Dienstag, 23. Oktober 2018

Klingonenkreuzer: keine halben Sachen, aber ein halber Roller

Nachdem der Werkstattumzug endlich abgeschlossen ist, kann ich langsam wieder zum "Normalbetrieb" übergehen, sprich die anstehenden Schraubereien erledigen.
Abgesehen von der PK, die aber immer noch auf ihren Motor wartet, ist der Neos diesen Winter der einzige Roller, der größere Arbeiten braucht. Hintergrund ist, dass er einfach nicht so läuft wie ich mir das wünsche. Hier ist eine gründliche Bestandsaufnahme nötig um überhaupt herauszufinden, was mit der Karre nicht passt.
Darum habe ich den Roller erstmal teilweise zerlegt um besser an den Motor heran zu kommen. 
Das Brennbild der Zündkerze zeigt nämlich genau das was ich vermutet hatte: Der Motor bekommt genug Sprit und Luft, verbrennt aber nicht sauber bzw. wird einen Teil seiner Abgase nicht los. Wirklich überfetten tut er scheinbar nicht, aber optimale Verbrennung sieht auch anders aus. Schuld daran ist m.E. vor allem der billige Chinaauspuff. Für diesen habe ich ja zum Glück schon Ersatz im Regal liegen, dennoch hat sich der Motor m.E. eine gründliche Inspektion verdient.
Da es beim Neos relativ einfach ist den Motor auszubauen habe ich genau das dann auch getan, auf der Werkbank lässt sich das Triebwerk doch deutlich einfacher prüfen. Außerdem braucht der Motor dringend eine gründliche Reinigung, denn nach dem Unfall 2017 habe ich ihn nicht wirklich schön sauber gemacht sondern nur repariert.
Insbesondere im Antriebskasten hatte sich im Laufe der Jahre doch sehr viel Schmodder angesammelt. Der letztes Jahr erneuerte Wellendichtring ist aber noch in gutem Zustand. Soweit passt also alles.
Das Bild wiederholt sich auch auf der Zündungsseite. Insofern scheint also alles in Ordnung zu sein.
Ein Blick ins Innere blieb ebenso ohne Befund. Die Kurbelwelle ist in Ordnung und die Membranen in gutem Zustand. Mechanisch braucht der Motor keine Arbeit, die Motorprobleme sind also vermutlich wirklich dem Auspuff geschuldet. 
Was dafür auf jeden Fall nicht in Ordnung ist, ist der Anlasser. Dieser funktioniert schon länger nicht mehr zuverlässig und zuletzt gar nicht mehr. Batterie und Relais sind allerdings in Ordnung, also dürfte es der Startermotor selbst sein.
Beim Ausbau zeigt sich dann, wie schön die Minarellimotoren konstruiert sind. Um den Zugang zur unteren Schraube des Anlassers zu erleichtern, gibt es eine passende Bohrung in der Zündungsglocke. Ein kleines Konstruktionsdetail, das die Arbeit erheblich erleichtert. Einfach schön.
Der Anlasser selbst hat es nach all den Jahren aber definitiv hinter sich. Die Kohlen sind völlig verbraucht und die Lager ausgeschlagen. Theoretisch könnte man den Anlasser natürlich überholen, allerdings lohnt sich das kaum. Hier wird wohl bald ein Neuteil einziehen.
Membranblock und Ansaugstutzen kamen dann mit einer neuen Dichtung an ihren Platz zurück. Den Ansaugstutzen habe ich mit einem Stück Gummihandschuh und einem Kabelbinder abgedichtet, denn der nächste Schritt war eine gründliche Reinigung des Motors.
In der Werkstatt ist das aber kaum Möglich, darum habe ich den ganzen Antrieb mitgenommen und auf dem Nachhauseweg am Waschplatz abgedampft.
Zugegeben, perfekt sauber ist er immer noch nicht, aber es ist deutlich besser als vorher. So kann ich ihn dann wieder ruhigen Gewissens einbauen und muss mich bei den nächsten Arbeitsschritten nicht durch Dreckberge wühlen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten