Mittwoch, 21. Oktober 2020

Jawa: große Fortschritte und Zip: Bestandsaufnahme

 Nachdem es jetzt zwei Jahre Stillstand gab, geht es mit der Jawa zur Zeit ziemlich flott weiter.


Angefangen habe ich heute damit, den Vergaser des gelben Schlachtmopeds zu überholen und anzubauen, außerdem gab es einen neuen Dekompressorzug. 


Dazu hat auch der Tank wieder ans Fahrzeug zurück gefunden. Ein gutes Gefühl, wenn es nicht mehr ganz wie ein missratenes Fahrrad aussieht. Allerdings funktionierte die Beleuchtung ja noch immer nicht.


Nun ist die Elektrik eines solchen Mopeds ja sehr überschaubar. Allerdings bleibt dennoch ein Rätsel dabei: Laut sämtlichen Unterlagen die es gibt und laut Aufschrift auf Scheinwerfer und Rücklicht sollte die Babetta eigentlich eine 6V Elektrik haben. Tatsächlich liefert die Lichtspule aber 12V und entsprechende Leuchtmittel sind eingebaut. 

Wenn ein Leser hierzu irgendwelche Informationen hat wäre das sehr hilfreich. Immerhin, nachdem ich den Kabelbaum sortiert hatte, funktioniert die Beleuchtung wieder. Das Fahrzeug ist also grundsätzlich technisch fertig und kann gefahren werden.

Eine kurze Probefahrt zeigte dann auch, dass das Moped grundsätzlich gut läuft. Ein paar Detailarbeiten sind noch notwendig, aber aufs Frühjahr verschiebbar, denn dann soll die Babetta wieder auf die Straße zurück.

Außerdem habe ich heute beim Zip die fällige Jahresinspektion gemacht. Der Roller hat ja den Sommer über sehr gute Dienste geleistet und mich treu begleitet. Allerdings spinnt der Anlasser wieder, weshalb es jetzt pauschal einen neuen gibt. Außerdem ist das hintere Federbein fällig. Alles Dinge, die bei einem so alten Roller durchaus sein dürfen.

Unerwartet war dafür, dass der antriebsseitige Wellendichtring kurz vor dem Ableben steht. Aber das beweist wieder einmal den Wert gründlicher Inspektionen. 

Damit war für heute dann aber Feierabend. Nächstes Wochenende werde ich auch nicht zum Schrauben kommen, es geht also erst in einer Woche weiter mit der Zip-Baustelle. Eigentlich nicht schlecht, denn die Ersatzteile muss ich ja auch erstmal bestellen.



Dienstag, 20. Oktober 2020

Sommer, Sonne, Winterroller

Eigentlich steht dem TPH der mattgraue Anstrich mit Fußbodenfarbe ganz gut. Doch irgendwie ist das langweilig und seien wir ehrlich: TPH im Militärlook gibt es viel zu viele. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass Rollerfahren Sonnenschein ins Leben bringt.


Darum habe ich heute die Gelegenheit und das gute Wetter genutzt, um eine liebe Freundin und Künstlerin in das Projekt einzuspannen. Denn der TPH sollte doch deutlich fröhlicher werden als er es im grauen Einheitskleid war.



Mir persönlich geht ja nun jedes künstlerische Talent ab. Ich mag ein brauchbarer Mechaniker und halbwegs akzeptabler Konstrukteur sein, aber was Alexandra mit Farbe und Pinsel zustande bringt, das lässt mich nur vor Neid erblassen und staunend dabei stehen.


Auf jeden Fall begleitet mich jetzt, auch auf dem Winterroller, immer ein großes Stück farbenfroher Sommer. 


Danke Alex, ganz tolle Arbeit und für mich ein riesen Geschenk.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Jawa: erfolgreiche Transplantation

Eigentlich ist es jammerschade, dass die gelbe Babetta gerupft wird. Aber manchmal geht es eben nur so, also habe ich gestern den Motor ausgebaut.

Hierbei hat sich wieder gezeigt, dass das Fahrzeug eigentlich in ziemlich gutem Zustand ist. Alle elektrischen Verbindungen ließen sich problemlos trennen und sämtliche Schrauben waren gängig. Lediglich die beiden Bowdenzüge für Gas und Dekompressor waren so verbacken, dass ich sie abschneiden musste.

Abgesehen von einer dicken Dreckschicht hinderte also nichts den Einbau des Motors in sein neues Chassis. 

Deshalb ging es zunächst an die Tankstelle, eine gründliche Motorwäsche vornehmen und gleichzeitig den Zip sauber machen. Denn dieser ging gestern in den Winterschlaf.

