Sonntag, 30. Mai 2021

Holzwurmereien

Es tut sich noch immer nicht viel im Blog, dafür umso mehr in der Werkstatt. Denn der Casalini Sulky steht ja noch immer bei mir. Ein Zustand, der sich bald ändern wird, denn das Fahrzeug soll in ein paar Wochen in seine neue Heimat aufbrechen. Dafür muss natürlich alles perfekt passen.

Gestern stand darum der (hoffentlich) letzte größere Technikcheck auf dem Programm. Eigentlich sollte jetzt alles soweit passen, und der lustige kleine Kerl demnächst problemlos nach Hause fahren. Allerdings ist fertig natürlich immer ein relativer Begriff.

In seinem "neuen Leben" soll der Sulky nämlich auch als Rollstuhltransporter herhalten. Eine Rolle bei der es nicht wirklich optimal ist, dass der Treibstofftank ungeschützt im Kofferraum steht. Ursprünglich sollte hier einfach nur ein Stück Sperrholz als Tankschutz dienen, aber das erschien mir dann doch etwas arg krude.

Das war nun so eine Sache, bei der ich zunächst keine Ahnung hatte wie es ausgehen würde. Ein bisschen mit Pappschablonen rumspielen ist da immer ein guter Weg um eine Lösung zu finden.

So entstand dann, aus einer alten Schrankrückwand und etwas Holzabfall, eine Verkleidung, die den Tank komplett umschließt.

Das Teil lässt sich oben am Fensterrahmen an einer vorhandenen Bohrung verschrauben. Eine Lösung, die mir deutlich besser gefällt als ein simples Brett. Aber so roh sollte es dann auch nicht bleiben.

Etwas schwarze Farbe und ein Stück von einer alten Autofußmatte lassen das Teil gleich sehr viel stimmiger erscheinen. 

Ein alter Besteckkasten, der aus unerfindlichen Gründen seit Jahren in der Werkstatt rumliegt, musste zuletzt auch noch dran glauben. Denn Platz ist wertvoll im Sulky und so sollte der Raum auf der Verkleidung nicht ungenutzt bleiben.

So eine Kleinkramablage im Kofferraum ist zweifellos praktisch.

Jetzt muss der Sulky aber noch beweisen, dass er wirklich zuverlässig läuft. Darum bin ich dann anschließend damit nach Hause gefahren. Die ersten 40km Überland hat er gut gemeistert, mal sehen was die nächsten Tage bringen werden.


Sonntag, 23. Mai 2021

Klingonenkreuzer: es geht weiter

Der letzte Blogeintrag ist nun auch schon wieder fast zwei Wochen alt. Dabei ist es nicht so, dass sich nichts getan hätte, ganz im Gegenteil.

Ich war zwischenzeitlich mal wieder in Sachsen, ein paar Mopeds durchtauschen, denn der Nachschub an Wulfhorst-Baustellen reißt so schnell wohl nicht ab.

Außerdem gibt es beim Thum ja auch sonst immer allerlei zu tun. Aber nun ist wieder Zeit, dass ich mich um meine eigenen Baustellen kümmere. Allen voran natürlich der Ovetto, der nun endlich zu einem fahrbaren Roller werden soll.

Einen ganzen Schwung Verschleißteile hatte ich letztens ja schon bestellt. Somit war es nun möglich, zumindest die Basis wiederherzustellen.

Dabei war das alles eher unspektakuläres Zeug. Eben jene Dinge, die ein nunmehr auch schon zwanzig Jahre alter Roller eben so braucht. Wobei nur das dringend nötige, neue Nadelventil für den Vergaser über den Umfang einer üblichen Inspektion hinaus ging. Ein Zeichen für die unglaublich hohe Bauqualität dieser Roller.

Außerdem habe ich mich mittlerweile entschlossen, den blauen Ovetto zum neuen Tourer zu machen. Das bedeutet, dass dieser Roller die ganze Spezialausrüstung erhalten wird. Was allerdings am beigen bleiben muss ist der Seitenständer, denn ohne diesen hat der Roller gar keine Stütze mehr. Darum gab es nun noch einen neuen Seitenständer für den blauen.

