Sonntag, 17. Juni 2018

Spirit of Saxonia: Gebrauchtteilepuzzle

Wie schon geschrieben hat Ronny mir gestern einige Teile von seinem Schlachtchinesen überlassen. Darunter nicht nur die komplett amputierte Frontpartie des Fahrgestells sondern auch einige andere höchst interessante Brocken.
Die Front war natürlich besonders wertvoll, denn sie sollte einige der wichtigsten Ersatzteile liefern. Spannend ist aber auch der Sportauspuff.
Das aufgenietete Schild auf dem Endschalldämpfer weist ihn als Originalauspuff eines Baotian BT49QT-12 aus, eine relativ selten zu sehende Sportversion der Billigchinesen. 
Der Auspuff ist nur ein optisches Gimick, denn ein Resonanzauspuff ist an einem Viertakter natürlich zunächsteinmal Blödsinn. Der Belly ist darum auch nur das Gehäuse des Katalysators, aber heiß aussehen tut das Ding natürlich trotzdem. Wenn die wirklich wichtigen Arbeiten am Roller abgeschlossen sind, werde ich mir das Ding einmal näher ansehen, vielleicht ist es ja brauchbar und kommt auch noch an den Spirit.
Von der abgesägten Front kamen heute aber ersteinmal die beiden sehr gut erhaltenen Gabelholme zum Einsatz. Einfach austauschen ist natürlich einfacher als das vorhandene Material zu überholen und in diesem Fall auch deutlich kostengünstiger.
Als nächstes habe ich dann vom Vorderrad aus dem Teilekonvult die Bremsscheibe auf mein Vorderrad ummontiert. Der Reifen vom Schlachtroller war Schrott, uralt und völlig rissig, aber die Bremsscheibe kurioserweise ein ungefahrenes Neuteil. Glück muss man ja auch mal haben.
Damit stand der Roller dann endlich wieder auf eigenen Rädern und der Wagenheber konnte weg. Was noch fehlte waren die neuen Bremsklötze, aber das ist ja auch keine große Sache.
Eigentlich wäre es damt möglich gewesen den Roller heute fertig zu machen, denn vom Schlachtroller kam auch noch eine gute Bremspumpe. Dummerweise ist es die Version ohne Spiegelloch, was ich natürlich erst nach der Montage am Roller bemerkt habe. 
Damit ist natürlich erstmal wieder Baustopp, denn eine neue Pumpe hatte ich sowieso schon vor einiger Zeit bestellt. Allerdings kommt diese direkt aus China, es wird also wohl noch etwas dauern bis sie geliefert wird.







Samstag, 16. Juni 2018

Cargo Zip: es ist genug Leistung wenn ...

... sich die Felge im Reifen dreht.
So soll es Carol Shelby einmal formuliert haben. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber selbst wenn, hatte der Altmeister der amerikansichen Frisierkunst dabei ganz sicher keinen angeranzten Zip Fastrider im Sinne. 
Allerdings weiß ich auch nicht sicher, ob sich die Felge wirklich im Reifen gedreht hat. Ganz sicher ist nur, dass Reifen und Felge beschlossen haben getrennte Wege zu gehen. So kommt man auch zu einem Abendspaziergang. Eine ärgerliche Sache, die ganz böse ins Auge hätte gehen können, zum Glück ist aber nichts weiter passiert.

