Samstag, 15. Juni 2019

BW's: ein sehr spezielles Fahrerlebnis

Der BW's läuft seit der Reparatur mehr oder weniger als Alltagsroller. Ich will ihn einfach ein bisschen fahren, nicht zuletzt weil die Kiste richtig Spaß macht. Dies obwohl, oder vielleicht gerade, weil das Fahrverhalten dieser Roller doch sehr speziell ist.
Man merkt schon sehr deutlich, dass der BW's nie wirklich für den Gebrauch auf Asphalt gedacht war. Er eignet sich wunderbar für das, was die Briten "green laning" nennen. Dies meint das Herumfahren auf Nebenstrecken und frei benutzbaren Feldwegen. Ein echter Offroader ist der BW's sicher nicht, auf Schotterwegen und langsam zerfallenden Betonplatten fühlt er sich aber richtig wohl.
Der alte Sportauspuff, der aktuell noch immer montiert ist, trübt die Freude aber etwas. Das Teil harmoniert einfach nicht mit einem originalen Motor. Hier muss ich wirklich beigehen, das kann unmöglich so bleiben. Nicht nur weil das Ding nervig blechern plärrt, sondern weil der Roller auch an manchem Hügel scheitert. Er kommt einfach nicht auf Drehzahl.

Außerdem setzt der Motor bei längeren Vollgasstücken bisweilen aus. Es scheint fast, als würde nicht genügen Treibstoff am Vergaser ankommen. Es braucht also doch noch ein bisschen Arbeit.




Donnerstag, 13. Juni 2019

BW's: Unfallinstandsetzung im Speedguru-Style

Der BW's ist schon seit geraumer Zeit versichert und wurde auch schon ein bisschen gefahren, allerdings nicht von mir, sondern von einem Bekannten.
Eine dieser Fahrten ging leider in die Hose bzw. in den Straßengraben. Zum Glück ohne Personenschaden, dafür aber mit etwas Bruch an der Maschine. Den vorderen linken Blinker und den Chokehebel hatte es übel erwischt, außerdem ist der linke Spiegel (der ja sowieso schon einen Riss hatte) jetzt endgültig hin.

Alles nicht so schlimm, aber fahrbar war der Roller so natürlich nicht. Zeit das zu ändern und den Hobel wieder auf die Straße zu bringen.
Schwierig ist dabei vor allem die Repartur des Chokehebels. Diese ist normalerweise an einem angegossenen Stift an der Lenkerarmatur befestigt. Dieser Stift war komplett abgebrochen.
Ebenso war auch die Zentriernase für die Lenkerarmatur weggebrochen. Eigentlich ist das Teil so ein Fall für den Schrott. Neu lieferbar ist aber nur noch die Variante für die etwas jüngeren BW's, Gebrauchtteil sind relativ teuer. Also erstmal eine klassische Reparatur versuchen.
Für den Hebel ließ sich dann auch relativ problemlos ein Kernloch bohren und ein 4mm-Gewinde schneiden.
Eine M4-Schraube ist an dieser Stelle völlig ausreichend, denn große Kräfte wirken hier ja eigentlich nicht (außer man legt den Roller auf dem Chokehebel ab).
Eine zweite Schraube, diesmal M5, ersetzt außerdem die Zentriernase.
So lässt sich die Armatur wieder problemlos am Roller montieren und der Choke funktioniert.
Bei den Blinkern bestand sowieso Handlungsbedarf. Die originalen Riesenteile sind ja ganz witzig, aber eben auch gruselig häßlich. Vor allem vorne, hinten passt es optisch eigentlich. Die originalverpackten Chinakracherblinker, die seit ewigen Zeiten bei mir rumliegen, sind für diesen Job eigentlich ideal. Sie sehen einigermaßen klassisch aus und ich habe keinerlei Schmerzen dabei sie zu verfusseln.
Die etwas speziellen Blinkerhalter des BW's lassen eine standardmäßige Montage nämlich nicht zu. Ein Loch durch das Blinkergehäuse gebohrt, Schraube durch und gut ist. Eine etwas krude Lösung, die aber in der Praxis gut funktionieren sollte.
Optisch ist es durchaus eine Verbesserung gegenüber den riesigen Originalteilen. Die Linie ist so deutlich stimmiger und die Blinker ragen nicht so weit vor.
Für den Spiegel ist die Lösung erstmal ein Teil aus dem Fundus, an den BW's gehören aber wirklich runde Spiegel, da muss ich bei Gelegenheit mal was besorgen. Fahren kann man so wieder, das ist erstmal wichtig.

Die abendliche Heimfahrt mit dem frisch reparierten Roller ist dann natürlich nochmal ein besonderer Genuss.