Einen Gepäckträger hatte ich noch im Fundus und somit war es dann möglich, den Roller grundlegend zusammen zu bauen und für eine Probefahrt fit zu machen. Für mich die erste Fahrt überhaupt mit diesem Roller.

Mangels gültiger Versicherung blieb der Test aber auf den Privatweg hinter der Scheune begrenzt. Immerhin, der Roller fährt gut und hat ordentlich Leistung. Allerdings hat sich bei der Probefahrt gezeigt, dass der Luftfilterkasten hinüber ist. Das klassische Minarelli-Problem mit dem sich lösenden Gummirüssel hat auch diesen Roller erwischt. Hier hilft nur ein neuer Luftfilterkasten.

Allerdings läuft der Roller gut genug, dass ich davon ausgehe, dass es mit dem neuen Luftfilterkasten getan ist. Darum habe ich heute Abend noch nicht nur den Kasten, sondern auch gleich ein Versicherungskennzeichen angefordert. Es wird also bald wirklich ernst mit dem Teil.


Mittwoch, 12. Mai 2021

X30 und Klingonenkreuzer: Wohltuende Fortschritte

In letzter Zeit sind einige Dinge geschehen, die ich ziemlich frustrierend fand. Da tut es dann gut, wenn mal etwas einfach klappt.

Angefangen hat es damit, dass ich die X30 nach über einem Jahr Standzeit reaktiviert habe. Ein Vorgang, der keinerlei Probleme mit sich brachte. Ärgerlich war nur, dass ich das Moped wegen Dauerregen nicht fahren konnte bzw. wollte. Der Wiedereinstieg in die praktische Oldtimerei muss also noch ein paar Tage warten. Ich gebe aber zu, dass es mich ganz gewaltig in den Fingern juckt.

Hauptsächlich habe ich mich heute aber auf den "Spender-Ovetto" gestürzt.

Es war bisher nicht ganz klar, wie hinüber das Teil wirklich ist. Tatsächlich war es aber relativ einfach, ihn zu neuem Leben zu erwecken.

Es mag vielleicht etwas drastisch wirken, aber den Motor ausbauen hat die Sache deutlich einfacher gemacht und beschleunigt. Denn letztlich war es damit getan, den Motor neu abzudichten. Beide Kurbelwellendichtringe und eine neue Zylinderfußdichtung lösten das Problem.

Natürlich ist, wie wäre es anders möglich, im Zuge der Arbeiten auch gleich noch die Ölpumpe stillgelegt worden.

Natürlich braucht der Roller noch einige Verschleißteile neu, zudem läuft der Vergaser über, da wohl das Schwimmerventil nicht mehr so richtig toll ist. Aber grundsätzlich funktioniert er.

An dieser Stelle habe ich es dann für heute gut sein lassen. Denn zunächst müssen einige Teile eintreffen und ich muss mir wirklich klar darüber werden, was aus dem "Spender" werden soll. Der Roller ist nämlich in einem nahezu unglaubwürdig guten Zustand, wenn man Alter und Laufleistung bedenkt. 

Ich bin wirklich am überlegen, ob dies nicht der neue Tourenroller werden sollte. Der Beige wäre dann eher ein Kandidat für einen neuen Alltagsschrubber oder evtl. auch zum Verkauf.





Samstag, 8. Mai 2021

Klingonenkreuzer: Manchmal ist man einfach nur sprachlos

Es ist jetzt einige Wochen her, dass ich den Schlacht-Ovetto aus dem Hühnerstall gezogen habe. Dieser hat einige wesentliche Puzzleteile zur Instandsetzung meines Tourenrollers geliefert. Eigentlich hatte ich nicht mehr damit gerechnet, aber somit dürfte es wohl doch noch dieses Jahr möglich sein, den Klingonenkreuzer auf die Straße zurückzubringen.

