Samstag, 26. September 2020

Wulfhorst R7 und Golf: Wenn mal alles nach Plan läuft.

Seit dem Slooowriderstreffen war ich nicht mehr in der Werkstatt, die vergangene Woche war einfach zu voll mit anderen Dingen. Einerseits fehlt mir der Werkstatttag unter der Woche irgendwie, aber andererseits hatte die lange Pause auch Vorteile. So war es zum Beispiel möglich, in Ruhe die nötigen Teile für den Golf zu besorgen. Aber dazu später mehr.


Erstes Ziel für heute war den R7 fahrbereit zu machen und zu testen. Darum ging es hier direkt weiter. Es fehlten letztlich nur die Kette und die Hinterradbremse um eine kurze Probefahrt zu ermöglichen.

Bei Dreckwetter und ohne Verkleidung blieb es aber zunächst mal dabei die Fahrbereitschaft festzustellen.


Aufgefallen ist dabei vor allem, dass das Fahrzeug recht träge ist und stark raucht. Im Moment habe ich das aber noch auf den uralten und wahrscheinlich übermischten Resttreibstoff im Tank geschoben. Wichtig war erstmal, dass das Ding überhaupt fährt.

Zurück in der Werkstatt ging es dann an einige Detailarbeiten. Thum wollte zum Beispiel die an den Gepäckträger versetzten Blinker haben. Außerdem habe ich die Verkleidung wieder montiert.

Der letzte Service ist bei "Berta" schon länger her, weshalb auch frische Bremsflüssigkeit fällig war.

 


Mit aufgesetzter Heckschürze war dann auch eine längere Probefahrt möglich. Zur Sicherheit gab es auch noch frischen Sprit.

Der neue Treibstoff hat jedoch am Fahrverhalten nichts geändert. Der Roller hat wenig Leistung und räuchert auch bei warmem Motor. Vermutlich ist der Testvergaser nicht richtig abgestimmt, denn es sieht nach extrem überfettetem Motorlauf aus. Beim nächsten Mal wandert also doch wieder das Originalteil in den Roller, dafür war heute aber keine Zeit mehr.

Es war nämlich noch eine andere Sache auf dem Zettel: Seit der Rückfahrt vom Treffen verlor der Golf Kühlwasser. Nicht viel, aber doch genug um Probleme zu verursachen, wenn ich es nicht rechtzeitig gesehen hätte.

Undicht war die Dichtung zwischen dem Wasserflansch am Zylinderkopf und dem Kopf selbst. Nur ein O-Ring, aber eben ein wichtiges Kleinteil.

Nach all den Jahren ist es wohl verzeihlich, wenn dieses Teil den Geist aufgibt.

Die Gegendichtfläche am Zylinderkopf zeigte auch deutliche Spuren von Wasseraustritt. Tatsächlich fehlte ja schon seit gut zwei Jahren immer mal wieder ein kleines Bisschen Kühlwasser. Bisher hatte ich das Leck nie gefunden, aber vermutlich war dies die Ursache.

Zur Reinigung ist die Stelle zum Glück gut zugänglich.

Wasserflansch und Temperaturfühler gab es zur Sicherheit ebenso neu wie alle Dichtungen.

Den nahezu völlig undurchsichtig gewordenen Ausgleichsbehälter hatte ich auch neu besorgt. Das Teil wollte ich eh schon länger mal erneuern. 

Zum Schluss noch frisches Kühlmittel rein und auf Probefahrt. Tatsächlich scheint das System wieder dicht zu sein. Ein weiteres Problem weniger und das Wochenende kann beginnen.




Montag, 21. September 2020

Slooowriders-Treffen 2020 | Corona-Edition |Alles anders und doch genau wie immer

Das jährliche Treffen der Slooowriders ist seit langem ein für mich extrem wichtiger Fixtermin im Kalender. Normalerweise findet es ja um Christi Himmelfahrt statt, was in diesem Jahr aber aus den bekannten Gründen nicht sein konnte.

Nun bin ich zum Glück nicht der Einzige, der der Meinung ist, dass ausfallen lassen keine Option ist. Deshalb fand nun am vergangenen Wochenende (17.-20.09.) ein Ersatztreffen statt. Austragungsort war dieses Jahr der Campingplatz Schönsee in Thüringen. 

