Donnerstag, 18. April 2019

Puchal: verhagelter Saisonauftakt

Vergangenen Sonntag wollte ich eigentlich die Oldtimersaison einläuten und mit der X30 die erste Ausfahrt des Jahres unternehmen.
Für einige Kilometer ging das auch sehr gut. Das Moped lief wunderbar, die Reparaturarbeiten im vergangenen Winter haben sich zweifellos gelohnt. So schön fuhr die Puch schon lange nicht mehr. Aber dann war plötzlich Schluss mit Lustig. Brutaler Leistungsverlust und ein Motor der sich weigerte auf Drehzahl zu kommen zwangen zum Anhalten.
Dazu spritzte fröhlich Öl aus dem Motor, eine brutale Sauerei die sich mit einem Lappen aber gut eindämmen lies. So blieb nichts weiter als entnervtes Warten auf den Pannendienst und Rücktransport zur Werkstatt.
Heute hatte ich endlich etwas Zeit die Ursache zu suchen, denn wirklich schlau wurde ich aus dem Fehlerbild nicht. Ölaustritt und Motorgeräusch deuteten auf eine Undichtigkeit hin, möglicherweise eine durchgebrannte Fußdichtung.
Da die Ölquelle nicht mehr auszumachen war, habe ich das Moped dann erstmal einige Minuten laufen lassen. So war zu sehen, dass es zwischen Zylinderkopf und Zylinderblock heraus lief.
Die erst vor kurzem erneuerte Kopfdichtung war tatsächlich völlig verbrannt.
Dass das nicht dicht war ist kein Wunder. Allerdings bleibt die Frage nach dem Warum. Eine sinnvolle Ursache für diesen Schaden, der scheinbar durch Überhitzung entstand, fiel mir im ersten Moment auch nicht ein.
Eine neue, diesmal originale, Kopfdichtung hatte ich zum Glück noch im Fundus. Eine Probefahrt bestätigte dann meinen Verdacht, dass die Kopfdichtung nicht die Ursache des Problems ist. Das Moped lief immer noch nicht gescheit.
Nächster logischer Ansatzpunkt in so einem Fall ist die Zündung. Eine Sichtprüfung bei aufgesetztem Polrad zeigte nichts Auffälliges. Nachdem das Polrad abgezogen war, war dann aber auch die Fehlerquelle zu erkennen.
Der Keil, der das Polrad in der korrekten Position auf der Kurbelwelle hält, war bündig abgeschert. Bei verdrehtem Polrad passt natürlich auch der Zündzeitpunkt nicht mehr und der Motor läuft nicht richtig. Eigentlich ist es erstaunlich, dass das Ding überhaupt noch lief.
Die durchgebrannte Kopfdichtung ist wohl ebenfalls ein Resultat des abgerissenen Keiles. Denn durch falschen Zündzeitpunkt steigt auch die Motortemperatur an.
Polrad und Kubelwelle haben zwar Spuren, sind aber noch verwendbar. Insofern alles halb so wild.
Mit einem neuen Keil sollte das Moped wieder laufen.