Was allerdings noch gefehlt hat, war ein Motor mit brauchbarer Hauptständeraufnahme. Wer die Minarellis kennt, der weiß, wo das Problem liegt. Ich will das hier jetzt nicht weiter ausführen, denn darum soll es nicht gehen. 

Tatsächlich hat mich vor einigen Wochen ein netter Mensch angeschrieben, dass er noch einen Ovetto in der Garage hätte. Das Fahrzeug ist nicht fahrtauglich und nach einem Ausfall während der Fahrt teilweise zerlegt. Eigentlich wollte ich nicht noch einen Schlachter, doch dann kam ein ganz besonderes, unerwartetes Angebot. Ich könne den Roller einfach holen, wenn ich vor Ort einen Wert festsetze und diesen Betrag an das Projekt Wünschewagen des ASB spende ( www.wuenschewagen.de . Ich gebe zu, dass mich das ziemlich überrascht hat.

So bin ich heute eben in die Nähe von Nürnberg gefahren und habe einen 2001er MBK Ovetto 50 geborgen. Das Fahrzeug ist in überdurchschnittlich gutem Zustand, abgesehen von den demontierten Teilen und einem nicht näher definierten Motorproblem. Doch dieser Motor hat nicht nur ein Problem, sondern auch eine intakte Hauptständeraufnahme. Genau was ich brauche, um meinen Klingonen wieder auf die Straße zu bekommen. 

Wie und wann das genau passieren wird, das muss sich noch zeigen. Aktuell fehlt es etwas an der nötigen Ruhe und Zeit, aber ich bin trotzdem erst mal ziemlich glücklich. Außerdem hat mein Glaube an das Gute im Menschen einen unerwarteten Schub erhalten. 




Sonntag, 2. Mai 2021

Lido und F12: eine mögliche Lösung und ein jährliches Ritual

Eigentlich würde ich den Lido gerne mal etwas mehr fahren, allerdings war ja noch immer das völlig verschlissene, bei jeder Bodenwelle bzw. Bremsung durchschlagende vordere Federbein zu beseitigen.

Original ist im Lido eine 260mm lange Showa Gasfeder verbaut, die nach gut 40 Jahren natürlich hinüber ist. Gebrauchter, nutzbarer Ersatz scheint nicht mehr zu existieren und es gibt auch keine sinnvolle Reparaturmöglichkeit. Also was tun?

Es gibt in Österreich einen Anbieter, der ein Mofafederbein aus chinesischer Fertigung mit einem Adaptersatz für den Lido anbietet. Sicher eine Möglichkeit, aber zulassungsrechtlich höchst bedenklich. Zudem ist die Qualität des Teils mehr als nur fraglich. Etwas Recherche förderte dann aber einen möglichen Ausweg zutage.

Das vordere Federbein des Speedfight 1 und 2 ist nur geringfügig länger als das des Lido. Zudem passt das obere Auge. Das untere Auge ist leider mit 8mm zu klein, aber die Messungbuchse hat genug "Fleisch" zum Ausbohren. Genau das habe ich dann machen lassen, und siehe da: Es passt!

Dadurch, dass das Federbein etwas länger ist, wird natürlich der Winkel der Schwinge verändert. Aber das ist im akzeptablen Rahmen und beim Fahrverhalten unkritisch. 

Außerdem hat das YSS-Federbein für den Speedfight einen großen Vorteil: Es kommt mit einer ABE für den Speedfight 1 und 2. Dieser ist von Geschwindigkeit und Gewicht dem Lido so ähnlich, dass dieser Umbau eintragungsfähig ist. Genau das ist jetzt auch geschehen und mein Lido damit völlig legal auf der Straße. 

Ob das Teil jetzt auch dauerhaft in dieser Anwendung funktioniert, nun, das kann nur die Zeit zeigen. Wir werden sehen und ich werde ggf. berichten.

Außerdem habe ich gestern den F12 aus dem Winterschlaf geweckt. Jetzt im Mai werden die ganzen "guten" Fahrzeuge herausgeholt. Der alte Italiener macht dieses Jahr den Anfang, denn ich hatte einfach wieder richtig Bock damit zu fahren.