Samstag, 12. Oktober 2019

Black Bomber: der ist doch nicht ganz dicht

Vor ein paar Tagen gab es die erste echte Panne mit dem Bomber. Nachdem ich Abends getankt hatte, stand der Roller morgens in einem Benzintümpel. Außerdem sprang der Roller nicht mehr an. 
Heute war endlich Zeit, den Roller in die Werkstatt zu schaffen und zu untersuchen.
Auffallend war, dass der Luftfilter völlig trocken war. Keinerlei Spuren von übergelaufenem Treibstoff. Das schließt einen undichten Benzinhahn als Fehlerquelle eigentlich zuverlässig aus.
Bei näherer Betrachtung war dann zu erkennen, dass der Vergaser unterhalb der Schwimmerkammerdichtung feucht war. Außerdem klebten Ölreste an der Treibstoffleitung. Der Benzinhahn sabberte nämlich ebenfalls aus der Nahtstelle zwischen den beiden Gehäusehälften.

Beides sind typische Schadenbilder bei Rollern, die nach langer Standzeit wieder aktiviert werden. Alte Dichtungen geben im Zusammenspiel mit frischem Treibstoff den Geist auf. Beim TPH passt das insofern nicht, als dieser ja nie wirklich lange stand. Neue Dichtungen für den Vergaser und einen frischen Benzinhahn hatte ich aber trotzdem schon im Vorfeld besorgt. Mit diesen Teilen war das Problem dann schnell gelöst.

Der Roller läuft wieder ordentlich und hält jetzt hoffentlich durch.
Das schöne Herbstwetter war anschließend noch ideal, um die Oldtimer einzuwintern. Zunächst ging es mit der X30 auf eine kleine Runde über die Dörfer. Einfach um den Motor ein letztes Mal dieses Jahr ordentlich aufzuwärmen und dabei das Moped nochmal zu genießen.
Anschließend ging es mit dem Bravo auf eine ganz ähnliche Runde. Insgesamt gut eine Stunde Mopedfahren bei traumhaftem Herbstwetter ist nicht die schlechteste Art um den Tag zu genießen.

An X30 und Bravo ist im Winter auch nicht viel zu tun, lediglich der routinemäßige Service steht auf dem Programm. Überhaupt dürften diesen Winter keine allzu großen Baustellen aufkommen, was Hoffnung macht, das Zeit sein wird um die Jawa endlich zum Leben zu erwecken.








Samstag, 5. Oktober 2019

#scooterlife: Warum Getrenntschmierung in einem Tourenroller nichts zu suchen hat.

Regelmäßigen Bloglesern ist sicher bekannt, dass ich bei Tourenrollern dazu neige die Getrenntschmierung still zu legen und das Fahrzeug auf altmodische Art mit Zweitaktgemisch zu fahren. Dazu werden mir immer wieder Fragen gestellt, vor allem nach dem Wieso. Die Frage ist durchaus berechtigt, denn bei normal im Alltag (d.g. primär innerorts und auf Kurzstrecken) gefahrenen Rollern funktionieren die entsprechenden Systeme normalerweise unauffällig. Aber selbst wenn hier etwas schief geht, dann ist es meistens kein allzu großes Drama. Denn man ist ja normalerweise nicht weit von zu Hause weg und es lässt sich schnell Hilfe organisieren.

Bei einem Tourenroller, oder auch generell bei einem Roller, der auf längeren Strecken gefahren wird, kann es aber durchaus sein, dass ein Ausfall des Systems zu ernsthaften Schwierigkeiten, wenn nicht gar zu gefährlichen Situationen führen kann. Wer ist schon gerne irgendwo am Ende der Welt, womöglich ohne Handyempfang, gestrandet? Gerade im Hochsommer (durch die Hitze, aber auch im Winter) kann dies selbst in unseren Breiten durchaus gefährlich werden. 

Nun würde ich aber nicht soweit gehen, Getrenntschmierung per se zu verdammen. Es gibt durchaus Konstruktionen dieser Art, die langlebig und zuverlässig sind. So zum Beispiel die zahnradgetriebenen Ölpumpen von Rollern mit Minarellimotor. Aber auch Ölpumpenantriebe per Königswelle (Peugeot, Honda, Kymco um nur einige zu nennen) sind normalerweise unkritisch. Allerdings zeigte genau so ein Fahrzeug, ein Peugeot nämlich, vor ein paar Tagen, wieso ich auch bei derartigen Fahrzeugen zumindest zu einem gewissen Misstrauen gegenüber der Getrenntschmierung rate.


