Mittwoch, 16. September 2020

Variantenspielerei

 Ich glaube, dass ich es schon wiederholt geschrieben habe, aber es ist eben immer noch wahr: Es sind die kleinen Details, die oft kaum sichtbaren Varianten und Unterschiede, die mich bei Rollern immer wieder faszinieren.

Einem solchen Detail bin ich zur Zeit bei Thums R7 auf der Spur. Wie zuletzt geschrieben lief das Fahrzeug ja nicht gescheit. Wobei ich mir relativ sicher war, dass der Vergaser die Quelle des Problems ist. Nun ist der Vergaser des Peugeot SV50, ein Gurtner PA, ein etwas obskures Bauteil. Klar ist nur, dass es diese Vergaser in einigen verschiedenen Ausführungen gab. Welche bei welchem Fahrzeug zum Einsatz kamen ist dabei nicht klar.

Für heute stand darum erstmal Bestandsaufnahme am Objekt auf dem Programm. Eingebaut war ein Gurtner PA mit Kennzeichen 332.B.KD01, was auch immer das heißen mag.

Auffällig bei diesem Vergaser ist, dass er keine Nebendüse hat.

Der entsprechende Sockel ist im Guss angelegt, aber nicht ausgebohrt und hat auch kein Gewinde. Die eingebaute Hauptdüse 72 entsprach der Angabe der Betriebserlaubnis, es dürfte sich also um den originalen Vergaser handeln. Warum der Motor damit nicht sauber läuft ist unklar, denn augenscheinlich ist der Vergaser in Ordnung. 

Zum Testen habe ich zwischenzeitlich noch einen anderen, ebenfalls aus einem SV stammenden, Vergaser bekommen. Type Gurtner PA mit Kennzeichen 379 YC19. Eine Ausführung mit Nebendüse. Eingebaut sind hier eine Hauptdüse 52 und eine Nebendüse 36.

Mit diesem Vergaser läuft der Motor, zumindest im Standversuch, deutlich besser. Das er kein bzw. nur sehr unwillig Standgas hält mag am alten bzw. übermischten Treibstoff liegen, beim nächsten Werkstatttag kommt darum frischer Sprit in den Tank. 

Diese Dinge mögen den meisten Lesern obskur und Langweilig erscheinen, ich halte sie für das Salz in der Suppe der Rollerei.

 

Donnerstag, 10. September 2020

ein wenig Zuwendung für den Golf

Von allen Fahrzeugen in meiner Flotte taucht der Golf wohl am seltensten im Blog auf. Meistens in der Rolle als Zugfahrzeug vor dem Anhänger, wenn mal wieder irgend ein Roller nicht mehr mag. Das könnte den Eindruck erwecken, dass das Auto ziemlich vernachlässigt ist. Was in gewisser Hinsicht sogar stimmt. Allerdings heißt das nicht, dass mir die Kiste völlig egal wäre, ganz im Gegenteil. Darum war es heute mal wieder an der Zeit, dem alten VW ein wenig Zuwendung zukommen zu lassen.


Eine Sache die mich tierisch ärger ist, dass Anfang des Jahres irgend ein Sauhund die Stoßleiste auf der Fahrerseite geklaut hat. Es ist natürlich ein seltenes Teil mit dem sowas passiert und mir ist es bis heute nicht gelungen eine lackierte Leiste für das Cabrio aufzutreiben. 

Der unlackierte Ersatz, den ich zwischenzeitlich mal aufgetrieben hatte, kam leider mit völlig maroden Halteclips, weshalb die Leiste letztens drohte abzufallen. Erster Job heute waren darum neue Clips.

Ansich nicht weiter spektakulär, aber leider sind die heute lieferbaren Clips so hart, dass die Montage ein echtes Geduldsspiel war. Aber immerhin, die Zierleiste ist wieder dran und die Tür damit ohne Löcher.

Allerdings sollte es heute Abend vor allem um den Innenraum gehen. Der Fahrersitz hatte es nach all den Jahren doch ziemlich hinter sich. "Neue" Sitze hatte ich ja schon im Frühjahr besorgt, aber bisher war nie die Zeit und Ruhe, das ich mich darum hätte kümmern können.

Vermutlich hätte ich das sogar noch länger liegen lassen, hätte nicht die Sitzverriegelung des Fahrersitzes vor ein paar Tagen den Geist aufgegeben. Bei jedem Ampelstopp nach vorne rutschen nervt, also raus mit dem ollen Hocker.