Freitag, 12. April 2019

zwei Fliegen mit einer Klappe

Der Anhänger braucht TÜV, also eigentlich schon seit letztem Monat, aber manchmal klappen solche Dinge eben nicht reibungslos. Beim ersten HU-Termin flog das Anhängsel wegen eines ausgelullerten Zugmauls durch, beim zweiten wegen nicht ordentlich funktionierender Beleuchtung. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass die Rückleuchten innerlich völlig vergammelt waren, hier musste Neuware her. Also stand heute Anhängerschrauben auf dem Programm.
Nun sind Leerfahrten in der Logistik natürlich nie gut, darum kam der Zip mit. Denn auch der kleine Italiener brauchte etwas Zuwendung. Er verlor nämlich Getriebeöl.
Zunächst war aber der Anhänger an der Reihe.
Bisher waren irgendwelche obskuren Billigrückleuchten aus chinesischer Fabrikation angebaut. Ich war daher davon ausgegangen, dass ich für die Umrüstung auf Aspöck Multipoint Rückleuchten die Hecktraverse bearbeiten muss.
Aber manchmal gibt es eben auch positive Überraschungen. Die neuen Rückleuchten passten einfach 1:1 an die vorhandenen Löcher. Damit war nach gut zwanzig Minuten der Anhänger abgefrühstückt und somit der Zip an der Reihe.
Nachdem das Hinterrad draußen war, war zu erkennen, dass es nicht aus der Bremse ölt sondern nur aus der Entlüftungsbohrung. Insofern eine gute Nachricht, als ein SiRi-Wechsel ziemlich eckelhaft ist.
Die Bremse war auch tatsächlich völlig trocken. An dieser Front also Entwarnung.
Aber warum kam das Öl aus der Entlüftung? Ursache war einfach ein zu hoher Ölstand im Getriebe. Irgendwie hatte ich es beim Ölwechsel geschafft, das Getriebe zu überfüllen. Meine Schuld, aber immerhin problemlos zu beheben. Mit korrektem Ölpegel tropft es nicht mehr.
Dafür ging es dem Zip dann ans Plastikkleidchen. Ich hatte es ja vor einiger Zeit schon mal geschrieben: Ich kann das Stickerbombing nicht mehr sehen, die völlig verkorkste blaue Lackierung vom Vorbesitzer ist aber auch gruselig, es hilft also nichts.
Ursache dafür, dass der Zip so wahnsinnig schlecht Lackiert ist, ist wohl der Aufwand für eine Demontage der Frontmaske. Um diese abbauen zu können, muss die Gabel raus. Das war aber sowieso fällig, denn das Lenkkopflager fühlte sich schon länger nicht mehr gut an. Nach dem, wie beim Zip üblich ziemlich zähen, abnehmen des Lenkers war auch klar warum. Wie so oft ist der obere Kugelring völlig hinüber.
Das untere Lenkkopflager ist dafür noch in Ordnung, außerdem sind die Lagerschalen noch gut. Es kann also bei der kleinen Lösung mit einem neuen Kugelring bleiben. Eine ausgesprochen positive Sache.
Dafür ist die Gabel umso fertiger. Vermutlich zum ersten Mal seit 1996 ist sie jetzt aus dem Roller raus und zeigt deutlich die Spuren der Jahre. Immerhin ist das Schwingenlager noch in Ordnung, der Stoßdämpfer hat es aber hinter sich.
Die Kotflügelschrauben ließen sich, zu meinem großen Erstaunen, völlig problemlos herausdrehen. Das mag auch daran liegen, dass ihre Gewindegänge vom Rost völlig weggefressen waren.
Umso mehr wehrte sich dafür der Stoßdämpfer selbst. Ihn vom Federlager zu trennen war schlicht unmöglich. Selbst der "russische Überreder" hat hier völlig versagt.
Aber man kann ja den Dämpfer auch mitsamt Federlager ausbauen. Es wäre gut, wenn sich das Lager weiterverwenden ließe, darum lasse ich die Einheit erstmal im Rostlöser einweichen.
Die Gabel selbst war jedenfalls soweit zerlegt wie sie bei dieser Aktion sein wird. Wie bereits vermutet und erhofft ist bist auf Dreck und oberflächliche Korrosion alles in Ordnung.
Nichts womit die Drahtbürste nicht fertig würde.
Damit es hinterher wieder ordentlich aussieht, bekam das Ganze dann noch einen Anstrich mit Chassisfarbe. Dies ist auch der Grund, warum ich das heute noch machen wollte. Denn die nächsten zwei Woche werde ich wohl nicht in die Werkstatt kommen, Chassisfarbe braucht ewig um zu trocknen, ein perfekter Zeitpunkt also.
Der Kotflügel und das kleine Verkleidungsteil für den Stoßdämpfer waren auch noch an der Reihe.
Heißluftfön, Nitroverdünnung und Sandpapier waren am Werk und das Teil ist jetzt einigermaßen ordentlich.
Denn man sieht bei beiden Teilen in einigen Winkeln die Innenseite. Hier war der Roller aber immer noch im Originallack, also rot. Das würde beim geplanten Farbschema brutal herrausstechen. Darum habe ich den Kotflügel innen und die Rückseite der Stoßdämpferabdeckung schwarz überlackiert.
Das kann jetzt erstmal in Ruhe trocknen, die wirkliche "Sichtlackierung" und die Überholung der Gabel kommen dann, wenn ich wieder Zeit habe und es (hoffentlich) etwas wärmer geworden ist.