Dienstag, 11. Juni 2019

der lange Weg nach Sachsen

Von Regensburg nach Freiberg in Sachsen sind es, auf einer schönen Route über Eger und das Erzgebirge, knapp 380km. Eigentlich keine große Entfernung, als wirklicher Hardcore-Slooowrider kann man aber durchaus über 17 Stunden brauchen um sie zurück zu legen. Wie das geht? Man fährt einfach hinter einer Ape 50 her.

Genau das habe ich am vergangenen Wochenende getan, denn Thum wollte endlich seine Ape 50 zurück holen, die nach der Reparatur von Dach- und Differentialschaden, noch immer bei Michael stand.Darum haben wir uns am Freitag getroffen, die Ape geholt und dann zu meiner Werkstatt gebracht. Es gab doch noch ein paar Kleinigkeiten daran zu erledigen, außerdem sollte in der Werkstatt gegrillt werden.
Auch dafür eignet sich die Rollerhölle, gut möglich, dass das nicht das letzte Werkstattgrillen dort war.

Thum übernachtete anschließend in der Werkstatt, ich habe mich in die Ape gelegt. Denn am nächsten Morgen war früh aufstehen angesagt. Gegen acht Uhr waren wir dann auch auf der Straße, das ferne Ziel vor Augen.
Die Tour verlief relativ unspektakulär und ohne wirklich erwähnenswerte Zwischenfälle. Die einzige echte Schrauberaktion am Straßenrand bestand aus dem Wechsel der Hauptdüse von Thums Fuffi. Es war noch die, zu fette und entsprechend leistungsfressende, Einfahrdüse drin.
Gegen Viertel nach Eins in der Nacht, also gut 17,5 Stunden nach Abfahrt, waren wir dann in Freiberg. Zufrieden und reichlich müde.

Am Sonntagnachmittag stand dann für mich die Rückreise auf dem Programm. Von Freiberg aus über Annaberg-Buchholz und den Fichtelbergpass nach Karlsbad, eine traumhaft schöne Strecke die richtig viel Spaß macht. Kurz hinter Karlsbad kam es dann leider zu einer Panne. Der Dynastarter der TM setzte sich auf der Welle fest und blockierte den Motor. Zwar fährt eine TM auch ohne, nur lädt sie dann eben die Batterie nicht mehr. Eine Nachtfahrt ist so unmöglich, weshalb ich ungeplant im Teplá-Tal übernachten musste.
Trotzdem war ich Montag um die Mittagszeit wieder gut zu Hause. Eine schönes Wochenende, verbracht mit einer leicht absurden Aktion ist eben immer wieder etwas gutes. Ein Urlaub für die Seele, leider weniger für den Geldbeutel, denn nun steht eine teure Reparatur an der TM ins Haus.

Ein ausführlicher Tourbericht in Videoform folgt bald im Youtube-Kanal.






Montag, 3. Juni 2019

Cargo Zip: Des Rollers neue Kleider

Die Renovierung des Zip ist ja schon länger abgeschlossen, was noch fehlte war eine gründliche Probefahrt. Gestern war, nachdem der Neos ja wohl für längere Zeit außer Betrieb ist, Gelegenheit dazu.


Meine Erwartungen sind in jedem Fall erfüllt, der Roller sieht gut aus und fährt gut, mechanisch wurde ja im Grunde nichts verändert. Das frische Lenkkopflager und das neue Federbein vorne wirken sich aber sehr positiv auf das Fahrverhalten aus. Meine gute Meinung über die Produkte aus dem Hause YSS ist einmal mehr bestätigt worden.

Außerdem wurde der, von Thum gespendete, Flaschenöffner ebenfalls erfolgreich getestet. Auch wenn dieses Detail natürlich mehr ein Gag als ein wirkliches Feature ist, es ist gut zu wissen, dass man könnte wenn man wollte.

Natürlich wird der Zip noch ein paar Detailarbeiten brauchen. Den Lenker muss ich noch etwas besser ausrichten, er steht aktuell etwas zu weit nach Rechts und das Topcase will ich auch noch austauschen, der schwarze Plastiksarg passt so gar nicht zum Landwirtschafts-Look des Rollers. Aber das sind im Grunde unwichtige Details die bei Gelegenheit erledigt werden können. Jetzt steht Fahren und Genießen im Vordergrund.


Sonntag, 2. Juni 2019

Klingonenkreuzer: das Ende oder doch nur ein neuer Anfang?

