Montag, 10. August 2020

mal was ganz anderes

Manchmal bietet es sich einfach an, Ereignisse dazu zu nutzen um andere Ereignisse damit zu verbinden. So war es auch am zurückliegenden Wochenende. 

Hauptsächlich hatte sich Thum angekündigt, weil sein PGO TR3 eine Inspektion brauchte. Diese war meine Hauptarbeit am Samstag, denn eine gründliche Durchsicht des Fahrzeugs braucht eben Zeit. Gefunden haben wir dabei aber nichts, das sonderlich unerwartet gewesen wäre. Ein Wechsel aller Flüssigkeiten und neue Fliehgewichte sowie einen frischen Luftfilter und eine neue Zündkerze, mehr brauchte es unterm Strich nicht. Ich gebe zu, dass mir das Fahrzeug immer besser gefällt, denn der TR3 bzw. das Basisfahrzeug T-Rex scheinen von sehr guter Bauqualität zu sein.

Die Hebebühne ist nebenbei auch erfolgreich auf ihre Dreiradtauglichkeit getestet, wie das Foto beweist.

Ein dicker Holzklotz als Stütze für die Motorschwinge und schon schwebt der, elend schwere, Taiwanese in guter Arbeitshöhe. 

Aber auch an einem solchen Fahrzeug Schrauben ist Arbeit, da war dann der abendliche Einsatz der Bühne deutlich entspannter. Denn, Thums Besuch bot sich als Anlass ein, ich hatte die Slooowriders zu einer kleinen Mitbringparty eingeladen. Die neue Werkstatt will ja auch mal gezeigt und gefeiert werden.

Somit blieb der PGO nicht das einzige ungewöhnliche Fahrzeug, das an diesem Abend auf dem Hof parkte.

Aber was sind schon Karren, die Gemeinschaft der dahinter stehenden, liebenswürdigen Menschen ist da deutlich wichtiger. So wurde es auch ein schöner Abend, mit etwas Grillen und viel Benzingespräch. 

Ein wenig hat sich auch die Werkstatt durch die Anwesenheit dieser lieben Menschen verbessert. Denn Ronny hat mir ein extrem praktisches Spezialwerkzeug mitgebracht. Keine Werkstatt dieser Welt kann ohne einen Drehstrom-Schlauch-Adapter funktionieren. Der kreative Spannungsfluss ist dadurch deutlich besser regulierbar. Danke Ronny!

Am Sonntag habe ich dann, einfach weil es angesichts der brutalen Hitzewelle besser war, Thum samt Moped nach Hause gebracht. Trotz drückender Hitze und Ferienverkehr letztlich ein schöner Roadtrip. Was gibt es Besseres, als einen Sonntag zusammen mit einem lieben Freund buchstäblich zu verschwitzen? ;)

Die einzige echte Panne des Wochenendes blieb darum auch eine auf dem Weg nach Hause verstorbene Windschutzscheibe bei meinem Golf. Eine Geschichte für ein anderes Mal. 

Danke an alle, die dieses Wochenende zu dem tollen Erlebnis gemacht haben, das es war.









