Samstag, 28. August 2021

Wulfhorst R13: Differentialservice

Beim letzten Schraubereinsatz hatte ich ja zwei neue Löcher im Tank des R13 gefunden. Darum bestand heute die erste Amtshandlung darin, diese mit Epoxy zu verschließen.

Das zieht natürlich wieder eine mehrtägige Trockenzeit nach sich, also ist hier erstmal wieder Baustopp. Ob der Tank nun endlich dicht ist, das erfahre ich erst beim nächsten Mal. Allerdings gibt es natürlich noch genug am Fahrzeug zu tun. So gab es heute noch einen neuen Luftfilter und frisches Öl für den Motor. Zudem stand, wie ja immer bei den Wulfhorsten, ein Differentialservice auf dem Programm.

In diesem Fall ist das Diff zwar neu und praktisch ungefahren, aber trotzdem gehe ich hier lieber auf Nummer Sicher und schaue mal rein.

Es ist natürlich alles in Ordnung gewesen, eine frische Fettpackung gab es trotzdem. Somit ist hier erstmal wieder für einige Zeit Ruhe. Die Achillesferse der Konstruktion bleibt dieses Detail trotzdem.

Zuletzt kam die Hinterachse dann wieder an ihren Platz. Wie üblich war das mit einigem Kampf verbunden, aber auch das kennt man bei Wulfhorst ja zur Genüge. So langsam sieht das Teil wieder wie ein benutzbares Dreirad aus und tatsächlich wäre es im Grunde fahrbereit, aber bis zur ersten Probefahrt wird wohl trotzdem noch etwas Zeit vergehen.





Mittwoch, 25. August 2021

Wulfhorst R13: der Durchbruch

Es sah ja eigentlich ganz gut aus mit dem R13, der Tank schien dicht zu sein. Aber es schien eben nur so. Heute ist mir aufgefallen, dass es noch immer ein bisschen rausfeuchtelt, nicht viel, aber genug, um den Tank vom letzten Mal bis heute halb leer werden zu lassen.

Als Quelle ließ sich eine kleine Stelle mit Lackschaden ausmachen, die normalerweise von der Trittbrettverkleidung abgedeckt ist. Nicht so wild, dachte ich, kratzt du halt mal ein bisschen, dachte ich. So lange, bis es anfing, kräftig zu sprudeln. Zum Glück stand die Auffangwanne noch immer unter dem Moped.

Nachdem der Tank leer war, teilweise in die Auffangwanne, teilweise durch die Saugpumpe in den Kanister, zeigte sich, dass hier ein Loch im Tank mit einer Schraube verschlossen und anschließend zugespachtelt worden war. Da sind so die Momente, in denen man am eigenen Verstand und an der Menschheit zu zweifeln beginnt. 

Auf der gegenüberliegenden Seite scheint es übrigens genau so zu sein.

Nur scheint hier die Schraube nicht mit Spachtel, sondern mit Kaltmetall eingeklebt worden zu sein. Zumindest war es hier noch dicht. Ich habe jetzt trotzdem mal alles so gut es geht freigekratzt. Bis zum nächsten Mal muss das trocknen, dann kommt auch hier Epoxydharz zum Einsatz. So langsam frage ich mich wirklich, welche Drogen der Vorbesitzer eingeworfen haben muss, um das Fahrzeug derart zu verhunzen.

Immerhin: Das mehrtägige Einweichen des Vergasers in Nitroverdünnung und ein anschließendes Ultraschallbad haben den Vergaser zurück ins Reich der Lebenden geholt. Der Motor des R13 läuft jetzt, wenn auch mit dem Benzintropf als Tank. Aber immerhin ist wenigstens dieser Schritt einer in die richtige Richtung.






Samstag, 21. August 2021

Wulfhorst R13: Potential zur Großbaustelle

Die Tankabdichtung beim R13 ist, wie ich schon befürchtet hatte, nicht ganz so einfach wie gedacht.

