Montag, 1. März 2021

Blau gemacht und der Lido

Alle Jahre wieder, am 1. März, gibt es neue Versicherungskennzeichen. Dieses Mal wechselt die Farbe von Schwarz auf Blau, darum habe ich heute bei den beiden Alltagsrollern "blau gemacht".

 

Für den Centro gab es zudem ein kleines Upgrade, denn vor Kurzem ist es mir gelungen, das sauseltene originale Windschild aufzutreiben. Sogar als neuen Altbestand, also ungebraucht und in der Originalverpackung. 

Selten ist nicht gleichbedeutend mit wertvoll und so war der Windschild vergleichsweise billig. Wie ein Sechser im Lotto fühlt er sich trotzdem an.


Am vergangenen Wochenende habe ich mich zudem das erste Mal mit dem Lido etwas genauer beschäftigt.

Letztlich braucht der Roller nicht viel mehr als eine gründliche Inspektion. Denn das Fahrzeug ist ja voll fahrtauglich und in ziemlich gutem Zustand. Allerdings ist über die Vorgeschichte so gut wie nichts bekannt und es daher ratsam, mal etwas genauer nach zu sehen.

Der gute Zustand bestätigte sich dann so weit auch. Der Roller hat so gut wie keinen Rost und ist nicht verbastelt. Es sind aber natürlich ein paar kosmetische Arbeiten nötig sowie eben Dinge wie ein Ölwechsel und einige Reinigungsarbeiten.

Angefangen habe ich dabei zunächst im hinteren Radbereich. Die Bremse war ja zu machen, außerdem hatte sich hier wie üblich viel Schmutz abgesetzt. Dabei ist dann natürlich auch die Gelegenheit günstig, einmal nach der Ölpumpe zu sehen.

Die etwas abstruse Konstruktion, dass die Ölpumpe von der Getriebewelle angetrieben wird, platziert diese nämlich direkt neben dem Hinterrad.

Nachdem die Abdeckbleche abgenommen waren, zeigte sich hier alles in gutem Zustand. Einschließlich der Förderleitung zum rechten Kurbelwellenlager.

Irgendjemand hatte in der Vergangenheit den Auspuff mit silberner Farbe angesprüht, ohne ihn dazu auszubauen. Entsprechend hatten auch der hintere Innenkotflügel und die Lüfterradabdeckung ihren Teil der Farbe abbekommen. Darum war dann erst mal Baustopp, denn die neue Lackierung dieser Teile muss trocknen.


Mittwoch, 24. Februar 2021

Casalini Sulky: Fortschritt an der Bremsenfront

Nachdem die Bremsenbaustelle letzten nicht fertig zu machen war, einfach weil es am nötigen Werkzeug fehlte, ging es heute endlich weiter.

Das neue Bördelgerät ist wirklich super, so schnell und sauber war das mit dem alten nicht zu erledigen. Die Investition in gutes Werkzeug lohnt sich eben doch immer wieder.

Mit der neuen Bremsleitung war es dann kein allzu großes Problem die letzte Radbremse fertig zu machen. Was nun noch fehlt ist der neue Hauptbremszylinder, solange der nicht da ist geht eben nur die Handbremse. Aber immerhin geht diese, denn das war ja bisher auch nicht der Fall.

Zur Einstellung der Hinterradbremse reicht das aber schon und so habe ich zunächst eine vorsichtige Probefahrt auf dem Feldweg unternommen.

Ein kurzes Stück des Weges ist asphaltiert, hier lässt sich die Bremswirkung und prüfen. Auf dem Foto sieht es nicht so aus, aber die Handbremse malt zwei schön deutliche und gleich lange Striche auf den Boden. So soll das sein.

Der nächste Arbeitsschritt betraf dann die Radkappen für die Hinterräder (vorne ist keine vorgesehen). Diese sind spezifisch für den Sulky und entsprechend selten. Leider ist der Kunststoff nicht sonderlich gut gealtert und schäbig geworden. Das ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern wird früher oder Später auch zum Verlust der Kappen führen.

Darum habe ich die vorhandenen Risse zunächst mit Epoxy stabilisiert und dann die Radkappen grundiert. Die Idee ist, dass eine Lackierung eine gewisse Schutzwirkung für den Kunststoff hat und die Teile somit besser über die Zeit retten sollte. Außerdem sieht es deutlich besser aus.

Während die Grundierung trocknete habe ich dann im Innenraum des Sulky weiter gemacht. Der Lenker war vom Vorbesitzer ungünstig hoch gesetzt worden, was dazu führte, dass der Kupplungshebel bei vollem Einschlag die Windschutzscheibe berührte.

