Freitag, 16. November 2018

Klingonenkreuzer: Generationenkonflikt

Nach einer extrem arbeitsreichen Woche war heute endlich mal wieder etwas Zeit zum Schrauben. Außerdem ein traumhaft schöner Spätherbsttag, der geradezu nach einer kleinen Ausfahrt schrie.

Eine gute Gelegenheit zur Werkstatt raus zu fahren also, im Gepäck der zwischenzeitlich gelieferte, neue Gepäckträger für den Neos. 
Die Farbe auf der letztens geschweißten Hecktraverse hatte natürlich ausreichend Zeit zum Trocknen und somit war alles bereit wieder zusammengefügt zu werden. Der Tank ist beim Neos ja denkbar simpel einzubauen, er wird einfach ins Rahmenheck eingelegt und mit dem Schlossträger festgeklemmt.
Der Spritzlappen hat nun auch wieder festen Halt und im Prinzip kann so alles wieder zusammengebaut werden. Als nächster Schritt sollte jetzt natürlich der Gepäckträger probemontiert werden, aber genau da lag das heutige Problem.
Ich hatte aus versehen einen Gepäckträger für das Modell ab 2007 bestellt. Dieser passt, wie den Listen zu entnehmen ist, natürlich nicht beim alten Modell. Meine letztens gestellte und von niemandem zu beantwortende Frage, warum das so sei, ist damit auch geklärt: Offensichtlich ist das Heck der neuen Neos-Generation deutlich breiter als das der alten Modelle. Der Träger ist nicht sinnvoll anbaubar und geht darum zurück, im Umtausch gegen einen korrekten Träger für das alte Modell.

In der Werkstatt war somit schon wieder Feierabend, aber an einem so schönen Sonnentag ist das auch nicht weiter schlimm...

Sonntag, 11. November 2018

Spirit: Zwischenbilanz

6.000km, eigentlich keine weiter bemerkenswerte Laufleistung. Warum also großes Aufheben darum machen?


Nun, der Chinaroller hat heute diesen Tachostand erreicht, ein Ereignis, das zu erleben ich eigentlich nicht mehr erwartet hätte. Es bedeutet letztlich, dass ich mit dem Roller jetzt insgesamt gute 2.800km gefahren bin, die letzten 700 davon seit Instandsetzung nach Totalausfall. Tatsächlich funktioniert der Haufen zur Zeit einigermaßen brauchbar, er springt an und tut bisher was ich von einem Winterroller erwarte: fahren. 

Trotzdem ist dieser Anlass so gut wie jeder um einmal die, von einigen Leuten nachgefragte und von mir versprochene, Zwischenbilanz aufzustellen.
Für die bisher gefahrenen Kilometer hat der Roller 86l Benzin gebraucht, was einem Durchschnitt von gut 3l/100km entspricht. Für die Reparaturen und Verschleißteile habe ich bisher 464,41€ investiert. Erneuert wurden bisher (nicht in chronologischer Reihenfolge):

- Tachoantreiber (2X) und  Tachowelle
- Zündanlage (komplett aus Schlachtroller)
- Zündschloss
- Ölpumpe
- Wellendichtring zündungsseitig
- Bremspumpe
- Mittelverkleidung
- Ölfiltersieb
- Antriebsriemen und Fliehgewichte
- Luftfilter (komplett mit Gehäuse)
- Vergasermembrane (2X)
- Zündkerze mit Stecker und Kabel
- Zündspule
- Massensicherungen
- Tank
- Benzinhahn mit Filter und Leitungen
- Unterdruckleitungen
- Entlüftungsleitung (Kurbelgehäuse)
- Tankgeber
- Tachoglas
- Scheinwerfer
- Bremslichtschalter
- Bremshebel links

An Zubehör hat der Roller folgendes bekommen:
- gebrauchter Serien-Sportauspuff von Baotian
- Topcase (aus Fundus)
- Wetterscheibe
- Lenkergriffe
- optimiertes Lüfterrad
- Tränenblechauflage fürs Trittbrett
- Ladesteckdose

Dafür habe ich insgesamt 84,94€ ausgegeben. Die neue Lackierung hat 32,23€ gekostet. Zusätzlich sind natürlich noch Spritkosten, Ölwechsel, Versicherung usw. angefallen was die Gesamtkosten für den Roller bis heute auf insgesamt 747,68€ bringt. Das sind dann 0,29€ je gefahrenem Kilometer. Der Rote Baron fährt für 0,11€/Kilometer, nur um einen Vergleichswert zu bringen.

Das sind natürlich alles relativ aussagefreie Zahlen, die für sich nichts belegen. Aber es wurde ja gewünscht, dass ich diese Rechnung aufstelle und ich sehe auch keinen Grund, warum ich das nicht tun sollte. Normalerweise rechne ich bei meinen Fahrzeugen nicht so, aber es scheint ja doch ein paar Leute zu interessieren.