Die rote Babetta hat ja schon den ersten Werkstattumzug mitgemacht. Tatsächlich ist in der Kellerwerkstatt nie daran gearbeitet worden, hier war sie immer nur in der Ecke gestanden. Entsprechend eingestaubt war das Fahrzeug. Außerdem hatte sich eine Maus in der Ersatzteilkiste breit gemacht und dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einen halb skelettierten Kadaver brauche ich nicht unbedingt, aber so ist das eben wenn man auf einem Bauernhof arbeitet.

Der Einbau des Motors verlief sehr unspektakulär. Der Wiedereinbau des Tretwerks und der Wechsel der Ketten und des Zahnkranzes am Hinterrad haben im Grunde länger gedauert. Tatsächlich sprang der Motor dann auch sofort an. Allerdings nimmt er kein Gas an und der Vergaser verliert Benzin. Das mag auch daran liegen, dass der jetzt montierte Vergaser nicht der ist der mit dem Motor kam. Diesen muss ich erst neu abdichten und nochmal gründlich reinigen, dann kann die Gasfabrik wieder an ihren Platz. Normalerweise sollte das Fahrzeug dann laufen und eine Probefahrt möglich sein.







Donnerstag, 15. Oktober 2020

Jawa: es geht weiter!

Über zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich zum letzten Mal an der Jawa Babetta gearbeitet habe. Der Grund dafür war kein Mangel an Interesse, sondern schlicht ein Fehlen von Ersatzteilen. Der Originalmotor ist aufgrund der Ersatzteilsituation nicht sinnvoll überholbar und der aktuell eingebaute Motor läuft, ist aber völlig vermurkst. 

 Zum Glück ist jetzt aber ein interessanter Teileträger aufgetaucht. Eine gelbe 207 als 25km/h-Ausführung ohne Papiere, aber in recht gutem, weitgehend unverbasteltem Originalzustand. Eigentlich wäre dieses Fahrzeug der lohnendere Kandidat für einen Neuaufbau als die rote, aber diese ist eben ein Moped und damit sehr selten. Also muss die gelbe Babetta jetzt doch "sterben".


Gestern Abend habe ich das Fahrzeug vom Verkäufer abgeholt und ich bin mit dem Kauf noch immer sehr glücklich. Das Fahrzeug ist zwar ziemlich verwanzt, aber eben komplett, original und nicht zerschraubt. 

Aufgrund der späten Stunde habe ich gestern nicht mehr großartig dran gearbeitet, sondern nur den Tank abgebaut und den Motor per Benzintropf mit Kraftstoff versorgt. So war eine kleine Probefahrt möglich, die gezeigt hat, dass das Fahrzeug sehr schön läuft. Der Motor, um den es hauptsächlich ging, ist also in gutem Zustand. Außerdem sind seltene Anbauteile erhalten, wie der originale Spritzlappen für hinten und die alte Mittelverkleidung aus Blech. Zudem habe ich jetzt auch einen guten originalen Sattel als Ersatz für das völlig zusammengesessene Teil der roten.

Demnächst werde ich den Motor umbauen, das gelbe Chassis aber soweit zusammen lassen. Denn ganz wohl ist mir beim Gedanken das Fahrzeug zu zerlegen nicht. Irgend eine Verwendung wird es dafür sicher noch geben. Auf jeden Fall geht es mit dem Jawa-Projekt endlich weiter, was mich doch sehr freut.




Samstag, 10. Oktober 2020

Ape: endlich wieder komplett

 Die großen Renovierungsarbeiten an der Ape sind ja schon länger abgeschlossen, seit ein paar Tagen ist auch die Bremse wieder fit und das Fahrzeug zurück im Alltagsbetrieb. Ganz komplett war sie aber noch nicht, denn der Dachträger mit Box fehlten noch.


Hier war noch etwas Arbeit nötig, vor allem am kleinen Dachträger für die Kabine. Denn hier war das Holz völlig morsch. Außerdem war dieser Träger ja noch ein Relikt aus der Zeit vor der Dachbox.


Der "Gartenzaun" war eigentlich nicht sinnvoll, denn als Dachträger war er nicht benutzbar. Ein einfacher Bügel zum Abstützen der Dachbox genügt hier eigentlich vollkommen. Darum habe ich das Teil jetzt auf einen solchen reduziert.


Für einen einheitlichen Look gab es noch etwas schwarze Farbe und damit war das Teil für das Führerhaus fertig, eine deutlich einfachere und leichtere Lösung als zuvor.


Der große Dachträger war vom Zustand her deutlich besser. Die Hölzer waren völlig in Ordnung, nur die Farbe hatte angefangen abzublättern und der Träger war an vielen Stellen angerostet. 