Was allerdings fehlte war ein Feiertag, weshalb ich leider erst am Freitag anreisen konnte. Justus erging es ebenso, weshalb wir die Strecke zusammen fahren wollten. Eigentlich war geplant, dass ich mit der Ape fahren würde, aber diese hat ja leider kurz vorher mit Bremsversagen den Dienst quittiert. Nun ist der Golf aber als Reisefahrzeug auch nicht so schlecht und mit dem Sunny als Beiboot auch einigermaßen stilsicher.


Mit dem doch recht schweren und voll bepackten Auto mit der Schwalbe mitzuhalten ist nichtmal ganz so langweilig wie man meinen möchte. Der sozialistische Blechvogel fliegt tief und schnell über die Landstraße, was die Leistung des alten Osnabrückers durchaus fordert.

Trotzdem bleibt auf solchen Fahrten immer genug Zeit für die Schönheiten am Wegesrand, wie etwa die Burg Pottenstein in der Fränkischen Schweiz.

Bei einer Reise in den Osten der Republik stößt man zudem auch zwangsläufig auf die Relikte der jüngeren Deutsch-Deutschen-Geschichte, wie eben die Überreste der alten Grenzbefestigungen. Der Golf hat die DDR nicht mehr erlebt, aber die Schwalbe ist ebenfalls ein Zeuge jener Epoche. 

Der Schönsee, von dem der Campingplatz seinen Namen hat, gehört zur Gemeinde Urnshausen. Am Nordrand der Rhön gelegen auch Landschaftlich ein absolutes Highlight.

Nun wäre natürlich kein Slooowriders-Treffen komplett, wenn nicht ein Fahrzeug in irgend einer Form die Hufe reißen würde.  Bei aller Gemütlichkeit haben diese Treffen darum auch immer einen gewissen Arbeitsaspekt.


 

Diesmal war es Thums Ape, die auf der Anreise nicht nur den Starterknopf sondern auch ihren Luftfilter ausgekotzt hatte.

Nun ist das aber nichts, das sich nicht mit einer leeren Dose Gulaschsuppe, einem Spüllappen und etwas Panzertape reparieren lassen würde. Für den defekten Schalter fand sich zudem Ersatz in der Haustechnikabteilung.

So gerüstet war die Ape dann auch fit für die gemeinsame Ausfahrt zum Rennsteig. Unter anderem ging es in der Gruppe, eher gemächlich, über die Strecke des Glasbachrennens. Ein Abschnitt, den ich dem Sunny eigentlich nicht zugetraut hätte, den der kleine Inder aber doch recht souverän überwand.

Die Burg Frankenstein bei bei Bad Salzungen, die auf dem Rückweg im Vorbeifahren erobert wurde, ist leider nicht echt. Sie wurde als Kunstruine im 19. Jahrhundert errichtet, ist aber trotzdem eine interessante Sehenswürdigkeit.



Eine Kategorie, in die sicher auch einige der Fahrzeuge der Treffenteilnehmer fallen.

Während die Reisemobile bewundert wurden, ging Wolfgang im Wald auf Kürbisjagd.

Nachdem der letzte, in  Thüringen frei lebende, Wildkürbis erlegt und zu Suppe verarbeitet war, wurde es noch ein langer, gemütlicher Abend. Leider der letzte bei diesem Treffen, denn der Sonntag war natürlich der allgemeine Abreisetag.

Für mich bedeutete das wieder gute zehn genussvolle Stunden, mit dem Golf hinter der Simson herfahren. Auf einer leicht geänderten, deutlich geraderen, Route als bei der Anreise keine ganz so sportliche Sache.

Am Ende bleiben vor allem die Erinnerung an ein richtig schönes Treffen und die Hoffnung, dass es 2021 unter besseren Vorzeichen wieder möglich sein wird, die ganzen lieben Verrückten zu treffen und ein paar schöne Tage zusammen zu verbringen.





Mittwoch, 16. September 2020

Variantenspielerei

 Ich glaube, dass ich es schon wiederholt geschrieben habe, aber es ist eben immer noch wahr: Es sind die kleinen Details, die oft kaum sichtbaren Varianten und Unterschiede, die mich bei Rollern immer wieder faszinieren.

