Freitag, 25. Mai 2018

Luigi: neues Herz und neue Schuhe

Die Motorteile für die Ape waren die Tage in der Post und heute hatte ich endlich die nötige Ruhe um die Reparatur abzuschließen.
In Sachen Passgenauigkeit und problemloser Montage sind Originalteile des Fahrzeugherstellers natürlich immer noch die ideale Lösung. Entsprechend gut ließ sich auch der neue Zylindersatz montieren. 
Zusammen mit dem gereinigten Zylinderkopf ist damit der Motor im Kern wieder komplett.
Der schwierigere Teil ist dann schon die Montage der Zylinderverkleidung und das wieder anschrauben des Motors an das hintere Motorlager. Die Lösung, den Motorhalter in den Zylinderkopf zu integrieren ist grundsätzlich nicht schlecht, allerdings wenig montagefreundlich.
Wie beschrieben hatte ich als Sicherheitsmaßnahme auch einen neuen Auspuff bestellt. Das Bruchstück des alten Kolbens ist immer noch nicht gefunden, wahrscheinlich steckt es also im Auspuff. Ohne Endoskopkamera kann ich dies aber nicht sicher sagen und leider habe ich noch niemanden gefunden, der so ein Gerät hat.
Mit dem neuen Topf ist der Motor aber wieder soweit zusammen, dass ein erster Startversuch möglich war. Vorher habe ich den Motor natürlich ohne Zündkerze einige Male mit dem Anlasser gedreht, nur um ganz sicher zu gehen.
Kurz danach war es in der Werkstatt dann sehr neblig. Zeit den Motor wieder abzustellen und eine kurze Pause einzulegen, bevor die untere Motorverkleidung wieder an ihren Platz kam.
Die folgende Probefahrt war dann sehr angenehm. Der Motor läuft wieder mit alter Kraft, zieht sauber durch und hat einen angeneh gleichmäßigen Leerlauf. Ein völlig anderes Fahrgefühl als bei der letzten Fahrt mit der Ape.
Fertig war ich damit für heute aber noch nicht. Die Hinterreifen waren nach der Tour leider ziemlich abgefahren, neue Reifen sind noch nicht geliefert. Aber ich hatte noch zwei Räder mit brauchbarem Profil liegen, diese sind jetzt als Provisorium auf der Ape.
Die alten Räder habe ich heute noch zum Reifenhändler gemacht, dann kann dieser die neuen Reifen aufziehen sobald sie geliefert wurden. Allerdings waren die Felgen doch arg gammelig geworden.
Aber das ist dank Sandpapier und Felgensilber kein Problem. Die Ape ist bald, mit neuen Reifen, wieder zurück auf der Straße.







Donnerstag, 24. Mai 2018

Tour: Burgen in Ostbayern, Donaustauf und Falkenstein

Das Regensburger Umland bietet viele lohnende Ziele für eine kleine Nachmittagsausfahrt. Dazu zählen unter anderem zahlreiche Burgen. Zwei dieser Burgen, Donaustauf und Falkenstein, lassen sich auf einer knapp 100km langen Runde erfahren.

Etappe 1: Regensburg – Donaustauf
Die kurze Strecke von Regensburg nach Donaustauf ist nicht sonderlich reizvoll. Durch die östlichen Vororte Schwabelweis und Tegernheim ist die kleine Kreisgemeinde schnell erreicht. Im Ortskern windet sich die schmale Straße hinauf zum Friedhofsparkplatz. Von dort aus führt ein kurzer Fußweg die letzter Meter zur Burgruine hinauf.