Montag, 8. April 2019

Tour: Anrollern Ingolstadt und Wittelsbacher Land

Das Anrollern der Vespa Fans Ingolstadt ist schon seit längerer Zeit ein fester Bestandteil des jährlichen "Rollerkalenders". Nun ist das Cafe Corner in der Donaustadt auch ein sehr schöner Treffpunkt mit reichlich Platz für viele coole Roller.
Schon die Anreise, immer an der Donau entlang auf der alten Bundesstraße, war bei strahlendem Frühlingswetter ein Genuss. Für den Roten Baron zudem die erste größere Fahrt dieses Jahr. Mit frischem TÜV-Kleber auf dem Nummernschild ein Ereignis für sich.
Es ist schwierig bei Veranstaltungen wie dem ingolstädter Anrollern einen sinnvollen Überblick zu geben. Wie immer waren natürlich viele altbekannte Gesichter und Roller zu sehen. Vespas sind ja nun eine bunte Sache, entsprechen vielfältig waren die Fahrzeuge.
Für mich persönlich sind unrestaurierte Oldtimer immer ein besonders schöner Anblick. Insbesondere frühe Vespas mit den Spuren der Jahre haben einfach einen ganz besonderen Charme.
Aber natürlich haben auch wilde Umbauten ihren festen Platz in der Szene. Technisch spannend sind sie sowieso.

Bei der gemeinsamen Ausfahrt der Vespaflotte zum Interpark und den dortigen Einstellfahrten historischer Rennfahrzeuge habe ich dann nicht teilgenommen. Stattdessen ging es für mich weiter, wieder soweit möglich auf kleinen Straßen ins Wittelsbacher Land. Vorbei an Schrobenhausen und Aichach nach Dasing, denn es war ja der erste Sonntag im Monat, also Zweitaktfreunde-Stammtisch.

Alles in allem standen am Ende des Tages gut 380km mehr auf dem Zähler der PX. Jeder einzelne davon ein Genuss und eine Freude. Ein perfekter Sonntag auf der Straße, ohne spektakuläre Ziele, aber dafür einfach ein schöner Rollertag.