Einem solchen Detail bin ich zur Zeit bei Thums R7 auf der Spur. Wie zuletzt geschrieben lief das Fahrzeug ja nicht gescheit. Wobei ich mir relativ sicher war, dass der Vergaser die Quelle des Problems ist. Nun ist der Vergaser des Peugeot SV50, ein Gurtner PA, ein etwas obskures Bauteil. Klar ist nur, dass es diese Vergaser in einigen verschiedenen Ausführungen gab. Welche bei welchem Fahrzeug zum Einsatz kamen ist dabei nicht klar.

Für heute stand darum erstmal Bestandsaufnahme am Objekt auf dem Programm. Eingebaut war ein Gurtner PA mit Kennzeichen 332.B.KD01, was auch immer das heißen mag.

Auffällig bei diesem Vergaser ist, dass er keine Nebendüse hat.

Der entsprechende Sockel ist im Guss angelegt, aber nicht ausgebohrt und hat auch kein Gewinde. Die eingebaute Hauptdüse 72 entsprach der Angabe der Betriebserlaubnis, es dürfte sich also um den originalen Vergaser handeln. Warum der Motor damit nicht sauber läuft ist unklar, denn augenscheinlich ist der Vergaser in Ordnung. 

Zum Testen habe ich zwischenzeitlich noch einen anderen, ebenfalls aus einem SV stammenden, Vergaser bekommen. Type Gurtner PA mit Kennzeichen 379 YC19. Eine Ausführung mit Nebendüse. Eingebaut sind hier eine Hauptdüse 52 und eine Nebendüse 36.

Mit diesem Vergaser läuft der Motor, zumindest im Standversuch, deutlich besser. Das er kein bzw. nur sehr unwillig Standgas hält mag am alten bzw. übermischten Treibstoff liegen, beim nächsten Werkstatttag kommt darum frischer Sprit in den Tank. 

Diese Dinge mögen den meisten Lesern obskur und Langweilig erscheinen, ich halte sie für das Salz in der Suppe der Rollerei.

 

Donnerstag, 10. September 2020

ein wenig Zuwendung für den Golf

Von allen Fahrzeugen in meiner Flotte taucht der Golf wohl am seltensten im Blog auf. Meistens in der Rolle als Zugfahrzeug vor dem Anhänger, wenn mal wieder irgend ein Roller nicht mehr mag. Das könnte den Eindruck erwecken, dass das Auto ziemlich vernachlässigt ist. Was in gewisser Hinsicht sogar stimmt. Allerdings heißt das nicht, dass mir die Kiste völlig egal wäre, ganz im Gegenteil. Darum war es heute mal wieder an der Zeit, dem alten VW ein wenig Zuwendung zukommen zu lassen.


Eine Sache die mich tierisch ärger ist, dass Anfang des Jahres irgend ein Sauhund die Stoßleiste auf der Fahrerseite geklaut hat. Es ist natürlich ein seltenes Teil mit dem sowas passiert und mir ist es bis heute nicht gelungen eine lackierte Leiste für das Cabrio aufzutreiben. 

Der unlackierte Ersatz, den ich zwischenzeitlich mal aufgetrieben hatte, kam leider mit völlig maroden Halteclips, weshalb die Leiste letztens drohte abzufallen. Erster Job heute waren darum neue Clips.

Ansich nicht weiter spektakulär, aber leider sind die heute lieferbaren Clips so hart, dass die Montage ein echtes Geduldsspiel war. Aber immerhin, die Zierleiste ist wieder dran und die Tür damit ohne Löcher.

Allerdings sollte es heute Abend vor allem um den Innenraum gehen. Der Fahrersitz hatte es nach all den Jahren doch ziemlich hinter sich. "Neue" Sitze hatte ich ja schon im Frühjahr besorgt, aber bisher war nie die Zeit und Ruhe, das ich mich darum hätte kümmern können.

Vermutlich hätte ich das sogar noch länger liegen lassen, hätte nicht die Sitzverriegelung des Fahrersitzes vor ein paar Tagen den Geist aufgegeben. Bei jedem Ampelstopp nach vorne rutschen nervt, also raus mit dem ollen Hocker.

Vor allem eröffnet dies ungeahnte Möglichkeiten der Innenraumreinigung. Es ist wirklich schlimm, wie viel Dreck sich im Laufe der Jahre unter so einem Sitz ansammeln kann. Außerdem habe ich noch einige D-Mark Münzen gefunden, das Auto ist halt wirklich schon etwas älter.

