Dienstag, 20. Oktober 2020

Sommer, Sonne, Winterroller

Eigentlich steht dem TPH der mattgraue Anstrich mit Fußbodenfarbe ganz gut. Doch irgendwie ist das langweilig und seien wir ehrlich: TPH im Militärlook gibt es viel zu viele. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass Rollerfahren Sonnenschein ins Leben bringt.


Darum habe ich heute die Gelegenheit und das gute Wetter genutzt, um eine liebe Freundin und Künstlerin in das Projekt einzuspannen. Denn der TPH sollte doch deutlich fröhlicher werden als er es im grauen Einheitskleid war.



Mir persönlich geht ja nun jedes künstlerische Talent ab. Ich mag ein brauchbarer Mechaniker und halbwegs akzeptabler Konstrukteur sein, aber was Alexandra mit Farbe und Pinsel zustande bringt, das lässt mich nur vor Neid erblassen und staunend dabei stehen.


Auf jeden Fall begleitet mich jetzt, auch auf dem Winterroller, immer ein großes Stück farbenfroher Sommer. 


Danke Alex, ganz tolle Arbeit und für mich ein riesen Geschenk.

Sonntag, 18. Oktober 2020

Jawa: erfolgreiche Transplantation

Eigentlich ist es jammerschade, dass die gelbe Babetta gerupft wird. Aber manchmal geht es eben nur so, also habe ich gestern den Motor ausgebaut.

Hierbei hat sich wieder gezeigt, dass das Fahrzeug eigentlich in ziemlich gutem Zustand ist. Alle elektrischen Verbindungen ließen sich problemlos trennen und sämtliche Schrauben waren gängig. Lediglich die beiden Bowdenzüge für Gas und Dekompressor waren so verbacken, dass ich sie abschneiden musste.

Abgesehen von einer dicken Dreckschicht hinderte also nichts den Einbau des Motors in sein neues Chassis. 

Deshalb ging es zunächst an die Tankstelle, eine gründliche Motorwäsche vornehmen und gleichzeitig den Zip sauber machen. Denn dieser ging gestern in den Winterschlaf.

Die rote Babetta hat ja schon den ersten Werkstattumzug mitgemacht. Tatsächlich ist in der Kellerwerkstatt nie daran gearbeitet worden, hier war sie immer nur in der Ecke gestanden. Entsprechend eingestaubt war das Fahrzeug. Außerdem hatte sich eine Maus in der Ersatzteilkiste breit gemacht und dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Einen halb skelettierten Kadaver brauche ich nicht unbedingt, aber so ist das eben wenn man auf einem Bauernhof arbeitet.

Der Einbau des Motors verlief sehr unspektakulär. Der Wiedereinbau des Tretwerks und der Wechsel der Ketten und des Zahnkranzes am Hinterrad haben im Grunde länger gedauert. Tatsächlich sprang der Motor dann auch sofort an. Allerdings nimmt er kein Gas an und der Vergaser verliert Benzin. Das mag auch daran liegen, dass der jetzt montierte Vergaser nicht der ist der mit dem Motor kam. Diesen muss ich erst neu abdichten und nochmal gründlich reinigen, dann kann die Gasfabrik wieder an ihren Platz. Normalerweise sollte das Fahrzeug dann laufen und eine Probefahrt möglich sein.







Donnerstag, 15. Oktober 2020

Jawa: es geht weiter!

Über zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich zum letzten Mal an der Jawa Babetta gearbeitet habe. Der Grund dafür war kein Mangel an Interesse, sondern schlicht ein Fehlen von Ersatzteilen. Der Originalmotor ist aufgrund der Ersatzteilsituation nicht sinnvoll überholbar und der aktuell eingebaute Motor läuft, ist aber völlig vermurkst. 

 Zum Glück ist jetzt aber ein interessanter Teileträger aufgetaucht. Eine gelbe 207 als 25km/h-Ausführung ohne Papiere, aber in recht gutem, weitgehend unverbasteltem Originalzustand. Eigentlich wäre dieses Fahrzeug der lohnendere Kandidat für einen Neuaufbau als die rote, aber diese ist eben ein Moped und damit sehr selten. Also muss die gelbe Babetta jetzt doch "sterben".


Gestern Abend habe ich das Fahrzeug vom Verkäufer abgeholt und ich bin mit dem Kauf noch immer sehr glücklich. Das Fahrzeug ist zwar ziemlich verwanzt, aber eben komplett, original und nicht zerschraubt. 

Aufgrund der späten Stunde habe ich gestern nicht mehr großartig dran gearbeitet, sondern nur den Tank abgebaut und den Motor per Benzintropf mit Kraftstoff versorgt. So war eine kleine Probefahrt möglich, die gezeigt hat, dass das Fahrzeug sehr schön läuft. Der Motor, um den es hauptsächlich ging, ist also in gutem Zustand. Außerdem sind seltene Anbauteile erhalten, wie der originale Spritzlappen für hinten und die alte Mittelverkleidung aus Blech. Zudem habe ich jetzt auch einen guten originalen Sattel als Ersatz für das völlig zusammengesessene Teil der roten.

Demnächst werde ich den Motor umbauen, das gelbe Chassis aber soweit zusammen lassen. Denn ganz wohl ist mir beim Gedanken das Fahrzeug zu zerlegen nicht. Irgend eine Verwendung wird es dafür sicher noch geben. Auf jeden Fall geht es mit dem Jawa-Projekt endlich weiter, was mich doch sehr freut.