Freitag, 5. April 2019

Luigi: aus prominentem Vorbesitz

Es gibt Kleinigkeiten die ganz furchtbar nerven können. Ein nicht funktionierendes Radio in der Karre zum Beispiel. Genau damit tötete mir die Ape in den letzten zwei Wochen den Nerv. 
Der rechte Lautsprecher ging schon länger nicht mehr, nachdem nun auch noch der linke den Dienst versagte herrschte Stille, zu viel Stille für meinen Geschmack. Nur leider war die Zeit bisher nicht ausreichend um das Problem anzugehen. Immerhin hatte mir Ronny bei seinem Besuch am letzten Wochenende zwei gebrauchte Lautsprecher zum Testen mitgebracht. 
Einer davon ersetzt nun den völlig toten linken Lautsprecher. Beim rechten hatte sich nur ein Stecker los gerappelt. Es sind eben manchmal wirklich nur Kleinigkeiten, aber in Kombination mit Zeitmangel werden diese dann zu einem echten Problem. Immerhin, jetzt geht das Radio wieder, ich kann unterwegs etwas Musik hören. Danke an Ronny für die Lautsprecher!
Das verstorbene Altexemplar war reif für die Schrotttonne, aber selbst ein toter Lautsprecher enthält noch etwas, das sich weiter verwenden lässt.
Genau, den Ringmagneten. Magnete kann man bekanntlich nie genug haben, darum wurde der Rundling gerettet und der Sammlung einverleibt.
Den Musikgenuss störte allerdings noch ein nerviges Scheppern. Auch das so eine Kleinigkeit, die ich nun schon längere Zeit verschleppe. Quelle des Geräusches war die Schaltkulisse, die ohnehin etwas Zuwendung brauchte. Meine "Schaltsocke" hing nur noch an einem halben Faden.
Unter der Kunststoffabdeckung befindet sich die eigentliche Kulisse, ein Blechgehäuse, das auf den Mitteltunnel aufgeschraubt ist. Die Halteschrauben waren locker, daher das nervige Scheppern. Hier half einfaches Nachziehen der Schrauben, außerdem erhielt die Mechanik etwas frisches Fett.
Die Schaltsocke kam anschließend provisorisch wieder an ihren Platz. Wirklich toll ist diese Lösung nicht, aber die originale Gummimanschette ist von so schlechter Qualität, dass man sie praktisch im Wochentakt tauschen müsste.
Immerhin herrscht in der Ape jetzt wieder eine gesunde Ruhe, klein Scheppern aus der Schaltung mehr. Dafür Musik aus beiden Lautsprechern und so macht Apefahren gleich nochmal so viel Spaß.







Mittwoch, 3. April 2019

Glubschi: Kinderkrankheiten

Der Centro hatte sich bei den Probefahrten sehr gut geschlagen, grundsätzlich läuft er gut aber natürlich traten noch ein paar Problemchen zu Tage. Dinge wie eine nochmal nachzustellende Hinterradbremse, nicht optimal sitzende Verkleidungsteile usw.
Alles halb so wild. Wirklich problematisch war da schon eher die Tatsache, dass beide hintere Blinker nicht funktionierten. Hierfür kommen alle möglichen Ursachen in Frage, diesmal waren aber ganz einfach nur beide Birnchen durchgebrannt.
Eine einfache Reparatur, völlig problemlos.
Außerdem verlor der Roller beständig kleine Mengen Getriebeöl. Die Stelle ließ zwei potentielle Erklärungen zu, entweder eine defekte Getriebedichtung oder eine völlig zugesetzte Entlüftung.
Die Dichtung erwies sich als völlig intakt. Also kam eigentlich nur noch die Entlüftung in Frage.
Diese ist beim Minarellimotor über einen Gummischlauch gelöst, der den öligen Nebel durch einen Anguss an der Schwinge vom Reifen weg leitet. Eine grundsätzlich gute Konstruktion, die aber zum verstopfen neigt. Mit verstopfter Getriebeentlüftung sabbern die Roller dann Öl, weil ein Überdruck im Getriebe entsteht.
So war es auch in diesem Fall. Der Schlauch ließ sich zum Glück völlig problemlos ausbauen, was nicht immer der Fall ist.
Eine gründliche Reinigung förderte jede Menge unappetitlichen Dreck, befreite den Schlauch dabei aber völlig.
Damit dürfte auch dieses Problem gelöst sein.
Den Getriebeölwechsel habe ich beim Centro bisher verschleppt, ganz bewusst um einem möglichen Getriebeschaden leichter auf die Spur kommen zu können. Das Öl das heute raus kam war aber reichlich vorhanden und frei von verdächtigen Spuren. Es war einfach nur völlig überaltert.
Abschließend habe ich noch den Windschild etwas höher und näher an den Lenker gesetzt, so sollte die Position für mich besser passen.
Ein prüfender Blick auf die Gabel zeigte dann noch eine weitere Baustelle. Ganz offensichtlich haben es die Dichtringe der Gabelholme hinter sich. Mal sehen ob sich diese problemlos auftreiben lassen. Es bleibt also spannend mit dem Centro.