gegenseitige Schrauberhilfe im Frankenland

In der einen oder anderen Weise war Ronnys Arbeit ja schon desöfteren Gegenstand in meinem Blog. Zuletzt wegen der absolut genialen Hinterachskonstruktion für Thums Dreirad. Diesmal bin ich jedoch nach Franken gefahren, um selbst an einem von Ronnys Projekten mit Hand anzulegen. Aber der Reihe nach.
Angefangen hat alles damit, dass Ronny vor einiger Zeit einen ganzen Posten mehr oder weniger schrottreifer Chinaroller geborgen hatte. Über die genauen Hintergründe dieser Erwerbung ließ er sich zunächst nicht weiter aus. Im Fusselforum suchte er jedoch nach einem Ruderboot.
Mitlerweile ist bekannt, dass der Grund dafür der Bau einer Landyacht war. Eines Bootes, das abseits des feuchten Teils des Planeten fahren soll, angetrieben von einem Chinarollermotor. Der Punkt bei dem ich ins Spiel komme ist dann der Umstand, dass dieser Motor natürlich ohne Roller dran laufen soll.
Natürlich habe ich nicht nein gesagt, Ronny allerdings darum gebeten, sich im Gegenzug um das Rostloch im Schweller des Golfs zu kümmern.
Während Ronny also angefangen hat ein Stück Blech in die richtige Form zu bringen und zu einem Teil meines Autos werden zu lassen, habe ich angefangen einen der Chinaroller zu rupfen. Denn das Fahrzeug sollte als Testplattform für die notwendige Minimalelektrik dienen.
Wie das aber bei solchen Projekten ist, wehrte sich der Chinaroller nach anfänglichen Erfolgen mit Händen und Füßen dagegen zu funktionieren.
Ronny machte derweil am Golf wesentlich bessere Fortschritte.
Das Loch war recht schnell und problemlos verschlossen und der dahinter befindliche Hohlraum mit Fluidfilm gefüllt. Den passenden Stopfen und die nötige Grundierung gab es dann auch noch.
Somit ist diese Baustelle erstmal abgeschlossen und das Auto wieder dicht, der Chinakracher lief deshalb aber noch lange nicht.
Einige Stunden methodischen Probierens und Testens verschiedener Ideen brachten nichts, auch ein in der Nachbarschaft ausgeliehener Testvergaser nützte nichts. Zuletzt gab der Motor des Testrollers final den Geist auf und wir haben noch versucht, die bisherige Arbeit zu retten und den Motor in der Landyacht zu starten. 
Dies scheiterte zuletzt daran, dass der Testvergaser massiv Sprit verlor und uns die Zeit ausging. Darum wurde der Stapellauf des Trockenkutters ersteinmal verschoben und der unglückliche Testroller endgültig masakriert.

Da für Ronny nur die Motorkomponenten von Wert sind, haben wir das Vorderteil einfach abgeschnitten. 
Die daran befindlichen Teile werden bald in meinen Spirit einziehen, ein guter Deal für uns beide, denn Ronny ist das für ihn nutzlose Zeug los und ich habe einen großen Posten guter Ersatzteile. 
Was ich jetzt außerdem habe ist ein Golf, der ganz offiziell gewaltert und mit dem Aufkleber vom Fusselbunker veredelt wurde. Dafür und für die tolle Schweißarbeit ganz lieben Dank an Ronny, es war mir wie immer eine große Freude im Back-Alley-Workshop zu Gast sein zu dürfen.










Freitag, 15. Juni 2018

BW's: letzte Kleinigkeiten

Grundsätzlich war der BW's ja sogut wie fertig, einige Kleinteile fehlten noch aber diese waren zwischenzeitlich in der Post. Zeit den Roller auf die Straße zurück zu bringen.
Ein Problem war noch, dass der Roller nur unter großen Schwierigkeiten ansprang und kein Standgas hielt. Den Grund dafür hatte ich letztens schon ausgemacht: Der Ansaugstutzen war völlig tot. Leider ist der Ausbau dieses Teils beim BW's ein bisschen verzwickt. Der Auspuff musste aber, der fehlenden Dichtung wegen, sowieso nochmal runter und das Hinterrad ist dann auch schnell ausgebaut.
Der alte Ansaugstutzen, sehr wahrscheinlich noch das Originalteil von 1992, hatte einen fetten Riss und war völlig verhärtet. Das kann so nichtmehr funktionieren.
Wenn Ansaugstutzen und Membranblock demontiert sind, kann man gut einen Blick in den Motor werfen. Das Kolbenhemd ist in sehr gutem Zustand, keine Verkohlungen und nur geringe Laufspuren. Soweit ein gutes Zeichen dafür, dass der Motor wohl tatsächlich nur die abgelesenen 17.000km gelaufen hat.
Ein neuer Ansaugstutzen und eine neue Membrane zogen dann ein und siehe da: Der Motor springt sauber an und läuft ruhig und gleichmäßig im Leerlauf. 
Außer den Ersatzteilen war vor einigen Tagen auch das neue Versicherungskennzeichen für den Roller kommen. Es war also endlich soweit: die erste wirklich ausgiebige Probefahrt konnte stattfinden. Das urige Fahrverhalten des BW's macht schon Laune und grobe Mängel förderte die kleine Ausfahrt heute auch keine zutage.
Vor der ersten großen Runde werde ich den Vergaser nochmal ausbauen und reinigen, eine reine Vorsichtsmaßnahme um ganz sicher zu gehen, dass kein Dreck bzw. Rostpartikel aus dem Tank Probleme machen.





