Donnerstag, 2. April 2020

F12: erste Testergebnisse

Trotz der momentanen Einschränkungen wird Roller gefahren. Denn irgendwie muss man ja zum Einkaufen oder zum Sport kommen. Diese Art von simplem Alltagsbetrieb ist ein ideales Feld, um die Zuverlässigkeit eines Fahrzeugs zu erproben. In meinem Fall also, um den F12 zu testen. Grundsätzlich schlägt dieser sich auch gut, springt immer an und fährt ordentlich. Allerdings zeigen sich dann doch die Schwächen, die bei einem Fahrzeug das lange stand zu erwarten sind. 
Besonders drängend war dabei jetzt die Tatsache, dass die Vorderradbremse nicht mehr richtig arbeitete. Der Roller ist so nicht verkehrssicher, was einen vorläufigen Abbruch der Testfahrten bedeutet. 
Ursache für das Problem war nämlich ein undichter Bremssattel. Zwischen dem inneren Bremskolben und dem Belag drückt es die Flüssigkeit fröhlich ins Freie, das kann natürlich nicht funktionieren.
Zudem waren die Beläge völlig runter, dass sie zudem mit Bremsflüssigkeit durchtränkt waren ist da auch schon egal. Die Dinger sind schlicht hinüber.
Nach der Demontage zeigte sich dann, dass der Sattel nicht fest war. Lediglich die Dichtringe haben den Geist aufgegeben.
Allerdings zeigt sich auch das Alter und die sehr hohe Laufleistung des Rollers deutlich. Denn die Lackierung des Sattels hat sich fast vollständig abgepellt.
Problematisch ist, dass dieser Bremssattel eine ausgesprochen exotische Ausführung ist. Neuteile sind lieferbar, aber leider extrem teuer. Daher werde ich hier zunächst mal eine Überholung ausprobieren. Eigentlich halte ich davon nicht viel, denn sehr oft funktioniert es nicht, diesmal ist es aber der einzig wirklich sinnvolle Weg. Zumindest solange ich keinen neuen Bremssattel zu einem vernünftigen Kurs bekommen kann.
Immerhin, die Scheibe ist völlig in Ordnung und konnte nach einer gründlichen Reinigung wieder eingebaut werden. 
Für den F12 ist jetzt aber trotzdem erstmal Pause. Bleibt nur zu hoffen, dass die Überholung des Bremssattels funktionieren wird. In sehr vielen Fällen tut sie nämlich genau das nicht.


Dienstag, 31. März 2020

Schrauber im Home Office

In Zeiten der Corona-Krise ist es nicht wirklich möglich in der Werkstatt zu arbeiten. Es fehlt an zu vielen Dingen dafür, darum ist zu Hause bleiben und sich dort so nützlich wie möglich machen die sinnvollste Option. Aber ganz ohne Schrauberei geht es natürlich nicht.
Gefahren wird, im Rahmen der Möglichkeiten, aktuell der Ovetto. Dabei ist mir gestern aufgefallen, dass das Rücklicht nicht mehr geht. Ein durchgebranntes Birndl scheidet bei einem LED-Licht als Ursache aus, also muss es ein anderer Fehler sein.
Tatsächlich hat sich die Plastikplatte über dem Hinterrad, die unter anderem auch die Kabel schützt, selbstständig gemacht. Dadurch hingen die Leitungen auf dem Hinterrad und es hatte das Massekabel abgerissen. Ärgerlich, aber nicht weiter schlimm. Das Plastikteil habe ich noch in der Werkstatt auf Lager und das Kabel lässt sich ja flicken.
Die Heimmittel waren leider begrenzt. Ein Stück Kabel und zwei Schnellklemmen sorgen aber erstmal wieder für Verbindung. Der Kabelbinder hält den Kabelbaum zudem vom Hinterrad fern. Nicht schön, aber erstmal funktional. 
Außerdem gibt es natürlich noch die anderen Dinge, wie etwa das Abfüllen von Zweitaktöl aus dem Fass in Flaschen. Denn irgendwann ist der Spuk vorbei und ich werde wieder mehr von dem Zeug brauchen.
Ganz ohne Zweitaktöl kommt dafür das Turmberg-Fahrrad aus. Blogleser kennen den alten Drahtesel als ehemalige Wanddeko in meiner alten Werkstatt. Seit einiger Zeit steht das Rad bei mir zu Hause und wartet darauf wieder fahrbereit gemacht zu werden. Ein Projekt von extrem niedriger Priorität, aber aktuell habe ich Zeit dafür.
Nötig sind in jedem Fall zwei neue Reifen und Schläuche. Die aktuell aufgezogenen Gummis stammen aus den 50er Jahren und sind einfach nur fertig. Außerdem halten sie natürlich keine Luft mehr.
Früher wurde das Rad einmal fleißig gefahren. Der völlig abgeriebene Gummi der Stempelbremse erzählt davon, auch hier ist ein Neuteil fällig.
Ausgebaut habe ich bisher nur das Vorderrad, aber immerhin: Das Radlager ist völlig in Ordnung und brauchte nur etwas frisches Fett.
Ebenso die Felge, deren wunderschöne Linierung  unter einer dicken Dreckkruste erhalten ist.
Damit ist dann aber erstmal für heute Schluss, denn ohne Neuteile weiterzumachen hilft nichts. Der Versand via eBay funktioniert aber zum Glück noch. Also geht es bald weiter, mit "Schrauben im Home Office".