Nachdem das erste Leck gestopft war, taten sich noch zwei weitere, kleinere auf. Diese waren vorher einfach nur nicht aufgefallen. Also habe ich auch hier die Epoxy-Behandung angewandt. Für sich genommen ist das nicht so wild, aber es verzögert halt auch alle anderen Arbeiten.

Was natürlich nicht heißen soll, dass es nebenher nichts zu tun gäbe. So hatte das Fahrzeug eine Reihe von Roststellen, an denen der Lack hochgekommen war. Diese habe ich dann noch freigelegt und mit Fertan behandelt, somit sollte hier auch Ruhe sein.

Außerdem bekamen noch die ganzen unlackierten Plastikteile, die alle ziemlich verblichen waren, eine Ladung mattschwarze Farbe ab. So sieht das nicht mehr so verwanzt aus.

Danach hieß es dann erst mal wieder ein paar Tage warten, aber heute war wieder "Werkstatttag".

Erste Amtshandlung war natürlich den Tank nochmal mit Benzin zu füllen. Und siehe da: Er ist dicht! Zumindest im Moment, ob das dauerhaft hält wird nun die Zeit zeigen. Ich habe die abgedichteten Stellen jedenfalls nochmal zur Sicherheit mit Epoxy überpinselt und hoffe nun, das hier dauerhaft Ruhe einkehrt. 

Derweil hatte das Fertan den Rost erfolgreich umgewandelt und somit war der nächste logische Schritt etwas Grundierung aufzubringen.

Ein perfektes Finish gibt das freilich nicht, aber das ist auch gar nicht nötig. Die meisten Roststellen liegen in später nicht sichtbaren Bereichen, also hat die ganze Aktion hauptsächlich konservatorischen Charakter. Die Karre soll schlicht nicht wegrosten, nicht mehr und nicht weniger.

Noch ist der R13 aber sowieso nur eine Standuhr. Der Motor mag ja nicht mehr anspringen, was nach der langen Standzeit unter nicht optimalen Bedingungen auch nicht weiter verwunderlich ist. Während die Grundierung trocknete habe ich also erstmal den Vergaser ausgebaut und zerlegt. Wie zu erwarten war da ordentlich Kruste drin. Ein Fall für das Ultraschallbad.

In der Zwischenzeit kam dann etwas blaue Farbe über die Grundierung, so hat die Sache wieder ein einheitliches Bild. 

Mit den frisch geschwärzten Plastikteilen sieht das Heck wieder recht gut aus, das kann so bleiben. Was nicht bleiben konnte, waren die völlig maroden Batteriekabel. Hier habe ich dann noch für Ersatz gesorgt bevor es einen ersten Startversuch mit dem gereinigten Vergaser gab. Dieser war aber leider erfolglos. Scheinbar sind die Kanäle im Vergaser derartig zugesetzt, dass auch eine Stunde im Reinigungsbad das nicht ändern konnte. Deshalb schwimmt der Vergaser jetzt nochmal ein paar Tage in der Nitroverdünnung und dann sehen wir weiter, es wäre schon schön, wenn es beim nächstem Mal klappen würde.



Samstag, 14. August 2021

Wulfhorst R13: Ursachenforschung

 Nachdem der Znen, zumindest vorläufig, von der Hebebühne runter war, hatte ich noch etwas Zeit. Zeit genug, um die nächste Großbaustelle aus dem Keller zu zerren. Thums Wulfhorst R13, also das Dreirad auf Sachs Saxy-Basis, steht ja nun schon seit gut einem halben Jahr bei mir. Zeit dem Viech auf den Zahn zu fühlen.

Seit Thum das kuriose Teil hat, ist es noch nie wirklich gefahren. Nach anfänglichen Problemen mit der Hinterachse liegt das vor allem daran, dass der eigentliche Tank undicht ist. Der Vorbesitzer hat darum einen Chinarollertank in einem selbstgebauten Riesentopcase untergebracht. Eine ebenso interessante wie gefährliche Lösung die natürlich weg muss.

Wir hatten kurz nach dem Kauf einmal versucht den Tank zu füllen, aber festgestellt, dass der Sprit im Heckbereich aus dem Fahrzeug ausläuft. Die genaue Stelle des Lecks war damals nicht aufzufinden. In der Werkstatt sollte das möglich sein, auch weil es hier machbar ist, das Fahrzeug weitgehend zu zerlegen um sinnvollen Zugang zum fraglichen Bereich zu erlangen.

Unter Verdacht hatte ich vor allem eine Schweißnaht an der Sitzbankaufnahme. In diesem Bereich hatte sich der Lack schon seltsam verfärbt und abgepellt. Bei einer vorsichtigen Probefüllung des Tanks zeigte sich dann auch, dass es tatsächlich hier heraus rinnt.

Nach einer gründlichen Reinigung des Bereichs zeigte sich dann tatsächlich ein kleiner Riss im Metall, direkt neben der Schweißnaht. Strukturell sollte das unkritisch sein, aber es verhindert eben, dass das Fahrzeug sinnvoll genutzt werden kann.

Für das Problem gibt es mehrere mögliche Lösungen. Die einfachste ist es den Riss mit Epoxydharz zu verschließen, was ich darum als erstes versucht habe. Wenn das Harz vollständig ausgehärtet ist wird es eine weitere Probefüllung geben. Wenn es dann dicht ist, dann muss das Ganze ein paar Tage stehen und zeigen, dass das auch so bleibt. 

Darum ist hier an dieser Stelle erstmal Baustopp. In ein paar Tagen geht es weiter.



Chopperding: so gefällt es mir eigentlich ganz gut

Vor dem Urlaub hatte ich ja mit dem Lenkerumbau am Znen angefangen. Über die freien Tage hatte die Sache nochmal etwas Zeit um sich zu setzen, aber ja: Ich finde die Lösung recht schick.

Aber bisher war das nur alles grob zusammengesteckt, ein funktionierender Roller war das nicht. Diese Feinheiten habe ich heute als erstes angegriffen.

Beim Piaggio-Gasgriff ist ein Bremshebelhalter integriert. Das kann ich hier nicht gebrauchen, denn so lässt sich die Bremspumpe nicht mehr montieren. 

Einsatz für den Winkelschleifer. Manchmal geht es halt nicht anders. 

Das hier Teile zusammengebaut werden die eigentlich nicht zusammengehören zeigt sich dann aber nochmal bei der endgültigen Montage der Bremspumpe. Den Gasgriff musste ich auf dem Kopf stehend einbauen, denn sonst ist kein Platz für den Gaszug.Keine hundertprozentige Lösung, aber ich kann zumindest vorerst damit leben. Eventuell fällt mir noch was besseres ein.

Danach ging es dann mit dem Scheinwerfer weiter. Das Originalteil gefiel mir aus verschiedenen Gründen nicht. Zum einen mal erschien es seltsam verloren, einfach zu klein, am doch recht wuchtigen Roller. Dazu war die Lichtausbeute bescheiden und die Streuscheibe gelb angelaufen. Aber ich habe ja bekanntlich immer diverse Dinge herumliegen.

Treue Blogleser erkennen den Traktorscheinwerfer vermutlich, es ist das Teil, das mal eine Zeit lang am Zip montiert war. Ein guter, hochwertiger Scheinwerfer der ordentlich Licht macht. Genau das was ich hier eigentlich haben will, vor allem aber in einer deutlich passenderen Größe.

Mit etwas Geduld und Improvisation ließ sich der Halter des Chinateils an den neuen Scheinwerfer umbauen. Es mag nicht so aussehen, aber die Befestigung ist so sehr stabil. 

Ebenfalls vom Chinascheinwerfer stammt der Kabelbaum, so lässt sich das Teil wunderbar in die vorhandene Elektrik einflechten.

Ungelöst war bis zu diesem Zeitpunkt aber noch das Problem der Blinker. Die originalen Blinker waren mit dem Lenker verschraubt, eine Lösung die mir optisch nicht gefallen hat und zudem mit dem neuen Lenker auch nicht ohne weiteres machbar war. Wie das zu lösen sei war mir bis heute unklar, aber wie so oft hat ein wenig im Teilefundus stöbern dann einen Weg aufgezeigt.

Für diesen Weg brauchte die Frontmaske zwei zusätzliche Löcher, denn die neuen Blinker wollten integriert sein. 

Die "neuen" Blinker sind die Lenkerblinker von einem TPH bzw. NRG der ersten Serie. Von der Form her passen sie recht gut zum Znen und zudem eignen sie sich gut zum flachen Einbau in die Frontverkleidung. Mit der Optik der Rollerfront bin ich jetzt soweit recht zufrieden, nur für den Spiegel habe ich bisher keine brauchbare Lösung gefunden. Hier muss ich wohl doch noch ein Teil kaufen, im Fundus ist einfach nichts brauchbares. Die bisherige Lösung war leider viel zu instabil.

Richtig gut gefällt mir der Znen jetzt aber vor allem in der Seitenansicht. Zudem ist der neue Lenker sehr viel bequemer als das Originalteil, das für mich einfach viel zu stark gekröpft war. Demnächst muss ich mich dann halt noch um die Spiegelfrage und den Sitz kümmern. Aber fürs Erste bin ich sehr zufrieden mit dem Umbau.


Donnerstag, 12. August 2021

Luigi: Test bestanden

Fast eine Woche war ich nun mit der TM auf Tour. Von Regensburg nach Freiberg und weiter nach Frankfurt an der Oder und sogar für einen kurzen Abstecher nach Polen.

Gut 1.300km in einer Woche, auf teilweise gruseligen Straßen, aber ohne ernsthafte Probleme. Die TM ist als Reisefahrzeug wirklich top und der neue Camperausbau hat sich gut bewährt. Was will man mehr?

Zur Tour wird es demnächst ein paar Videos im Youtube-Kanal geben. Das ist vermutlich besser als einer der althergebrachten Reisebeiträge hier im Blog. Hier geht es dann demnächst mit den anstehenden Schraubereien weiter, frische Energie dafür habe ich ja nun tanken können.

Luigi hat heute noch seine wohl verdiente Wäsche bekommen. In ein paar Tagen muss er wieder normale Alltagsdienste leisten. Aber auch das sollte keine Probleme bereiten, da bin ich mir ziemlich sicher.



Mittwoch, 4. August 2021

Chopperding: Verschlankungskur

Langsam kehr, auch in der Urlaubszeit, wieder Normalität in der Werkstatt ein. Das heißt es geht auch mit den Dingen weiter die nur eine sehr geringe Priorität haben.

Dazu gehört auch den Znen wieder benutzbar zu machen. Nachdem der Gasgriff endgültig den Geist aufgegeben hatte, stand der Roller nur rum. Denn es fehlte an Zeit und Platz sich darum zu kümmern. Ich möchte die Gelegenheit nämlich nutzen um ein paar Änderungen einfließen zu lassen.

Der originale Lenker ist mir zu stark gekröpft und insgesamt zu schwülstig. Ein schlankerer, etwas höherer klassischer Apehanger gefällt mir deutlich besser. Außerdem eröffnet ein 22mm-Lenker ganz andere Möglichkeiten was die Anbauteile angeht.

Tatsächlich ist dieser Roller ja recht schrauberfreundlich und entsprechend schnell war alles abgebaut.

Schon rein optisch ist der Apehanger auf jeden Fall ein Gewinn. Zudem liegt er für mich deutlich besser in der Hand, die Position ist einfach besser. 

Links sind jetzt erstmal, als Provisorium, die originalen Armaturen montiert. Rechts tut ein alter Piaggio-Gasgriff Dienst, der sich wunderbar mit dem modifizierten Originalzug verbinden ließ. Die Bremshebelaufnahme muss noch weichen, außerdem muss natürlich ein anderer Griffgummi dran. Aber vom Prinzip her passt es schon mal.