Mittwoch, 13. Juni 2018

Fahrzeugportrait: Wulfhorst Carlo (EVT-3W)

In diesem Fahrzeugportrait soll wiedereinmal ein etwas exotischeres Fahrzeug vorgestellt werden. Es handelt sich dabei um den EVT-3W. Ein elektrisch angetriebenes Rollerdreirad, das unter anderem auch von Firma Wulfhorst als "Carlo" vertrieben wurde. 

Grundsätzliches
Basis des EVT-3W ist ein Chinaroller der 90er Jahre, eines jener Fahrzeuge, die optische Anleihen beim Sanyang Flash und div. Kymcomodelle nehmen. Statt des damals eigentlich gebräuchlichen Zweitakters ist das Fahrzeug jedoch elektrisch angetrieben.

In Ausstattung und Machart entspricht das Fahrzeug weitgehend dem damaligen Stand der Dinge bei derartigen Rollern. Es ist ein simpel gebauter, grundsätzlich als Nutzfahrzeug ausgelegter Roller mit einfacher Ausstattung. 

Antrieb und Batterien
In allen Varianten wird der EVT-3W von einem bürstenlosen Motor mit 48V Betriebsspannung angetrieben der 1,5kW leistet. Der Motor ist als Radnabenmotor ausgeführt und treibt das rechte Hinterrad an. Die Controllereinheit befindet sich vor dem rechten Hinterrad auf der Achsschwinge. 
Der Batteriepack befindet sich zusammen mit dem Ladegerät im Rahmenheck bzw. Helmfach. Es existieren zwei Varianten des Fahrzeugs, die sich durch unterschiedliche Batterietechnologie unterscheiden. Die ältere Ausführung verfügt über vier 12V Bleisäure-Akkumulatoren von je 50Ah Kapazität. Diese erlauben eine maximale Reichweite von 40km. Die neuere Version ist mit einem einzelnen Lithium-Polymerspeicher ausgerüstet, der eine Nennspannung von 49,4V sowie 60Ah Kapazität ausweist. Diese Ausführung ist mit 80km Reichweite deutlich besser aufgestellt als die ältere Version.
Je nach Zulassungsform (Mofa oder Kleinkraftrad) beträgt die Höchstgeschwindigkeit 25 oder 45km/h. 

Fahrwerk und Bremsen
Die Vorderradführung entspricht, mit einer einfachen Telegabel und simpler Trommelbremse, dem damaligen Stand der Technik bei billigen Rollern. Die Hinterräder verfügen jedoch beidseitig über hydraulische Scheibenbremsen. Diese konstruktive Besonderheit unterscheidet den EVT-3W von anderen Wulfhorsttypen und ist darin begründet, dass es sich nicht um einen Umbau sondern um ein komplett zugekauftes Fahrzeug handelt.
Durch den einseitig wirkenden Antrieb benötigt der "Carlo" natürlich kein Differential. Die Hinterachskonstruktion fällt entsprechend simpel aus. Es handelt sich um eine gabelförmige Achsschwinge die von einem einzelnen Federbein geführt wird und die konventionelle Treibsatzschwinge komplett ersetzt.

Besonderheiten der Bedienung
Als Elektrofahrzeug verfügt der EVT-3W natürlich nicht über eine Tankanzeige sondern über eine Ladestandskontrolle. Diese wurde mittels eines simplen LED-Clusters in das Cockpit integriert.
Eine weitere Besonderheit ist der Umstand, dass der Zündschlüssel über eine Stellung zum Umschalten der Fahrtrichtung verfügt. Über ihn wird also gesteuert, ob der Roller nach Vorwärts oder Rückwärts fährt.