Aber bekanntlich gibt es ja nicht viel, das mattschwarze Farbe nicht heilen würde.


Beide Träger und die Dachbox wieder auf die Ape zu wuchten war dann auch der schwierigste Teil der Aktion. Die Box ist nicht sonderlich schwer, aber unhandlich. Außerdem muss sie ja aus Gründen der Nutzbarkeit leicht schräg und an der richtigen Stelle auf den Dachträger. Eine ziemliche Fummelei, aber machbar.

Luigi gefällt mir so doch deutlich besser. Die Dachbox, die ja ein Kind der Notwendigkeit war, ist ja doch zu einem Markenzeichen dieser Ape geworden. Ohne Dachbox ist es irgendwie nicht echt.


Generell ist heute ein Wendepunkt erreicht. Denn die aktuellen Baustellen sind eigentlich alle abgeschlossen. Jetzt ist es an der Zeit, sich den Winterarbeiten zuzuwenden. Zwei Großbaustellen stehen über die kalte Jahrezeit an. Zum Einen soll die Pornoyacht wieder zum Fahren gebracht werden und der Ovetto soll vernünftig laufen. Dafür brauche ich wahrscheinlich einige Teile aus dem Schlacht-Neos, der darum heute unters Messer kam.


Dass die Karre eine totale  Bastelbude war wusste ich ja, aber das Ausmaß war dann doch erschreckend. Sehr viele Teile davon sind nicht brauchbar, vermutlich auch der Motor nicht. Dieser ist schlicht final verschlissen.

Immerhin scheint die Hauptständeraufnahme brauchbar zu sein. Der Bolzen sitzt aber, wie üblich, unlösbar fest. Hier wird wohl der Maschinist mit der Hydraulikpresse aushelfen müssen. Vorläufig ist das aber Zukunftsmusik, denn erstmal will ich die Vespa angreifen. Diese ist mir ehrlich gesagt wichtiger und der Neos ist ja so oder so aus dem Weg. Demnächst fangen also wieder Sachen an, die wirklich Spaß machen.






Dienstag, 6. Oktober 2020

neues Spielzeug

Wer behauptet, dass ein Ort wie meine Werkstatt jemals fertig würde, der hat schlicht keine Ahnung. Denn ein solcher Arbeitsraum ist ja selbst ein Werkzeug und darum beständiger Veränderung unterworfen.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen in der neuen Werkstatt war es gestern mal wieder an der Zeit etwas zu ändern. Der Hängeschrank hat sich bewährt, aber es gibt ein indirektes Problem damit.

Den Schleifbock direkt an die Bretterwand zu schrauben war nicht die beste Idee. Denn durch die Vibrationen der Maschine rappelt es jedes mal Sachen aus dem Schrank. Das konnte so nicht bleiben. Außerdem habe ich mir vor ein paar Tagen einen Wunsch erfüllt und ein besonderes Werkzeug gekauft, das einen festen Platz in der Werkstatt erhalten sollte.

Es war also an der Zeit, mal wieder etwas Konstruktionsarbeit zu leisten. Die beiden Tragbalken mit einem Rahmenholz zu verbinden war die einfachste Möglichkeit um eine solide Basis für den
Schleifbox zu erhalten.

Zudem ist das Holz ein guter Anschlagpunkt für eine kleine Arbeitsplatte, die sich zusätzlich noch mit Beinen am Boden abstützt. 

Den Schleifbock habe ich mit der Arbeitsplatte verschraubt, rechts davon ist genug Platz für den neuen Ultraschallreiniger und der Feuerlöscher ist auch wieder an einem gut zugänglichen, griffbereiten Platz.

Den Reiniger habe ich natürlich direkt getestet. Ein gebrauchtes, völlig versifftes Lüfterrad aus einem Peugeot SV50 war das erste "Opfer".

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut das funktioniert. Porentief rein und quasi im Neuzustand kam das Teil aus dem Bad.


Der erste Praxistest galt dann dem Zylinderkopf und Kolben eines gebrauchten Kolbensatzes, den ich am Wochenende aus Freiberg mitgebracht habe. Diese Teile sollen "Berta" nach dem Kolbenfresser wieder zu neuem Leben verhelfen.

Beim Kolben waren die Ringnuten ziemlich zugesetzt, ein schwierig zu reinigender Teil. Im heißen Ultraschallbad haben sich die Verkohlungen aber soweit gelöst, das ich sie einfach mit Bremsenreiniger abspülen konnte. Die neue Maschine hat ihre Bewährungsprobe also bestanden und wird in Zukunft sicher gute Dienste leisten.