Donnerstag, 6. August 2020

Luigi: Platz für neue Löcher

Seit dem letzten Werkstattag war die Ape gut getrocknet, vor allem die Karosseriedichtmasse am Fahrerhaus. Eine ideale Grundlage für den Lackauftrag auf die Reparaturstelle.
Von Innen her gab es direkt den Decklack, denn grundiert war hier ja schon. Im Innenraum habe ich auch keine Probleme damit direkt über die Dichtmasse zu lackieren.
An der Unterseite gab es aber schon eine Ladung Grundierung bevor die Farbe drauf kam. Die Belastung hier ist doch deutlich höher, außerdem kommt hier der Lackierung eine deutlich wichtigere Rolle in Sachen Rostschutz zu als innen.
Solange die Ape noch in bequemer Arbeitsposition auf der Motorradbühne stand, habe ich noch eine weitere Baustelle angegriffen. Die Demontage der Kunststoffteile an der Front. Eine absolute Kotzarbeit.
Die Blechschrauben, mit denen der Schnabel befestigt ist, sind von gruseliger Qualität. Entsprechend weichgerostet waren sie. Hier wird es bei der Montage eine Runde Neuware in ordentlicher Güte geben. Dafür ist die, bei TMs notorisch wegrostende, Blechkante rund unter dem Schnabel in Ordnung. Minimaler Oberflächenrost ist bei einer im Winter gefahrenen Ape hier die große Ausnahme.
Auch unter der Kühlergrillatrappe gab es keine Überraschungen. Dafür bekam das komplette, normalerweise von Plastik verdeckte, Blech eine Schicht Karosseriehartwachs. Denn es soll hier genauso rostfrei bleiben wie es ist.
Anschließend habe ich die Ape mal raus in die Sonne gerollt. So trocknet das ganze Material besser, außerdem bietet sich die Gelegenheit einmal ein Übersichtsbild des momentanen Zustandes zu machen. Luigi schaut schon ziemlich abenteuerlich aus, aber das ist bei solchen Renovierungen ja immer so.
Während die Ape draußen ein Sonnenbad nimmt war Zeit die Kunststoffteile zu überarbeiten. Sie sind völlig ausgeblichen und verkreidet. Eine dauerhafte Lösung hier ist eine "Lackierung" mit Unterbodenschutz. Mal sehen wie viele Schichten von dem Zeug nötig sein werden, bis es ein optisch ordentliches Finish geworden ist.
Ein weiterer Problembereich bei meiner TM ist die Heckklappe. Diese ist, wie bei vielen TM, in der rechten oberen Ecke gebrochen und entsprechend verzogen.
Über den Bruch hatte ich in der Vergangenheit ein Blech genietet, das sich aber nicht als stark genug erwiesen hat.
Die einzig sinnvolle Lösung hier ist den Bruch zu verschweißen. Allerdings ist das mit meinem Mittel nicht so leicht, denn ich habe nur ein primitives Elektroden-Schweißgerät.
Auch damit kann man, wenn man sehr vorsichtig ist, Karosserieblech schweißen. Aber gut ist das nicht. In solchen Momenten wird der Wunsch nach einem ordentlichen Schweißgerät laut, das wird wohl eine der nächsten Investitionen in die Werkstatt sein.
Bei der Heckklappe habe ich zudem noch eine Idee getestet. Eine vorgespannte, unten und oben mit der Struktur der Klappe vernietete, Strebe, die den Druck des hyraulischen Dämpfers verteilen soll. Das sieht soweit ganz gut aus und funktioniert auch (die Klappe biegt sich nicht mehr). Aber es muss natürlich die Praxis zeigen, ob das so funktioniert.
Da diese Heckklappe im Prinzip eh tot ist, habe ich keine Schmerzen, weitere Ideen auszuleben. Das Trennwandfenster aus einem Fiat Ducato liegt seit Jahren bei mir rum, jetzt ist es an der Zeit, es an seinen neuen Einsatzort zu bringen.
Nachdem die Schweißpunkte des Fensterrahmens ausgebohrt waren, ließ sich das Fenster vom unnötigen Blech trennen. An der Heckklappe mussten die beiden originalen Streben verschwinden, dann war Platz für ein neues Loch in der Ape.
Es ist ein seltsames Gefühl, ein riesiges Loch in ein teures Karosserieteil zu schneiden. Viele Apefans werden das vermutlich auch nicht mögen, aber diese Idee will einfach ausgelebt sein. Außerdem, seien wir ehrlich, Luigi ist sowieso keine Show-Ape.
Das Ducato-Fenster passt saugend in das Loch (gute Vorbereitung ist alles) und sitzt wie gewünscht leicht nach rechts geneigt (das wird beim Camperausbau noch wichtig sein). An den geeigneten Aufnahmepunkten ist es mit der Heckklappe vernietet.
Zur Abdichtung und als zusätzliche Befestigung kam dann wieder Karosseriedichtmasse zum Einsatz. Auf der Innenseite werde ich das Fenster zusätzlich noch mit den neu zu schaffenden Streben befestigen. Denn die Heckklappe hat durch den Eingriff deutlich an Stabilität verloren, hier muss noch nachgebessert werden.
Wichtig ist aber erstmal, dass diese Idee, die ich seit Jahren im Kopf habe, endlich raus ist. Ich freue mich ehrlich gesagt schon auf das fertige Ergebnis, aber jetzt muss die Ape erstmal wieder trocknen. Am kommenden Wochenende wird der Thum zu Gast sein und die Werkstatt damit quasi offizielle eröffnet. Die Ape-Baustelle hat also erstmal etwas Pause.

