Sonntag, 17. Juni 2018

Spirit of Saxonia: Gebrauchtteilepuzzle

Wie schon geschrieben hat Ronny mir gestern einige Teile von seinem Schlachtchinesen überlassen. Darunter nicht nur die komplett amputierte Frontpartie des Fahrgestells sondern auch einige andere höchst interessante Brocken.
Die Front war natürlich besonders wertvoll, denn sie sollte einige der wichtigsten Ersatzteile liefern. Spannend ist aber auch der Sportauspuff.
Das aufgenietete Schild auf dem Endschalldämpfer weist ihn als Originalauspuff eines Baotian BT49QT-12 aus, eine relativ selten zu sehende Sportversion der Billigchinesen. 
Der Auspuff ist nur ein optisches Gimick, denn ein Resonanzauspuff ist an einem Viertakter natürlich zunächsteinmal Blödsinn. Der Belly ist darum auch nur das Gehäuse des Katalysators, aber heiß aussehen tut das Ding natürlich trotzdem. Wenn die wirklich wichtigen Arbeiten am Roller abgeschlossen sind, werde ich mir das Ding einmal näher ansehen, vielleicht ist es ja brauchbar und kommt auch noch an den Spirit.
Von der abgesägten Front kamen heute aber ersteinmal die beiden sehr gut erhaltenen Gabelholme zum Einsatz. Einfach austauschen ist natürlich einfacher als das vorhandene Material zu überholen und in diesem Fall auch deutlich kostengünstiger.
Als nächstes habe ich dann vom Vorderrad aus dem Teilekonvult die Bremsscheibe auf mein Vorderrad ummontiert. Der Reifen vom Schlachtroller war Schrott, uralt und völlig rissig, aber die Bremsscheibe kurioserweise ein ungefahrenes Neuteil. Glück muss man ja auch mal haben.
Damit stand der Roller dann endlich wieder auf eigenen Rädern und der Wagenheber konnte weg. Was noch fehlte waren die neuen Bremsklötze, aber das ist ja auch keine große Sache.
Eigentlich wäre es damt möglich gewesen den Roller heute fertig zu machen, denn vom Schlachtroller kam auch noch eine gute Bremspumpe. Dummerweise ist es die Version ohne Spiegelloch, was ich natürlich erst nach der Montage am Roller bemerkt habe. 
Damit ist natürlich erstmal wieder Baustopp, denn eine neue Pumpe hatte ich sowieso schon vor einiger Zeit bestellt. Allerdings kommt diese direkt aus China, es wird also wohl noch etwas dauern bis sie geliefert wird.







Samstag, 16. Juni 2018

Cargo Zip: es ist genug Leistung wenn ...

... sich die Felge im Reifen dreht.
So soll es Carol Shelby einmal formuliert haben. Ich weiß nicht ob es stimmt, aber selbst wenn, hatte der Altmeister der amerikansichen Frisierkunst dabei ganz sicher keinen angeranzten Zip Fastrider im Sinne. 
Allerdings weiß ich auch nicht sicher, ob sich die Felge wirklich im Reifen gedreht hat. Ganz sicher ist nur, dass Reifen und Felge beschlossen haben getrennte Wege zu gehen. So kommt man auch zu einem Abendspaziergang. Eine ärgerliche Sache, die ganz böse ins Auge hätte gehen können, zum Glück ist aber nichts weiter passiert.

gegenseitige Schrauberhilfe im Frankenland

In der einen oder anderen Weise war Ronnys Arbeit ja schon desöfteren Gegenstand in meinem Blog. Zuletzt wegen der absolut genialen Hinterachskonstruktion für Thums Dreirad. Diesmal bin ich jedoch nach Franken gefahren, um selbst an einem von Ronnys Projekten mit Hand anzulegen. Aber der Reihe nach.
Angefangen hat alles damit, dass Ronny vor einiger Zeit einen ganzen Posten mehr oder weniger schrottreifer Chinaroller geborgen hatte. Über die genauen Hintergründe dieser Erwerbung ließ er sich zunächst nicht weiter aus. Im Fusselforum suchte er jedoch nach einem Ruderboot.
Mitlerweile ist bekannt, dass der Grund dafür der Bau einer Landyacht war. Eines Bootes, das abseits des feuchten Teils des Planeten fahren soll, angetrieben von einem Chinarollermotor. Der Punkt bei dem ich ins Spiel komme ist dann der Umstand, dass dieser Motor natürlich ohne Roller dran laufen soll.
Natürlich habe ich nicht nein gesagt, Ronny allerdings darum gebeten, sich im Gegenzug um das Rostloch im Schweller des Golfs zu kümmern.
Während Ronny also angefangen hat ein Stück Blech in die richtige Form zu bringen und zu einem Teil meines Autos werden zu lassen, habe ich angefangen einen der Chinaroller zu rupfen. Denn das Fahrzeug sollte als Testplattform für die notwendige Minimalelektrik dienen.
Wie das aber bei solchen Projekten ist, wehrte sich der Chinaroller nach anfänglichen Erfolgen mit Händen und Füßen dagegen zu funktionieren.
Ronny machte derweil am Golf wesentlich bessere Fortschritte.
Das Loch war recht schnell und problemlos verschlossen und der dahinter befindliche Hohlraum mit Fluidfilm gefüllt. Den passenden Stopfen und die nötige Grundierung gab es dann auch noch.
Somit ist diese Baustelle erstmal abgeschlossen und das Auto wieder dicht, der Chinakracher lief deshalb aber noch lange nicht.
Einige Stunden methodischen Probierens und Testens verschiedener Ideen brachten nichts, auch ein in der Nachbarschaft ausgeliehener Testvergaser nützte nichts. Zuletzt gab der Motor des Testrollers final den Geist auf und wir haben noch versucht, die bisherige Arbeit zu retten und den Motor in der Landyacht zu starten. 
Dies scheiterte zuletzt daran, dass der Testvergaser massiv Sprit verlor und uns die Zeit ausging. Darum wurde der Stapellauf des Trockenkutters ersteinmal verschoben und der unglückliche Testroller endgültig masakriert.

Da für Ronny nur die Motorkomponenten von Wert sind, haben wir das Vorderteil einfach abgeschnitten. 
Die daran befindlichen Teile werden bald in meinen Spirit einziehen, ein guter Deal für uns beide, denn Ronny ist das für ihn nutzlose Zeug los und ich habe einen großen Posten guter Ersatzteile. 
Was ich jetzt außerdem habe ist ein Golf, der ganz offiziell gewaltert und mit dem Aufkleber vom Fusselbunker veredelt wurde. Dafür und für die tolle Schweißarbeit ganz lieben Dank an Ronny, es war mir wie immer eine große Freude im Back-Alley-Workshop zu Gast sein zu dürfen.