In seiner weiteren Bedienung entspricht er weitgehend einem herkömmlichen Roller. Das Ladegerät für den Fahrakku ist im Helmfach integriert und wird über eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen. 

Fazit
Als immernoch neu lieferbares, aber denkbar primitives Elektromobil ist der EVT-3W ein nachwievor zeitgemäßes Fahrzeug. Er stellt jedoch keinesfalls die absolute Spitze in Sachen Elektromobilität dar.



Dienstag, 12. Juni 2018

auf drei Rädern durch den Paragraphendschungel oder: "wer darf eigentlich Apefahren?"

Eine der häufigsten Fragen zur Ape TM ist zweifellos, was für einen Führerschein man eigentlich braucht um so ein "Ding" fahren zu dürfen. Eine nicht ganz unberechtigte Frage, denn so wirklich in die allgemein anerkannten Muster der Fahrzeugklassen will die Ape, speziell die "großen" Modelle nicht passen. Darum möchte ich die Hintergründe zu diesem Thema hier ein bisschen beleuchten.

Dazu gleich eines Vorweg, das in aller Deutlichkeit gesagt werden muss: Ich bin kein Rechtsanwalt, Verkehrsjurist, Richter, Polizist, Fahrlehrer oder sonst irgendetwas, das einem dieser Berufe auch nur nahe kommt. Darum darf, kann und will ich keine Rechtsberatung durchführen, oder eine juristisch in irgend einer Form bindende Erklärung geben. Dieser Artikel soll lediglich zur groben Orientierung dienen und einen allgemeinen, sehr wahrscheinlich nicht abschließenden, Überblick bieten. Im Zweifelsfalle sollte man sich mit entsprechenden Fachleuten vor Ort in Verbindung setzen und nach dem aktuellen und gültigen Stand der Gesetze zu diesem Thema fragen. 

Aber jetzt ersteinmal der Reihe nach.
Um welche Apen geht es hier eigentlich?
Das wohl wichtigste (weil zahlenmäßig häufigste) Modell der "großen Apen" ist die TM. Dieser Artikel gilt jedoch für alle Apen die keine Fuffis sind. Sprich für alle, die statt eines Versicherungskennzeichens ein "richtiges Nummernschild" führen. Egal ob TM, Calessino, P2 oder großer Oldtimer. Denn keine Ape hat im Originalzustand mehr als 15kW Motorleistung, eine Zahl die noch große Wichtigkeit haben wird.
Ausdrücklich außenvor ist der Poker. Dieser firmiert zwar auch als Ape und rangiert unterhalb der magischen 15kW, ist jedoch ein vierrädriges Fahrzeug und fällt damit verkehrsrechtlich betrachtet in eine völlig andere Klasse als seine dreirädrigen Artgenossen.

Apefahren mit Motorradschein?
Die Ape stammt technisch vom Zweirad ab, daher ist die Fragestellung, ob man sie mit dem Motorradführerschein fahren darf grundsätzlich logisch. Tatsächlich ist das in einigen Fällen auch erlaubt. 
Inhaber des "großen" Motorradscheins, sprich der unbeschränkten Klasse A dürfen in jedem Fall Ape fahren, denn diese Klasse schließt Dreiräder (Trikes) ohne Ausnahmen ein. Gleiches gilt auch für die beschränkte Einsteigerklasse A2, diese sieht jedoch eine Leistungsgrenze von 35kW vor, eine Zahl von der Apefahren jedoch nur träumen können. 

Etwas anders ist es bei der Fahrerlaubnisklasse A1, also der Klasse für 125er Leichtkrafträder die bereits mit 16 erworben werden kann. Diese erlaubt Dreiräder mit symetrisch angeordneten Rädern, also Trikes, jedoch keine Motorradgespanne. Außerdem liegt die Leistungsgrenze hier bereits bei 15kW. Außerdem bedingt A1 einen Hubraum von mehr als 50cm³ sowie eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45km/h. Diese Bedingungen werden von allen großen Apen erfüllt, daher dürfen diese mit dieser Fahrerlaubnisklasse gefahren werden. 