Montag, 5. Oktober 2020

ereignisreiche Tage

Die letzten paar Tage waren ziemlich voll. Tage, an denen es nicht die nötige Ruhe zum Bloggen gab. Darum diesmal etwas, das hier im Blog selten ist: Eine Zusammenfassung.

Der Centro erhielt seinen Motor zurück und tatsächlich war die Reparatur erfolgreich, der kleine Bologneser erwachte rauchend zu neuem Leben.

Die Rauchentwicklung war nicht nur dem Montageöl geschuldet, sondern auch dem völlig übermischten Sprit im Tank. Da hatte ich mich etwas beim Öl vergriffen, weshalb es zunächst mit dem Bajaj zur Tankstelle ging.

Der kleine Inder sollte sowieso ins Winterquartier und darum auch gewaschen werden. Auf seiner letzten Fahrt für dieses Jahr brachte er dann eben noch etwas frisches Sprit für den Centro mit.

Mit korrekt eingestellter Mischung läuft dieser dann auch wieder richtig gut. Seine letzte Runde für dieses Jahr entsprach der des Bajaj: An die Tankstelle, waschen und dann nach einer ordentlichen Warmfahrrunde ab ins Winterquartier.

Auch den BW's habe ich dann noch schlafen gelegt. Die Saison ist einfach vorbei. Oldtimertreffen hat es in diesem Jahr sowieso nicht wirklich gegeben, weshalb Puch und Bravo ja erst garnicht aufgeweckt wurden. Hoffentlich wird das nächstes Jahr besser.

Übers Wochenende ging es dann zum Thum nach Sachsen, hauptsächlich um seine Ape in Ordnung zu bringen. Denn "Scotti" hatte ja beim Slooowriders-Treffen seinen Luftfilter verloren.

Die vor Ort gefundene Notlösung aus einer Konsernvendose hatte erstaunlich gut funktioniert, allerdings den Auspuff nicht daran gehindert, sein Endrohr abzuwerfen.

Nach Hause gebracht hat die Ape ihren Fahrer trotzdem, wenn auch auf ziemlich ohrenbetäubende Art.

Mit neuem Luftfilter und Auspuff ist das jetzt Geschichte und der kleine Kerl läuft wieder ziemlich gut, was direkt nach der Reparatur mit einer Ausfahrt ins Muldetal gefeiert wurde.








Mittwoch, 30. September 2020

Glubschi: es wird wieder

 Es ist nun doch schon einige Zeit her, dass mir der Centro verreckt ist. Nach dem heutigen Desaster mit dem R7 wollte ich dann aber doch noch ein bisschen was Positives erreichen. Außerdem liegen die Ersatzteile nun auch schon einige Zeit bereit.

Zunächst habe ich den Roller darum soweit vorbereitet, das der Motor ausgebaut werden kann. 


Bestimmte Dinge sind einfach deutlich einfacher zu erledigen, wenn der Motor auf der Werkbank steht. Denn es soll nicht bei der reinen Montage eines neuen Zylinderkits bleiben, vielmehr möchte ich den Motor des Centro gründlich durchsehen und einige kleinere Macken beseitigen.

Zu Anfangs stand aber, es dürfte niemanden wundern, die Deaktivierung des Ölpumpe auf dem Programm. Beim Minarellimotor funktioniert das meiner Meinung nach am Besten, wenn man das Antriebsrad der Pumpe selbst entfernt. Die Pumpe dient dann als "Stopfen" in der Einbaubohrung und verhindert, dass hier Schmutz und Wasser eindringen können.


Anschließend habe ich den Hauptständer abmontiert, was beim Minarellimotor bekanntlich so eine Sache ist. Diesmal ließ er sich jedoch problemlos demontieren. Das der Centro nie im Winter gefahren wurde hat sich auch hier als positiv erwiesen.

Vor Verschleiß hat es ihn jedoch nicht geschützt. Die Augen des Ständers waren eiförmig ausgewaschen, weshalb das Teil schief saß und wackelte. Unschön und lästig, vor allem, weil einer der Ausleger am Variodeckel klapperte.


Normalerweise würde ich hier nicht rumtun, sondern den Ständer ersetzen. Doch dieser ist eine der Spezialitäten beim Centro und nicht mehr bzw. nur sehr schwer zu bekommen. Darum haben erstmal zwei aufgeschweißte Beilagscheiben das Problem gelöst.


Tatsächlich sitzt der Ständer so wieder gerade und fest. Eine der angesprochenen Macken ist damit beseitigt und es kann in den nächsten Tagen weiter gehen, denn für heute war keine Zeit mehr.