Konservatorische Arbeiten an der Burg Donaustauf

Die zwischen 914 und 930, unter Bischof Tuto von Regensburg erbaute Burg diente ursprünglich als Wehrburg gegen Einfälle der Ungarn. 1634, während des Dreißigjährigen Krieges, wurde sie von den Schweden zerstört und ist seitdem eine Ruine. Derzeit wird die Burgruine behutsam konserviert. Vom Burgberg aus bietet sich ein weiter Blick in die Donauebene. Regensburg  und (bei gutem Wetter) Straubing liegen den Betrachter zu Füßen.
Unterhalb des Burgbergs, in einer kleinen Parkanlage direkt neben der Hauptstraße, findet sich mit dem so genannten „chinesischen Turm“ eine weitere Sehenswürdigkeit. Der gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Pagodenturm im chinesischen Stil dient dem Kunstverein als Ort für Ausstellungen und andere Veranstaltungen. 
chinesischer Turm in Donaustauf


Etappe 2: Donaustauf – Otterbachtal – Falkenstein
Von Donaustauf aus erreicht man leicht das, in der Region sehr beliebte, Gasthaus Hammermühle. Dieses markiert den Eingang zum Otterbachtal. Ab hier wird die Strecke für den Zweiradfahrer zum Genuss. In schon fast alpinem Kurvenschwung windet sich die Straße durch den schmalen Talschnitt, immer entlang des namensgebenden Gewässers. Leider ist das Kurvenvergnügen im Talgrund nur a von kurzer Dauer, viel zu schnell ist die Ortschaft Unterlichtenwald erreicht. Das Dorf markiert den inoffiziellen Beginn des Bayerischen Waldes. Die Straße steigt steil am Talhang hinauf und langsam  kommen die Höhenzüge des nahen Mittelgebirges in Sicht. Regional wird dieses Gebiet als Vorwld bezeichnet. Der weitere Verlauf der Straße, vorbei an Altenthann und durch die Orte Bibersbach und Brennberg führt durch immer höher ansteigendes Waldland. Erst kurz vor Falkenstein geht es dann wieder  bergab.

Falkenstein ist eine malerisch gelegene Marktgemeinde im Landkreis Cham. Hoch über dem historischen Ortskern thront die Burg Falkenstein. Wie die Burg Donaustauf wurde auch sie unter  Bischof Tuto errichtet. 1074 wird sie erstmals urkundlich erwähnt. Über die Jahrhunderte hinweg vielfach umgebaut und erweitert entging die Höhenburg der Zerstörung. Heute dient sie als Haus des Gastes. Es gibt eine Pension und ein Restaurant. Außerdem beherbergt sie ein Jagdmuseum. Zudem  ist sie im Sommer Kulisse für Burgfestspiele und Musikveranstaltungen.
Interessanter als die, touristisch leider eher überrannte, Burg ist der Burggarten. Der sogenannte Schlossgarten ist ein romantischer Natur und Felsenpark. Die schroffen Granitformationen und der urtümliche Wald lassen die Landschaft direkt unter der Burg wie einen Märchenwald wirken.


Es ist kaum verwunderlich, dass mancher Zeitgenosse in den Felsen Tiere und Fabelwesen erkannt haben will. Sie tragen daher Namen wie „Einhornfels“ oder „Froschmaul“. Freunde seltener Pflanzen können in einer kleinen Höhle das extrem seltene Leuchtmoos bewundern. Die besondere Struktur  von Schistostega pennata führt dazu, dass die moosbewachsenen Flächen Licht reflektieren. Der geheimnisvolle, smaragdgrüne Schimmer der Pflanzen verstärkt den surrealen Eindruck der Landschaft.
das "Froschmaul" im Schlossgarten Falkenstein
 
Etappe 3: durchs Regental zurück nach Regensburg
Von Falkenstein aus beginnt die Rückfahrt nach Regensburg. Die schönste Route dafür ist, zunächst auf der Staatsstraße 2148 in Richtung Roding zu fahren. Bei Löffelmühl zweigt die Straße Richtung Zell ab. Nach Zell kommt Rossbach und wieder ein Abzweig. Die St2145 windet sich durch steiles Gelände hinab ins Regental nach Nittenau. Von dort aus folgt die Straße dem Fluss, vorbei an Steffling und Heilinghausen. Zur Linken rauscht der dunkle Wald, zur Rechten gluggst der unregulierte Fluss durch sein felsiges Bett. Die enge, gewundene Straße ist ein Paradies für Zweiradfahrer.  Bei Regenstauf geht die Straße leider in der freudlosen B15 über. Diese bringt uns  durch Zeitlarn zurück nach Regensburg. Bei Lappersdorf erreichen wir wieder die Grenze der  Domstadt und der genussvolle Nachmittag endet.