Vor allem eröffnet dies ungeahnte Möglichkeiten der Innenraumreinigung. Es ist wirklich schlimm, wie viel Dreck sich im Laufe der Jahre unter so einem Sitz ansammeln kann. Außerdem habe ich noch einige D-Mark Münzen gefunden, das Auto ist halt wirklich schon etwas älter.

Mit dem Dreck machte der Industriestaubsauger kurzen Prozess, so sauber waren die Teppiche vermutlich zuletzt am Tag der Auslieferung. 

Theoretisch wäre es mit dem Einbau des neuen Fahrersitz getan, aber ich mag dann doch keine unterschiedlichen Sitze haben, zumindest vorne nicht.

Grundsätzlich hätte ich auch den, zu diesen Sitzen passenden, Rücksitz, aber das stört mich ehrlich gesagt nicht. Die neuen Vordersitze sind weit davon entfernt perfekt zu sein, aber sie sind deutlich besser als die alten, vor allem der Fahrersitz, der sich nicht nur verriegeln lässt, sondern auch nicht völlig durchgeschossen und zerrissen ist.

Dank der im Frühjahr erworbenen Teile war dann auch die Beseitigung eines anderen Mangels möglich. Das linke Gurtschloss am Rücksitz hat schon vor Jahren seine Plastikverkleidung verloren. Ein Umstand, der nun schon in etlichen TÜV-Berichten als geringer Mangel vermerkt war. Zeit das endlich abzustellen.

Zwei ordentliche Gurtschlösser sind schon fein. Obwohl der Rücksitz meistens eh nur als Gepäckablage dient. 

Abgesehen vom nun nutzlosen Schalter der Sitzheizung ist das Auto innen jetzt wieder deutlich wohnlicher. Eine gründliche Reinigung würde dem Innenraum gut tun, wahrscheinlich geht das Cabrio darum dieses Jahr noch zum Aufbereiter, es gibt Dinge, die sollten einfach von einem Profi erledigt werden.

Unter Strich ist es aber immer ein gutes Gefühl, wenn man sich einmal um so ein sonst etwas vernachlässigtes Objekt gekümmert hat.



Mittwoch, 9. September 2020

Wiedervereinigung

Den Wulfhorst wieder zusammen zu bauen ist sicher nicht die spannendste aller Schraubereien, aber der Weg zu einem benutzbaren Fahrzeug ist nun mal genau dieser.

Vor allem aber ist das Zeit, dass das Fahrzeug absolut zuverlässig läuft. Darum geht es dabei vor allem um Details, wie eine gründliche Wartung des Antriebs, der noch einen neuen Riemen und Fliehgewichte bekommen hat.

Bei einem normalen Roller wäre das dann auch der Punkt, an dem der Motor wieder eingebaut werden kann. Beim Wulfhorst muss er aber in den Hilfsrahmen der Hinterachse gesetzt werden.

Dem Auspuff kommt dabei eine doppelte Bedeutung zu, denn er ist nicht nur die Abgasanlage, sondern bildet eine der Verbindungen zwischen Motor und Hilfsrahmen. Beim Peugeot SV bietet er zudem Potential für Detailverbesserungen.


Auspuffkrümmer, Kabel und diverse Schläuche kommen sich gefährlich nahe, darum ist ein Wickel aus Hilfeschutzband durchaus sinnvoll. Das Schutzblech für den Helmfachboden lässt sich zusätzlich dazu montieren.


Direkt darauf folgt der schwierigste Teil: die Verbindung von Roller und Hilfsrahmen, was durch das Gewicht der Teile nicht gerade erleichtert wird. Anschließend kann das Fahrzeug aber auf die Hebebühne und alle noch fehlenden Anbauteile montiert werden.

Zur Erhöhung der Startsicherheit bietet sich eine moderne Hochleistungszündspule an, die eine stärkeren Funken liefert als das Originalteil. Vor allem in Kombination mit hochwertigem Zündkabel und Kerzenstecker ist das durchaus hilfreich.


Tatsächlich sprang der Motor dann auch ohne große Probleme an.


Das ist gegenüber dem Ausgangszustand, das Fahrzeug lief ja überhaupt nicht, natürlich eine große Verbesserung. Allerdings läuft der Motor noch nicht so gut wie ich es mir wünsche. Es scheint noch Probleme mit dem Vergaser zu geben, die beim nächsten Mal angegangen werden müssen. Für heute war aber erstmal Feierabend, denn ein wichtiger Meilenstein ist ja erreicht.