Normalerweise wird am Sonntag nicht geschraubt, eine im Grunde eherne Regel bei mir. Doch manchmal ist eine Ausnahme notwendig um ruhiger schlafen zu können. So auch nach dem Motorschaden auf der Sachsentour, ich wollte einfach mit letzter Sicherheit wissen was alles kaputt ist. Außerdem stand der Roller ja sowieso schon auf dem Anhänger.
In der Werkstatt angekommen war eigentlich relativ klar was zu tun ist: Der Motor musste raus, ansonsten war eine sinnvolle Schadensbegutachtung nicht möglich.
Glücklicherweise ist das beim Neos relativ einfach und ohne große Demontagearbeiten möglich.
Auf der Werkbank habe ich dann zunächst die "kleine Lösung" versucht und nur den Antrieb entfernt. Somit war sichergestellt, dass die Kurbelwelle wirklich frei laufen konnte. Leider zeigte sich, dass die Welle massiv eiert und zumindest das zündungsseitige Hauptlager mahlende Geräusche machte.
Um den Motor zu spalten ist es beim Minarelli freilich notwendig den Hauptständer zu entfernen, eine Arbeit die immer wieder Freude macht. Auch diesmal ließ sich der Bolzen nur mit den üblichen Tricks im Schraubstock auspressen.
Die Demontage förderte dann leider genau das Schadensbild zu tage, mit dem ich gerechnet hatte. Beide Hauptlager sind mit Metallspänen verstopft, das Pleuel ist verbogen und das untere Pleuellager hat zweifellos auch seinen ehrlichen Anteil Späne abbekommen. Die Kurbelwelle ist also nur noch Schrott.
Zudem hat auch das Getriebe gelitten. Das Lager der Abtriebswelle ist ausgeschlagen. Es ist möglich, dass dies mit dem Motorschaden im Zusammenhang steht, kann aber genauso gut ein isoliertes Problem sein.
Das Hauptproblem ist aber eben die defekte Kurbelwelle. Um diesen Motor zu retten, wäre eine komplette Revision fällig, etwas zu dem mir aktuell die Zeit fehlt. Wenn man zudem bedenkt, dass der Roller insgesamt stark verschlissen ist, stellt sich zudem auch die Sinnfrage. Ich bin mir aktuell ehrlich gesagt nicht wirklich sicher wie (und ob überhaupt) es mit diesem Fahrzeug weiter geht. Eventuell wäre ein Umbau des Klingonenkreuzers auf ein neues Chassis mit gesundem Motor der sinnvollste Weg. Es wird aber wohl einige Zeit brauchen, bis ich diesbezüglich zu einer Entscheidung gekommen bin.

#scooterlife: Sächsische Rollerchaos-Tour ins Verderben

Es verkommt ja nun langsam zum Dauerwitz, dass einer meiner Roller den Geist aufgibt wenn ich versuche zum Thum nach Sachsen zu fahren. Die letzten beiden Versuche gingen jedenfalls ziemlich in die Hose. Aber aufgeben zählt bekanntlich nicht, darum ging es am Donnerstag wieder los, diesmal mit dem Neos.
Die knapp 340km von Regensburg aus, in einem weiten Bogen durch den Nordosten Bayerns, ein kleines Stück durch Tschechien und dann durchs Erzgebirge nach Freiberg sind eigentlich eine traumhafte Tourenstrecke.
Auf dem gesamten Streckenverlauf wechseln sich weite Blicke mit wunderschöner Mittelgebirgslandschaft ab.
Das Beste war aber, dass der Neos die komplette Fahrt über völlig problemlos lief und es keinerlei Schwierigkeiten gab.
Entsprechend gut war dann auch meine Laune, als es am nächsten Tag weiter gehen sollte. Von Freiberg aus zunächst nach Dresden und weiter nach Frankfurt an der Oder, das war zumindest der Tagesplan.
Die Fahrt durch Sachsen verlief dann auch bis Dresden völlig problemlos. Sogar etwas Touriprogramm an der Frauenkirche war drin.
Kurze Zeit später, unmittelbar hinter Dresden war es dann aber leider wieder vorbei mit der guten Laune. Mit einem hässlichen Krachen versagte der Neos schlagartig seinen Dienst, immerhin direkt bei einer Tankstelle.
Was folgte war eine kurze Diagnose (absolut keine Kompression mehr) und mehrstündiges Warten auf den Abschleppdienst.
Die Rückfahrt nach Freiberg fand dann getrennt statt. Ich saß, wieder einmal, auf dem Beifahrersitz eines Abschleppwagens und der Thum fuhr mit seinem Dreirad zurück nach Hause.


Die Wartezeit habe ich derweil mit Zerlegen des Rollers überbrückt. Wie befürchtet ist das Innenleben des Motors völlig verwüstet, hier ist absolut nichts mehr zu machen.
Ursache ist wohl, dass das Nadellager einige seiner Nadeln ausgespuckt hatte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Kurbelwelle mit zerstört hat ist entsprechend hoch, das muss sich dann aber nach einer Demontage des Motors in der Werkstatt zeigen.
Gestern ging es dann, per "Familientaxi" zurück in die Heimat. Eine gute Zeit war es trotzdem, außerdem hege ich immer noch die Hoffnung, dass es irgendwann einmal gelingen wird, Frankfurt an der Oder zu erreichen.