Gefahren im Juni 2013
Route bei google Maps 

Sonntag, 20. Mai 2018

Tour: Burgen in Ostbayern Teil 4, Neunburg vorm Wald und Nabburg

Vor einigen Jahren habe ich die Tourenserie "Burgen in Ostbayern" angefangen, eine kleine Sammlung von Tagestouren zu den schönsten Burgen der Region. Natürlich kann und will so etwas nie vollständig sein, darum ging es heute einmal wieder auf die Straße, ein paar "neue" Burgen entdecken. 

Regensburg verlässt man beim Industriegebiet Haselbach in nördlicher Richtung am besten über Kürn. Die Höhenstraße durch die Ausläufer des Oberpfälzer Waldes ist deutlich angenehmer zu fahren, als die B15 über Regenstauf. Der weitere Streckenverlauf, quer durch das Regental bei Nittenau und weiter nach Bodenwöhr führt durch eine grüne, gewellte und ungeheuer wasserreiche Region.
Bodenwöhr mit seinen zahlreichen, miteinander verbundenen und von dichtem Wald gesäumten Seen wäre schon ein lohnendes Tourziel. Allerdings müsste man schon ein Boot im Gepäck haben, um die Schönheit dieses Ortes wirklich zu würdigen. Da mein Roller aber leider nicht schwimmen kann, bleibe ich auf der Nebenstrecke in Richtung Neunburg vorm Wald.

Auf einer Anhöhe im Ortskern liegt die Burg Dürnitz, auch Schloss Neunburg genannt. Im Jahre 1017 erstmals urkundlich erwähnt ist sie eine der älteren Burgen der Region. Leider ist nur relativ wenig originale Bausubstanz er halten, dafür ist die Burg bis heute lebendiger Teil des Ortes. Sie beherbergt die Musikschule und ein kleines Museum, außerdem dient sie im Sommer als Kulisse für historische Festspiele.
Für einen Museumsbesuch ist es mir heute aber zu sonnig, bei herrlichem Wetter lockt die Straße und ich lenke den Roller aus dem Ort heraus. In nordwestlicher Richtung, vorbei an Schwarzhofen und dem besonders malerischen Ort Altendorf geht es nach Nabburg. 
Hier lockt keine Burg im eigentlichen Sinne, denn diese gibt es schon lange nicht mehr. Die Stadt entstand einst rund um eine frühmittelalterliche Burg, deren spärliche Überreste heute unter der Altstadt begraben liegen. Dafür ist die, auf einem Hügel gelegene und malerisch restaurierte, Altstadt noch fast vollständig von den Wehrwerken aus dem Mittelalter umgeben. Die Befestigungen gaben der Stadt einst Schutz, heute sind sie Teil eines Grüngürtels mit Rundweg und herrlichem Weitblick über das Naabtal und den Oberpfälzer Wald.

Hier ist es gut sein und ich fahre erst nach einem gemütlichen Mittagessen weiter. Nicht auf dem direkten Weg über die B15 zurück nach Regensburg, sondern über die wunderbar gewundene Nebenstraße über Schmidgaden nach Amberg. Von dort aus führt die Vilstalstraße, vorbei an Kümmersbruck und Schmidmühlen nach Kallmünz. Hier treffe ich die Naab wieder, die ich bei Nabburg verlassen habe. Ihr folge ich, bis fast zu ihrer Mündung in die Donau und erreiche damit wieder Regensburg.

Eine schöne Runde, auch wenn man sich den Besuch der Burg von Neunburg und der Altstadt von Nabburg spart, denn Landschaft und Strecken der Region sind für sich schon ein Genuss.