Apefahren mit dem Autoführerschein?
Um die Frage ob man eine große Ape mit dem Autoführerschein, also der Klasse B, fahren darf gab es in den letzten Jahren einige Verwirrungen. 
Grundsätzlich schloss die Klasse B auch Trikes (ohne jede Beschränkung) ein. Diese Regelung wurde jedoch zum 19.01.2013 gekippt. Fahrer der Klasse B, die ihre Fahrerlaubnis nach diesem Datum erworben hatten, durften keine Trikes (und damit auch keine großen Apen) mehr fahren. Diese Regelung wurde jedoch zum 26.12.2016 erneut reformiert. Fahrerlaubnisse, die nach diesem Datum ausgestellt wurden, erlaubten wieder das Führen von dreirädrigen Fahrzeugen mit symetrisch angeordneten Rädern, also Trikes (aber eben keine Motorradgespanne). Wer nach dem 26. Dezember 2016 seine Prüfung für die Klasse B bestanden hat, darf also wieder ohneweiteres Apefahren. 

Wer zwischen dem 19.01.2013 und dem 26.12.2016 seine Klasse B erworben hat, darf jedoch auch Apefahren wenn er von der Möglichkeit eine Umschreibung gebrauch macht. Sprich ein solcher Kraftfahrer muss zur zuständigen Führerscheinstelle gehen und einen neuen Führerschein beantragen. In diesen wird dann die Schlüsselzahl 194 eingetragen, damit ist man dann berechtigt eine Ape zu fahren.

Was ist mit der Ape 50?
Die Ape 50 (um die es hier eigentlich nicht gehen soll) ist insofern ein Sonderfall, als dass sie ein dreirädriges Kleinkraftrad ist und damit in die Klasse AM fällt. Diese Fahrerlaubnisklasse kann für sich genommen ab dem 16 Lebensjahr erworben werden. Sie beschränkt den Fahrer auf zwei- und dreirädrige Kleinfahrzeuge mit einem Hubraum von nicht mehr als 50cm² sowie einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45km/h. Eine Ape 50 darf damit gefahren werden. 

AM ist als Einschlussklasse in allen Motorradklassen sowie dem PKW-Schein enthalten. Ebenso ist AM in der Klasse B1 (Fahrerlaubnis für sog. Mopedautos, ebenfalls ab 16 Jahren zu erwerben) eingeschlossen. Ape 50 darf also praktisch "jeder" fahren.

Zusammenfassung:
Eine große Ape darf fahren, wer einen Motorradschein der Klasse A1, A2 oder A besitzt oder seinen PKW-Führerschein der Klasse B vor dem 19.01.2013 bzw. nach dem 26.12.2016 erworben hat. Wer in der Zwischenzeit einen Führerschein der Klasse B erworben hat und Apefahren möchte, muss die Schlüsselzahl 194 bei der zuständigen Behörde nachtragen lassen.
Die Ape 50 fällt als dreirädriges Kleinkraftrad in die Mopedklasse AM und darf darum von praktisch jedem Fahrerlaubnisinhaber mit Motorrad- bzw. PKW-Schein gefahren werden.

Quellen:

Montag, 11. Juni 2018

Project X: time to say goodbye ...