Samstag, 1. August 2020

Luigi: es regnet nicht mehr von unten

Eigentlich hatte ich nicht vor heute zu arbeiten, aber Hans, der Vermieter meiner Werkstatt, hatte heute Zeit und das war gut so. Denn er ist nicht nur ein ausgesprochen netter Zeitgenosse, sondern auch ein Handwerker mit dem nötigen Wissen und Equipment um mir beim Rostproblem an der Ape weiter zu helfen.
Ein passender Blechflicken war schnell angefertigt und wurde anschließend sauber und vorsichtig eingeschweißt.
Damit war der Boden der Fahrerkabine wieder stabil, aber natürlich noch nicht dicht.
Eine solche Reparaturstelle muss möglichst schnell versiegelt und abgedichtet werden. Eine Arbeit, bei der sich der Motorradhubtisch als sehr hilfreich erwies. Mit dem Vorderrad in Arbeitshöhe ist doch sehr viel angenehmer schaffen als am Fußboden kriechend.
Der Blechflicken ist von innen angeschweißt darum mussten unter der Kabine die Kanten des Lochs umgelegt werden. Zudem habe ich die Finne am Unterboden und die Wagenheberaufnahme gerichtet, beides Dinge, die seit Jahren verschleppt werden.
Es ist eben an der Zeit, das einmal ordentlich zu machen, damit dann wieder für viele Jahre Ruhe ist. Eine reichliche Schicht Grundierung auf dem Reparaturbereich ist dafür schon eine gute Grundlage.
Natürlich auch von innen, damit auf der Fahrerseite wieder ein ordentlicher Fußboden entsteht.
Während die Grundierung trocknete war Zeit sich um eine Nebenbaustelle zu kümmern. Die untere Heckklappe ist auch ziemlich angegriffen, die linke untere Ecke im Prinzip komplett weg. Das zu schweißen ist aber unsinnig, hier ist eine klassische Rollerchaos-Orkreparatur sinniger. Darum habe ich den Rost ausgeschliffen und die Ecke grundiert.
Darüber kam dann ein Stückchen Versicherungskennzeichen als neue Ecke. Passt vom Radius her übrigens perfekt.
Die Innenseite muss noch grundiert werden, aber erstmal muss die Außenseite richtig trocknen.
Zwischenzeitlich war die Grundierung am Bodenblech trocken. Die neue Schweißnaht und die originale Karosserienaht zum Schweller bekamen etwas Karosseriedichtmasse. Somit ist das auch wieder geschützt und sollte lange halten.
Ebenso natürlich auch an der Unterseite. Das muss jetzt erstmal richtig gut durchtrocknen, wozu es Zeit haben wird, denn in den nächsten Tagen habe ich sicher keine Zeit zum Arbeiten. Es ist aber nicht schlecht, wenn das Fahrzeug eine Trockenpause bekommt, bevor es weiter geht. So wird die Grundierung richtig fest und stabil.