Sämtliche Fenster des Sulky sind aus Kunststoff und entsprechend kratzempfindlich. Auch darum konnte das unmöglich so bleiben. Um den Lenker wieder tiefer zu setzen musste ich ihn allerdings ausbauen, denn die Klemmschraube war dermaßen angeknallt worden, dass es unmöglich war sie nur leicht zu lockern.

Wenn man das dann schon soweit auseinander hat, dann bietet es sich an, gleich den kompletten Lenkkopf auszubauen und das Lager zu schmieren. Etwas, das hier in den letzten 30 Jahren ziemlich sicher nicht gemacht wurde.


Der Lenkkopf ist eines der vielen Spezialteile im Sulky. Es handelt sich dabei um ein Stück Ape-Gabel mit angeschweißtem Hebelarm. Denn die eigentliche Gabel ist beim Sulky so weit vorne, dass der Lenker nicht direkt daran montiert werden kann. Das Lenkkopflager entstammt ebenfalls der Ape 50, leider ist es die alte Version mit losen Kugeln was ein entsprechender Aufwand ist.


Die Gewinde im Klemmkloben und in der Lenkerschraube waren völlig überdehnt und mussten nachgeschnitten werden. Wie das halt so ist, wenn Gewaltmenschen ohne Sinn und Verstand an einem Fahrzeug schrauben.

Sinnvoll angezogen und in der richtigen Höhe ist der Lenker jetzt so ausgerichtet, dass der Kupplungshebel nicht mehr an die Scheibe knallt. Der Lebensdauer der Windschutzscheibe sollte das zugute kommen.


In der Zwischenzeit war dann auch die Grundierung auf den Radkappen getrocknet und der Decklack in passendem Rot konnte drauf. Das sollte dann doch deutlich besser aussehen, als brüchiger Krümelplast.










Samstag, 20. Februar 2021

Casalini Sulky: neuer Halt und Werkzeugdrama

Die gestrige Trocknungsaktion im Keller war sehr erfolgreich. Zwar war noch eine gewisse Restfeuchte im Raum, aber die war so gering, dass es möglich war die Fahrzeuge wieder zurück zu bringen.

Ich habe dann gleich die Gelegenheit genutzt, um die komplette Flotte auf Fahrbereitschaft zu prüfen. Tatsächlich tun alle Fahrzeuge was sie sollen, auch wenn vor der Saison natürlich noch der alljährliche Inspektionstag ansteht.

Bei den Oldtimern wird dieser dann wohl in drei Wochen stattfinden, damit diese dann rechtzeitig zum 01.04. zurück auf die Straße können. Das der Aprilanfang dieses Jahr auf das Osterwochenende fällt ist in diesem Zusammenhang sicher ganz praktisch.

Besonders gefreut hat mich aber, dass ich mich heute wieder der eigentlichen Arbeit widmen konnte. Nämlich Thums Sulky, der zur Zeit noch immer in der Werkstatt steht und darauf wartet, seine Bremsanlage zurück zu bekommen.

Am rechten Hinterrad hatte ich das Zeug schon vor einiger Zeit auseinander gebaut. Einfach weil niemand sicher wusste, was da genau drin steckt. Tatsächlich handelt es sich aber an der Hinterachse um eine ganz normale Ape 50 Bremse. Entsprechend schnell und einfach war hier alles erneuert.

Die Vorderradbremse ist dagegen etwas speziell. Es handelt sich auch hier um Bremsteile der Ape 50 für die Hinterachse, allerdings mit zwei Bremsbacken ohne Handbremsanschluss. Das ist insofern kein Problem, als es die Bremsbeläge der Ape nur Achsweise gibt, man also auf jeden Fall die nötigen Teile bekommt. Auch die Vorderradbremse war recht flott wieder beisammen.

Hinten links gab es dann aber doch Schwierigkeiten. Denn anders als auf der rechten Seite war hier alles ziemlich zusammengerostet. Radbremszylinder und Bremsleitung waren derart fest, dass ich sie am Fahrzeug nicht trennen konnte.

Die Lösung den Bremszylinder zusammen mit der Hartleitung auszubauen war dann aber zum Glück recht gut umsetzbar. Tatsächlich ließen sich die Teile dann am Schraubstock trennen, allerdings nicht ohne die Hartleitung zu zerstören, was eigentlich genau das war, was ich vermeiden wollte.

Das ist jetzt natürlich auch kein Drama, außer das Bördelgerät funktioniert nicht. Hier gibt es keine Alternative, also ist erstmal Baustopp und warten auf ein neues Bördelgerät angesagt. Bis dahin ist der kleine Italiener also wieder etwas "haltlos" was die Bremsensache angeht.