Nichts ist für immer und regelmäßige Blogleser wissen, dass ich nur sehr wenige Roller über einen längeren Zeitraum als einige Jahre behalte. Meine Sfera, die Project X, war nun seit dem Frühsommer 2015 bei mir, also gut drei Jahre. Eine relativ lange Zeit und ehrlich gesagt für mich genug. Mir fällt nichts mehr ein, was ich für mich persönlich an diesem Roller verbessern könnte und zum fahren habe ich genug andere Roller. Daher war es für mich logisch ihn abzugeben. Umso besser, dass er quasi in der Familie bleibt, denn seine neue Heimat ist bei Bastian und Madeleine in Bad Kissingen. Mit etwas Glück darf die Sfera sogar noch dieses Jahr auf große Fahrt und die beiden nach Korsika begleiten. 
Doch zunächsteinmal habe ich den Roller auf meinen Anhänger geladen und micht auf den Weg in die Rhön gemacht. Am vergangenen Freitag traf ich mich mit Bastian bei seiner Werkstatt in Ostheim. Denn es war ausgemacht, dass ich ein paar Tage bei ihm verbringe und einen kleinen "Arbeitsurlaub" einlege. Denn auch im Hause Sauer gibt es immer etwas zu tun wenn es um Fahrzeuge geht. 
Zunächst haben wir uns gemeinsam den Motor seines Giggle angesehen. Leider förderte die Untersuchung einen Lagerschaden an der Kurbelwelle zu Tage, eine ziemlich ärgerliche Angelegenheit, denn eigentlich wollte Bastian "nur" einen 75er Zylindersatz draufbauen und dann einfach weiterfahren. Manchmal ist eben doch mehr zu tun als befürchtet.
Wesentlich besser verlief dann der Hauptteil des Arbeitseinsatzes. Noch am Freitagabend begannen wir, Bastians neueste Errungenschaft zu versorgen. Einen 1993er Audi 80 als Cabrioausführung. Der ungewöhnlich gut erhaltene und in seiner alten Heimat bei Graz schon weitreichend überholte Wagen steht zur Zeit wegen einiger notwendiger Arbeiten bei einem befreundeten Fordhändler. Allerdings wollte Bastian eben auch selbst Hand anlegen und die Rostschutzversiegelung selbst einbringen.
Den schlimmsten, sprich dreckigsten, Teil dieser Arbeiten haben wir am Freitagabend erledigt. Ettliche Liter Fluidfilm verteilten sich in den Karosseriehohlräumen und auf dem Unterboden des alten Ingolstätters, allerdings auch auf den Monteuren und in der Werkstatthalle.
Später wurde es dann noch ein recht gemütlicher Abend bei Bastian und Madeleine zu Hause, für das Unterhaltungsprogramm waren dabei aber eher die beiden Katzenkinder zuständig, die seit kurzem bei den beiden wohnen.
Am Samstag bekam der Audi dann noch seine restliche Versiegelung, Permafilm und auch davon jede Menge. Das zähe Zeug ist zum Glück jedoch nicht ganz so flüchtig wie Fluidfilm, entsprechend weniger Sauerei bringt die Anwendung mit sich.

Zurück blieb dann jedenfalls ein grünlich versiegelter Wagen, dem die Mitarbeiter des Autohauses nun noch zu einer deutschen Zulassung verhelfen müssen. Sicher ist auf jeden Fall, dass das Auto in guten Händen ist die sich mit Oldtimern auskennen, ein Blick in den Showroom des Hauses genügte als Bestätigung.
Ford Modell A, Mercedes SL und ein Mustang sind sicher keine schlechte Gesellschaft für den Audi 80. Außerdem stand noch genug anderes "Altmetall" auf dem Gelände herum, auch in dieser Hinsicht war der Besuch dort sehr interessant.

Interessant waren dann auch die Wetterkapriolen, sonnige Abschnitte gemischt mit heftigsten Regengüssen. Nico und Peter von den Slooowriders kamen trotzdem auch noch vorbei und es gab später sehr leckere Spareribs vom Grill, besser kann ein Abend kaum sein!
Trotzdem ging es für mich am Sonntag wieder in die Heimat, mit einem guten Gefühl und einem leeren Anhänger im Gepäck, vor allem aber dankbar für die Gastfreundschaft und gut erholt, trotz einiger Arbeit an diesem wunderschönen Wochenende.









Dienstag, 5. Juni 2018

Internet: einmal Ulaanbaatar und zurück

Es ist schon seltsam wie manche Geschichten entstehen. Ein junger Mann fährt vor einigen Jahren von seinem Heimatort in Österreich aus mit einem alten Puch Maxi nach Frankreich, bleibt kurz vor Nizza mit kapitalem Motorschaden liegen und wird von seinen Eltern dort aufgesammelt. Soweit nicht ungewöhnlich und so manche Tourenfahrerkarriere endete auf diese, oder zumindest sehr ähnlich Weise bevor sie wirklich beginnen konnte.