Mit dem Dreck machte der Industriestaubsauger kurzen Prozess, so sauber waren die Teppiche vermutlich zuletzt am Tag der Auslieferung. 

Theoretisch wäre es mit dem Einbau des neuen Fahrersitz getan, aber ich mag dann doch keine unterschiedlichen Sitze haben, zumindest vorne nicht.

Grundsätzlich hätte ich auch den, zu diesen Sitzen passenden, Rücksitz, aber das stört mich ehrlich gesagt nicht. Die neuen Vordersitze sind weit davon entfernt perfekt zu sein, aber sie sind deutlich besser als die alten, vor allem der Fahrersitz, der sich nicht nur verriegeln lässt, sondern auch nicht völlig durchgeschossen und zerrissen ist.

Dank der im Frühjahr erworbenen Teile war dann auch die Beseitigung eines anderen Mangels möglich. Das linke Gurtschloss am Rücksitz hat schon vor Jahren seine Plastikverkleidung verloren. Ein Umstand, der nun schon in etlichen TÜV-Berichten als geringer Mangel vermerkt war. Zeit das endlich abzustellen.

Zwei ordentliche Gurtschlösser sind schon fein. Obwohl der Rücksitz meistens eh nur als Gepäckablage dient. 

Abgesehen vom nun nutzlosen Schalter der Sitzheizung ist das Auto innen jetzt wieder deutlich wohnlicher. Eine gründliche Reinigung würde dem Innenraum gut tun, wahrscheinlich geht das Cabrio darum dieses Jahr noch zum Aufbereiter, es gibt Dinge, die sollten einfach von einem Profi erledigt werden.

Unter Strich ist es aber immer ein gutes Gefühl, wenn man sich einmal um so ein sonst etwas vernachlässigtes Objekt gekümmert hat.



Mittwoch, 9. September 2020

Wiedervereinigung

Den Wulfhorst wieder zusammen zu bauen ist sicher nicht die spannendste aller Schraubereien, aber der Weg zu einem benutzbaren Fahrzeug ist nun mal genau dieser.

Vor allem aber ist das Zeit, dass das Fahrzeug absolut zuverlässig läuft. Darum geht es dabei vor allem um Details, wie eine gründliche Wartung des Antriebs, der noch einen neuen Riemen und Fliehgewichte bekommen hat.

Bei einem normalen Roller wäre das dann auch der Punkt, an dem der Motor wieder eingebaut werden kann. Beim Wulfhorst muss er aber in den Hilfsrahmen der Hinterachse gesetzt werden.

Dem Auspuff kommt dabei eine doppelte Bedeutung zu, denn er ist nicht nur die Abgasanlage, sondern bildet eine der Verbindungen zwischen Motor und Hilfsrahmen. Beim Peugeot SV bietet er zudem Potential für Detailverbesserungen.


Auspuffkrümmer, Kabel und diverse Schläuche kommen sich gefährlich nahe, darum ist ein Wickel aus Hilfeschutzband durchaus sinnvoll. Das Schutzblech für den Helmfachboden lässt sich zusätzlich dazu montieren.


Direkt darauf folgt der schwierigste Teil: die Verbindung von Roller und Hilfsrahmen, was durch das Gewicht der Teile nicht gerade erleichtert wird. Anschließend kann das Fahrzeug aber auf die Hebebühne und alle noch fehlenden Anbauteile montiert werden.

Zur Erhöhung der Startsicherheit bietet sich eine moderne Hochleistungszündspule an, die eine stärkeren Funken liefert als das Originalteil. Vor allem in Kombination mit hochwertigem Zündkabel und Kerzenstecker ist das durchaus hilfreich.


Tatsächlich sprang der Motor dann auch ohne große Probleme an.


Das ist gegenüber dem Ausgangszustand, das Fahrzeug lief ja überhaupt nicht, natürlich eine große Verbesserung. Allerdings läuft der Motor noch nicht so gut wie ich es mir wünsche. Es scheint noch Probleme mit dem Vergaser zu geben, die beim nächsten Mal angegangen werden müssen. Für heute war aber erstmal Feierabend, denn ein wichtiger Meilenstein ist ja erreicht.