Was mit dem Roller weiterhin passiert? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau. Über den Winter soll er mich (hoffentlich) noch bringen, im Frühjahr wandert er dann aber in die Kleinanzeigen und kommt weg, zumindest wenn sich jemand findet, der einen halbwegs vernünftigen Preis bezahlt. Denn zum ganz billig verramschen steckt in der Karre zu viel Geld. Es kann also auch sein, dass ich ihn den Sommer über einlagere und dann nochmal als Winterroller fahre. Aber das liegt alles noch gut vier Monate in der Zukunft, bis dahin kann viel passieren.

Freitag, 9. November 2018

Klingonenkreuzer: Kampf dem allgemeinen Verfall

Der Klingonenkreuzer stand jetzt fast zwei Wochen ohne Motor in der Werkstatt. Neben dem ewig nicht gelieferten Anlasser war das natürlich auch meinem Ausflug nach Sachsen geschuldet. Heute konnte ich endlich weitermachen.
Zusätzlich zum neuen Anlasser gab es auch gleich noch einen neuen Kabelbaum. Damit sollten, eigentlich alle elektrischen Probleme in diesem Bereich erledigt sein.
Das Neuteil ist zwar ein günstiger Nachbau, passte aber dennoch relativ problemlos. Manchmal funktionieren solche Dinge eben einfach, was eine angenehme Abwechslung darstellt.
Anschließend habe ich den Motor wieder eingebaut und mit allen Anbauteilen versehen. Allerdings funktioniert der Anlasser noch immer nicht zufriedenstellend. Zwar dreht er, im Gegensatz zum Altteil, den Motor überhaupt durch, allerdings reicht die Drehzahl nicht um den Motor zu starten. Ich vermute, dass das Relais nicht mehr in Ordnung ist. Ein korrodierter bzw. verzunderter Kontakt im Relais kann so etwas durchaus verursachen. 

Der "neue" Auspuff ist ein, günstig aus dem Slooowriders-Forum gefischtes, Gebrauchtteil. Angeblich ein Sito Plus, für mich sieht das Teil aber mehr nach einem LeoVince Touring aus. Es war zwar ein Sito Hitzeschild dabei, aber was genau der Auspuff ist bleibt doch irgendwie rätselhaft. Mir ist es aber eigentlich egal, denn wichtig war nur den nervigen Chinatopf loszuwerden.
Die anschließende, kurze Probefahrt zeigte dann, dass die Kur erfolgreich war. Der Roller läuft deutlich besser als vorher, insbesondere die extreme Anfahrschwäche mit dem Chinaauspuff ist überwunden. Das kann jetzt so bleiben.
Was keinesfalls bleiben konnte ist der durchhängende Spritzschutz. Es handelt sich hierbei um eine klassische Neos-Krankheit, von der auch mein Exemplar leider schon mehrfach befallen war.
Ursache für das Problem ist, dass die untere Befestigung für den Gepäckträger, die gleichzeitig den Spritzlappen in Position hält, weggerostet ist. Dies ist beim Neos ein Problembereich, denn die Stelle liegt unmittelbar im Spritzbereich des Hinterrades und sammelt Dreck und Feuchtigkeit.
Das fehlende Stück war zum Glück noch vorhanden, denn die Gepäckträgerschraube hatte es daran gehindert abzufallen. Substanz war ach noch genug da, also konnte ich das diesmal einfach wieder anschweißen. 
Vorher musste natürlich der Tank raus und die Querstrebe abgeschliffen werden. Zusätzlich habe ich eine Bohrung angebracht um das anzuschweißende Teil verschrauben zu können. 
Diese Vorgehensweise hat zwei Vorteile. Zum Einen ist es so fast ausgeschlossen, dass sich das Teil bewegt und nicht mehr richtig platziert ist und zum Anderen kann das Schraubenloch hinterher als Angriffspunkt dienen um das Teil zusätzlich zu verschweißen.
Genauso bin ich dann auch vorgegangen. Zunächst an den Seiten verschweißen, dann die Schraube entfernen und das Loch zuschweißen. Auf diese Weise ist der Halter zusätzlich mit dem Querrohr verbunden. 
Zum Abschloss bekam das Ganze noch eine Schicht Grundierung als ersten Rostschutz und etwas mattschwarze Farbe als Decklack verpasst.
Somit sollte sichergestellt sein, dass es nicht zu schnell wieder rostet. Bevor der Tank eingebaut werden kann muss das Trumm natürlich noch richtig trocknen. Darum war für heute erstmal Feierabend.
Als nächstes muss ich ohnehin noch einen neuen Gepäckträger besorgen. Denn das Altteil ist dermaßen marode, dass eine Instandsetzung nicht sinnvoll ist.