Nicht so bei Stephan Regensberger aus Innsbruck. Er reparierte seine Maxi grünlich und verstaute sie in einer Kiste, die per Spedition nach Ulaanbaatar gehen sollte. Ein kleines Moped aus Österreich, tief im Herzen der riesigen Mongolei. Stephan folgte seinem Moped einige Zeit später um es, quasi auf den Spuren von Dshingis Khan, zurück nach Westen zu fahren. Seinen Ritt auf dem betagten grazer Stahlross dokumentiert er in seinem Blog unter http://www.maxi-touring.at

Ich wünsche ihm eine gute Reise, viel Spaß und schöne Abenteuer. Außerdem freue ich mich darauf, seine Reise im Internet verfolgen zu können.  

Montag, 4. Juni 2018

schöner Schrauben und besser Anhalten

Heute Abend bin ich eigentlich nur zur Werkstatt rausgefahren um ein paar Kleinigkeiten zu holen, aber nur deshalb den Weg zurücklegen lohnt sich nicht wirklich, also habe ich auch noch ein bisschen gewerkelt.
Was mich schon lange aufregt ist der wilde Haufen aus Schachteln und Verpackungsmaterial. Das sieht nicht nur fürchterlich aus, es ist auch unpraktisch weil man schlecht dran kommt. Allerdings ist mir lange keine wirklich brauchbare Lösung für das Problem eingefallen.
Vor einiger Zeit habe ich aber durch Zufall diese alte Planzenkiste gefunden. Für den Vorbesitzer, einen benachbarten Kleingärtner war das Ding wertlos geworden, denn der Boden war komplett verrottet, aber für mich war es die ideale Ausgangsbasis für eine kleine Bastelei und (besonders wichtig) es hat nichts gekostet.
Da kein großesGewicht rein soll tun es zurechtgesägte Sperrholzreste mit einem Stück Dachlatte als Verstärkung. Keine besonders schöne Konstruktion, aber stabil genug für das Verpackungsmaterial.
Das Rollbrett hatte ich mal gebastelt um Roller leichter rangieren zu können, was sich aber nicht bewährt hat. In Streifen gesägt lieferte es jetzt aber das "Fahrgestell" für meine Rollkiste.
Wie gesagt, einen Schönheitspreis gewinnt das Konstrukt nicht, aber für meinen Zweck ist es gut geeignet.
Jetzt ist das ganze Zeit sauber und ordentlich verstaut und jederzeit gut zugänglich, genau so soll es sein. Wieder ein kleiner Sieg gegen das Chaos!

Wichtiger war dann aber, dass die Frontmaske für den Chinakracher getrocknet war. Das Teil ist damit auch fertig und konnte an den Roller zurückkehren.
Ich habe es ja schon zigmal geschrieben, aber es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie sehr die Optik eines Rollers von der Frontverkleidung abhängig ist. Ohne Frontmaske sehen alle Plastikroller mehr oder weniger gleich aus, ob die Heckverkleidung dran ist oder nicht spielt kaum eine Roller, die "Persönlichkeit" der Fahrzeuge steckt in der Frontmaske. Deren Montage ist bei so einem Projekt darum immer irgendwie ein besonderer Moment und mit einem kleinen Motivationsschub verbunden.
Da es jetzt aber erstmal an ein paar Ersatzteilen fehlt um den Roller zu komplettieren, habe ich noch ein bisschen Demontiert. Angefangen damit die Vorderradbremse trocken zu legen und die Bremspumpe abzuschrauben.
So sieht man richtig schön den seltsamen und sich langsam auflösenden Kleister mit dem Irgendwer einmal das fehlende Schauglas abzudichten versucht hat.
Aus reiner Neugier habe ich dann noch die Bremspumpe zerlegt. Mein Verdacht, dass der Pumpenkolben rostig und verdreckt ist hat sich dabei bestätigt.
Die doch recht müde Bremswirkung der Vorderradbremse dürfte also tatsächlich von einer maladen Bremspumpe herrühren, der Austausch des Teils ist absolut kein Luxus, aber glücklicherweise auch nicht sonderlich teuer.