach abgebrochen.
Eine extrem ärgerliche Angelegenheit. Der Vergaser ist damit endgültig hinüber, denn wirklich dicht bekommt man ihn so nicht mehr. Nach einigem Überlegen habe ich ihn dann trotzdem wieder eingebaut, denn Ersatz ist zur Zeit nicht da und es wäre gut, wenn der Roller zumindest bewegbar ist. Außerdem muss der Luftfilter, der eigentlich ein Ape-Teil ist, noch für das enge PK-Chassis angepasst werden. Auch das geht nur mit Vergaser dran, zumindest als Platzhalter taugt aber auch ein defekter Vergaser.
Die Fahrt zum Vespatreffen mit der PK kann ich natürlich in den Schornstein stopfen. Bis zum Wochenende kriege ich definitiv keinen anderen Vergaser bei und somit bleibt nur den Tank einzubauen um den Sprit filtern zu können.
Den Treibstoff aus dem Tank hatte ich ja in einen Kanister umgefüllt. Das relativ grobe Sieb im Benzintrichter ist aber nicht genug um die feinen Schwebstoffe herauszufiltern, die sich im Tank befanden. Ein sauberer, heller Lappen hilft hierbei weiter.
Tatsächlich war es weniger Dreck als befürchtet, aber Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Der Lappen war also gut verwendet. Mit Sprit im Tank habe ich dann natürlich doch noch eine Probefahrt gemacht. Tatsächlich läuft der Motor kräftiger als vorher und der neue Luftfilter dämpft das Ansauggeräusch deutlich, aber dennoch kann ich so nicht fahren. Wie zu erwarten zieht der Motor durch den defekten Vergaseranschluss massiv Nebenluft, Vollgas ist damit zu riskant und Standgas hält er nur mit Choke. 
Bleibt also nur den Roller in die Ecke zu stellen und zu warten, bis ein Ersatzvergaser aufgetrieben ist. Eine ausgesprochen ärgerliche Sache eben und Freitag der 13. noch dazu.

Donnerstag, 12. Juli 2018

Jawa: Auferstehung und Organspende

Thums Jawa ist zur Zeit etwas auf dem Abstellgleis, einfach weil ich über den Sommer keine Lust habe mich mit einem Langzeitprojekt wie diesem Moped zu befassen, fahren ist einfach schöner als Schrauben. Darum kommt das Fahrzeug wohl erst im nächsten Winter wirklich an die Reihe. Das Hauptproblem bei der Jawa ist ja, dass der Motor nicht wirklich tut. Eine gründliche Revision ist sicher notwendig um das Teil wieder zum Laufen zu bringen, es wäre also deutlich einfacher einen anderen Motor zu besorgen, zumindest als Provisorium. Allerdings sind Teileträger selten, gestern Abend hatte ich aber Glück und es tauchte einer auf, also gleich los und abgeholt.
An Land gezogen habe ich das, was bei einem Kaufpreis von 40 Euro zu erwarten war: Ein völliges Wrack, verrottet und verbastelt bis zur Unkentlichkeit, aber eben doch auch halbwegs vollständig. 
Bei Tageslicht betrachtet (zum ersten Mal) habe ich jedoch keine weiteren Horrorsachen gefunden. Dass das Polrad mit einer Überlangen Schrauben befestigt ist, die der Montageheld dann noch am Polrad angeschweißt hat, hatte ich gestern schon gesehen. Ebenso den festgeschweißten Freilauf.

Der Zustand entspricht dem was zu erwarten ist. Es ist das klassische "tuned by Dorfdepp" Mofa vom Lande. Allerdings dreht der Motor und hat gute Kompression entsprechend hoch sind meine Hoffnungen, dass er das gesuchte Provisorium sein kann. 
Darum habe ich das Mofa heute Nachmittag zur Werkstatt rausgekarrt um es mir genauer anzusehen. 
Als ersten Versuch habe ich einen Kerzenstecker und eine Zündkerze aus dem Fundus montiert, diese Teile fehlten, um eine Funkenprobe machen zu können. 
Die Zündung ist allem Anschein nach in Ordnung, der Motor dreht frei und hat Kompression. Außerdem drückt er kräftig Luft aus dem Auspuff und saugt deutlich hörbar an. Gute Vorraussetzungen dafür anzunehmen, dass er auch anspringt. Doch ohne Sprit tut er dies definitiv nicht, also habe ich zunächst den Vergaser abgebaut.
Der Vergaser war, wie erwartet, mit uralten Ölrückständen verklebt und völlig verstopft. Nach einer gründlichen Reinigung mit Pressluft und Bremsenreiniger zeigte sich jedoch, dass das Teil in sehr gutem Zustand ist.
Zum Mofa dazu gab es einen zweiten, zerlegten Vergaser, den ich aber als zusätzlichen Ersatzteilträger benutzen kann, denn der montierte Vergaser ist in sehr gutem, bis auf die Dichtungen und den in der Vergangenheit einmal nachgearbeitete Schwimmer, nahezu neuwertigen Zustand. 
Auf den Ansaugstutzen gesteckt sollte dieser Vergaser einen sinnvollen Startversuch erlauben. Der völlig verrottete und zur Hälfte mit Dreck und den Überresten eines Mausenests (inkl. den sterblichen Überresten des letzten Mieters) gefüllte Tank jedoch nicht. Darum zog der saubere und volle Tank von Thums Jawa ersteinmal auf den Rahmen der Ruine um.
Zeit zu versuchen, ob Leben in der alten Lady aus Böhmen steckt.
Wenn man bedenkt, dass der Vergaser nur an einer Schraube hängt und die Vorgeschichte des Motors vermutlich eine einzige Aneinanderreihung grausigster Misshandlungen ist, bin ich mit dem Ergebnis des Versuchs ausgesprochen zufrieden. Der Motor läuft stabil, nimmt Gas an und ist mechanisch leise, dürfte also grundlegend in Ordnung sein. Damit sollte sich Thums Moped zumindest vorübergehend wieder auf die Straße zurück bringen lassen.



Bei seinem nächsten Start wird sich der Motor aber nicht mehr in seinem angestammten Rahmen befinden, sondern hoffentlich in Thums Jawa. Der schwarze Teileträger hat an dieser Stelle das Ende seiner Straße erreicht und wird zerlegt.

Der Motor und seine Anbauteile wanderte dabei in eine eigene Kiste. Schon weil das Triebwerk vor dem Einbau eine gründliche Reinigung benötigt. Außerdem werde ich mal sehen, ob sich das Polrad nicht lösen lässt, denn die Schweißaktion an dieser Stelle behagt mir nicht wirklich. Mit etwas Glück hat man dabei aber nur Polrad und Schraube versaut und die Kurbelwelle ist in Ordnung.
Der Rahmen und viele Anbauteile sind bei den primitiven Mofaversionen mit Starrahmen völlig anders als bei Thums Mopedversion, darum ist das Zeug für mich unbrauchbar. Ich werde versuchen den Rahmen zu verkaufen, ansonsten wandert er eben in den Schrott.
Für meine Fundus bleibt nur eine kleine Auswahl Ersatzteile, wobei ich mir den Tank nach einer gründlichen Reinigung nochmal genauer ansehen werde, ich habe den Verdacht, dass er durchgerostet ist, denn die Unterseite ist mit irgend einem undefinierbaren Kleister verschmiert, der vermutlich Dichtmasse darstellen soll.

Das Risiko ein 40€ Mofa bei Nacht und Nebel zu kaufen hat sich in diesem Fall aber wirklich gelohnt. Mal sehen wann es mit der Jawa weitergeht.