 


Samstag, 28. März 2020

mal was ganz anderes

Aktuell ist viel die Rede vom "social isolating", dabei ist dieser Begriff eigentlich grausig. Soziale Isolation ist für Menschen nämlich viel tödlicher als jeder Virus. Natürlich, das gleich vorweg, ist es wichtig, alles zu tun, das die Verbreitung des Virus zumindest aufhält. Abstandsregeln und Auflagen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum sind in diesem Zusammenhang durchaus sinnvoll. Trotzdem sollte man Totschlagfloskeln vermeiden. Erst recht solche, die sich hinter schwammigen, nach Marketing-Neusprech klingenden, Anglizismen verbergen. 

Sozial isoliert sind viele Menschen nämlich sowieso, ganz ohne Coronakrise und Ausgangsbeschränkungen. Eine wichtige Hilfe für Menschen, die zu den sogenannten "sozial Schwachen" zählen, sind Straßenzeitungen. Eigentlich ein simples Konzept: Durch den Verkauf erhält eine Person, die sonst keine Chance darauf hätte, ein kleines Einkommen. Viel wichtiger als das Geld ist aber, dass hier auch eine Aufgabe gegeben wird und daraus erwächst viel positive Energie. Ein erster Schritt auf dem Weg aus der Isolation der untersten Schichten der Gesellschaft. Straßenzeitungen erfüllen damit eine immens wichtige Aufgabe: Sie geben Menschen Würde und Selbstvertrauen zurück.

Die aktuelle Krise stellt jedoch auch die Straßenzeitungen vor gewaltige Probleme. Auf einer leeren Straße lässt sich nichts verkaufen. Eine simple aber eben auch problematische Tatsache. Die Regensburger Straßenzeitung RECARA, für die ich seit geraumer Zeit ehrenamtlich schreibe, braucht darum aktuell ganz besonders viel Unterstützung.
Statt auf der Straße in Papierform könnt ihr die Zeitung jetzt online in elektronischer Form bekommen. Auch am Preis ändert sich nichts, 2€ sichern den Fortbestand der Zeitung und damit die Weiterführung ihrer enorm wichtigen Arbeit für eine, zumindest ein kleines bisschen, gerechtere Welt. 

Ich bitte darum alle Blogleser, nicht nur die aus Regensburg, um ihre Unterstützung. Schaut auf der Webseite der RECARA vorbei und kauft eine digitale Nummer. Zeit zum Lesen sollte aktuell ja jeder genug haben.

Die Webseite findet ihr unter: https://recara.jimdosite.com/

Vielen Dank!