Sonntag, 7. März 2021

Puch Lido SL/SE Suzuki CS50/80: Gleichteile und Kompatibilität zu anderen Herstellern

 Der Puch Lido der Baureihen SL und SE, also 50 bzw. 80 ccm mit Dreigang-Automatik, ist ein spannender, historischer Roller. Allerdings ist die Ersatzteilversorgung extrem schlecht. Weder Puch noch Suzuki haben den in diesen Modellen verwendeten Motor jemals in ein anderes Fahrzeug eingebaut. Entsprechend exotisch sind viele Komponenten.

Allerdings wurden einzelne Teile von Zulieferern zugekauft, die auch andere Hersteller versorgten. Suzuki hat zudem einige Komponenten über lange Zeit bei anderen Fahrzeugen verwendet. Etwa in den Katana Automatikrollern der 90er Jahre. Zwar sind auch diese Roller selten, aber doch deutlich leichter zu finden als der Lido/CS der 80er Jahre.

Hier soll mit der Zeit eine, natürlich nicht abschließende, Liste von kompatiblen Bauteilen anderer Hersteller/Fahrzeuge entstehen.


Batterie:
Original Blei-Säure Batterie DB5L-B (12V 5Ah). Diese kann durch die modernere AGM-Batterie YB5L-B ersetzt werden, die jedoch minimal größer ist. Hierbei ist zu beachten, dass es verschiedene Batteriewannen für den Lido/CS gab. Einige davon eignen sich für diese Umrüstung besser als andere.

Die Normgröße für eine Batterie YB5L-B ist (LBH): 121X61X131mm. Kompatibles Fahrzeug hier ist die Vespa PX Elestart bis ca. 1995.


Bremsbacken:
50ccm mit kleiner Bremse (Backen 90X20mm): z.B. Type EBC S613. Diese Bremsbacken wurden bei diverse Suzuki Fahrzeugen verwendet, etwa dem Quad LT50. 

80ccm mit großer Bremse (Backen 120X25mm): Diese Bremsbacken wurden bei div. Rollern der 90er Jahre verwendet. Etwa dem Suzuki Katana oder dem Derbi Vamos.



Mittwoch, 3. März 2021

Lido: keine blühenden Landschaften

Nachdem die lackierten Teile Zeit zum Trocknen hatten, habe ich heute mit dem Lido weitermachen können.

Mit den frisch lackierten Teilen sieht das Fahrzeug gleich deutlich besser aus. Auch wenn mir zwischenzeitlich jemand gesagt hat, dass der Auspuff tatsächlich ab Werk silbern sein soll.

Ganz ehrlich? Das ist mir sowas von egal. Silbern sieht der Auspuff nach billigem "Rentnertuning" aus. Ob original oder nicht, schwarz ist schicker. Allerdings werde ich das kleine Hitzeschutzblech noch rot lackieren, das ist bei montierter Seitenhaube nämlich zu sehen und wenn schon unoriginal, dann richtig. Sollen sich die Nietenzähler doch aufregen.

Anschließend habe ich mich mit dem ersten echten Technikproblem am Roller auseinander gesetzt. Vom Vorbesitzer weiß ich nämlich, dass bei längeren Fahrten die Batterie zu kochen beginnt, also überladen wird.

Leider ist es mir bisher nicht gelungen, den Regler sinnvoll zu testen. Allerdings scheint das Massekabel der Batterie schlechten Kontakt gehabt zu haben. Mit einem verbesserten Masseanschluss ist die Ladespannung nämlich auch ein deutlich erträglicheres Maß gefallen. Den Regler zu testen ist deshalb schwierig, weil man dafür wohl einen besonderen Tester braucht. Puch schreibt im Werkstatthandbuch ein Gerät vor, das "Normatest 3000" heißt, aber das scheinbar niemand mehr hat. Mit dem modernen Digitalmultimeter ergeben die Messergebnisse aber keinen Sinn. Es ist also wohl was dran am "Wundertester" von Puch.

Daran ist erstmal nichts zu ändern. Allerdings macht mir der Säureaustritt aus der Batterie etwas Sorgen. Deshalb habe ich heute noch den Tank ausgebaut, der an der Oberseite ziemlich angefressen ist.

Der Rahmen unter dem Tank ist aber zum Glück in Ordnung und rostfrei, das beim Füllen des Öltanks verschüttete Öl hat hier scheinbar Gutes getan.

Es blieb also nur noch, die von der Säure verursachten Roststellen am Tank zu behandeln. Zum Glück ist auch hier kein großer Schaden entstanden.

Es war noch genug schwarze Farbe übrig, um auch hier für rostfreie Zustände zu sorgen. Das mit dem Regler nervt aber, da muss ich doch nochmal mit Herrn Liedl in Kontakt treten.

Montag, 1. März 2021

Blau gemacht und der Lido

Alle Jahre wieder, am 1. März, gibt es neue Versicherungskennzeichen. Dieses Mal wechselt die Farbe von Schwarz auf Blau, darum habe ich heute bei den beiden Alltagsrollern "blau gemacht".

 

Für den Centro gab es zudem ein kleines Upgrade, denn vor Kurzem ist es mir gelungen, das sauseltene originale Windschild aufzutreiben. Sogar als neuen Altbestand, also ungebraucht und in der Originalverpackung. 

Selten ist nicht gleichbedeutend mit wertvoll und so war der Windschild vergleichsweise billig. Wie ein Sechser im Lotto fühlt er sich trotzdem an.


Am vergangenen Wochenende habe ich mich zudem das erste Mal mit dem Lido etwas genauer beschäftigt.

Letztlich braucht der Roller nicht viel mehr als eine gründliche Inspektion. Denn das Fahrzeug ist ja voll fahrtauglich und in ziemlich gutem Zustand. Allerdings ist über die Vorgeschichte so gut wie nichts bekannt und es daher ratsam, mal etwas genauer nach zu sehen.

Der gute Zustand bestätigte sich dann so weit auch. Der Roller hat so gut wie keinen Rost und ist nicht verbastelt. Es sind aber natürlich ein paar kosmetische Arbeiten nötig sowie eben Dinge wie ein Ölwechsel und einige Reinigungsarbeiten.

Angefangen habe ich dabei zunächst im hinteren Radbereich. Die Bremse war ja zu machen, außerdem hatte sich hier wie üblich viel Schmutz abgesetzt. Dabei ist dann natürlich auch die Gelegenheit günstig, einmal nach der Ölpumpe zu sehen.

Die etwas abstruse Konstruktion, dass die Ölpumpe von der Getriebewelle angetrieben wird, platziert diese nämlich direkt neben dem Hinterrad.

Nachdem die Abdeckbleche abgenommen waren, zeigte sich hier alles in gutem Zustand. Einschließlich der Förderleitung zum rechten Kurbelwellenlager.

Irgendjemand hatte in der Vergangenheit den Auspuff mit silberner Farbe angesprüht, ohne ihn dazu auszubauen. Entsprechend hatten auch der hintere Innenkotflügel und die Lüfterradabdeckung ihren Teil der Farbe abbekommen. Darum war dann erst mal Baustopp, denn die neue Lackierung dieser Teile muss trocknen.