Der Thum war vor einiger Zeit mit seinem Wulfhorst R10 (Peugeot Vivacity 2 Basis) liegen geblieben. Als Ursache dafür hatte sein Mechaniker vor Ort eine verstopfte Vergaserdüse ausgemacht. Wahrscheinlich war diese Diagnose richtig, denn der Roller lief nach einer schnellen Vergaserreinigung wieder anstandslos. Allerdings blieb das Fahrzeug später am selben Tag wieder liegen. Der Verdacht ging hier natürlich wieder in Richtung "Dreck im Vergaser", möglicherweise durch Verunreinigungen im Tank. Nachdem der Roller zu ihm nach Hause abgeschleppt worden war, stand er erst mal, bis ich gestern Zeit hatte ihn mir vor Ort anzusehen.


Dabei wurde mir relativ schnell klar, dass die Ursache für den Liegenbleiber wohl anderer Art sein muss. Das aus dem Vergaser herausgefallene Anschlussstück für den Ölschlauch war, genau wie die Ölspur auf dem Antriebsgehäuse ein eindeutiger Hinweis für ein Schmierungsproblem. Noch deutlicher geht es eigentlich nicht mehr.
Generell sind die Anschlussstücke bei Vergasern dieser Machart ein Schwachpunkt. Unabhängig vom Hersteller werden diese in der Produktion in das Vergasergehäuse eingepresst. Sollten sie sich lösen, lassen sie sich kaum mehr zuverlässig und dauerhaft einsetzen. Der Vergaser ist dann eigentlich nur noch Schrott.





Die weiteren Arbeitsschritte, nämlich die Demontage von Zylinder und Kolben, brachten dann Gewissheit für das, was ich schon vermutet hatte. Der Kolben hatte sich auf der Auslassseite gefressen und der Motor entsprechend keine bzw. nur völlig unzureichend Kompression.
Ein neues Zylinderkit wird den Roller in diesem Fall wieder auf die Straße bringen. Die Kurbelwelle hat den Schaden zum Glück unbeschadet überlebt. Aber dennoch macht dieser Vorfall wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, ein System so simpel und damit frei von Fehlerquellen, zu halten wie irgend möglich.
In diesem Fall wird das Fahrzeug allerdings, aus verschiedenen Gründen die hier nichts zur Sache tun, seine Getrenntschmierung behalten. Darum gibt es zum neuen Zylinder auch noch einen neuen Vergaser. Bei einem Umbau auf Mischungsbetrieb hätte man auch das Altteil behalten können, einfach indem das Loch für das Anschlussstück verschlossen worden wäre.





Dienstag, 1. Oktober 2019

Black Bomber: Straßenrandschrauberei

Es gab mal eine Zeit, da waren Reparaturen am Straßenrand für mich der Normalzustand, einfach weil ich keinen Raum als Werkstatt hatte. Das ist heute zum Glück anders, aber manche Dinge sind einfach sinnvoller auf die "altmodische Art" zu lösen.
Die neue Tachowelle für den TPH war heute in der Post. Dafür extra zu Werkstatt raus fahren? Das lohnt sich nicht. solche Dingen lassen sich schnell und ohne großes Drama erledigen. Erst recht, wenn die Ape als mobile Werkstatt zur Verfügung steht.
Die alte Welle hatte es wirklich brutal hinter sich. Nicht nur, dass die Seele gebrochen war, sondern auch die Hülle war völlig verwüstet. Aber egal, das Ding ist jetzt eh Geschichte.
Leider ist das Neuteil, typisch für einen günstigen Nachbau, etwas kurz geraten. Aber es passt einwandfrei, lässt sich durch die Führung am Innenkotflügel legen und, was natürlich am wichtigsten ist, es funktioniert.

Manchmal ist so eine kleine Rückbesinnung auf die eigenen Anfänge auch nicht schlecht. Außerdem hoffe ich, dass ich Murphy diesmal ausgetrickst habe, es liegt nämlich seit heute eine Reservewelle im Helmfach des TPH.