Sonntag, 13. Dezember 2020

Pornoyacht: letzte Chance?

Draußen, also jenseits der Grenzen der Rollerchaos-Welt, tobt ja noch immer die Coronapandemie. Eigentlich ist das, seien wir mal ganz ehrlich, wichtiger als die Rollerschrauberei. Darum kann ich es durchaus verstehen, wenn in ein paar Tagen ein wirklich heftiger Lockdown kommt. Vermutlich wird es dann auch nicht mehr möglich sein, zur Werkstatt raus zu fahren und ein bisschen zu Arbeiten. 

Andererseits habe ich mir auch in den Kopf gesetzt, die PK vor Weihnachten zumindest in den gröbsten Zügen fertig zu kriegen. Also soweit, dass es ein benutzbarer Roller ist, der im Frühjahr zum TÜV kann.

Immerhin hatte SCK zwischenzeitlich die noch fehlenden Teile geliefert, ich konnte also weitermachen. Auch ein guter Weg, um einmal für ein paar Stunden das Geschehen in der Welt hinter sich zu lassen.

Ein klassischen Problem bei Vespas ist, dass es das Trittbrett verbiegt wenn man einen Seitenständer benutzt. Mittlerweile gibt es dafür eine Lösung in Form eines Verstärkungsblechs, aber für den TÜV muss der Seitenständer sowieso weg. Wirklich gerne gesehen sind die Dinger nämlich nicht.

Da der völlig ausgenudelte Hauptständer sowieso auf der Abschussliste stand war das aber alles eh nicht so wild. 

Perfektionisten würden das Trittbrett im Zuge solcher Arbeiten perfekt richten. Nun bin ich aber kein Perfektionist, zumindest nicht was diesen Roller angeht. Mir genügt es ehrlich gesagt, wenn es wieder gerade ist. Denn es kommt ja sowieso eine Fußmatte drauf. Ein paar Schläge mit dem Gummihammer genügten darum, um das Blech wieder dahin zu bringen wo es hingehört.


Wenn man bedenkt, dass der Roller viele Jahre lang im Winter gefahren wurde, dann ist es umso erstaunlicher, wie wenig Rost er hat. Das linke Trittbrett ist an einer Stelle etwa 2X2mm groß durchgerostet, das ist aber seit Jahren stabil und bleibt auch diesmal so. Ansonsten gibt es oberflächliche Korrosion und eine etwas tiefere Roststelle, die aber nicht durch ist, an der vorderen Strebe.

Damit das auch so bleibt, habe ich die größeren Stellen ausgeschliffen und anschließend alles mit Rostschutzgrundierung behandelt. 

Auch hier gilt wieder: Perfekt ist das freilich nicht, aber es passt zu diesem Fahrzeug und man wird es später nicht sehen. Wenn einer unter die Vespa kriechen mag, bitte, mir ist es egal. 


Die Streben sind notorische Rostnester, die jetzt aber (wieder) mit Hartwachs geflutet sind. Ich habe das vor Jahren schonmal gemacht, was vermutlich auch ein Grund ist, warum der Roller so gut dasteht.

Anschließend konnte der neue Hauptständer angebaut werden. Passend zum "Pornoyacht" Thema gab es hier eine verchromte Ausführung. Man gönnt sich ja sonst nichts. ;)

Ein Problem das noch zu lösen war betraf die Fußmatten. Diese werden bei der XL1 normalerweise mit integrierten Nasen am Trittbrett befestigt. Doch diese Nasen brechen eigentlich immer mit der Zeit ab. Intakte originale Fußmatten sind selten und werden teuer gehandelt, die Repros die man kaufen kann passen nicht gescheit. Bisher habe ich das Problem eigentlich immer ignoriert und die Fußmatten von Zeit zu Zeit zurecht gerückt. Aber das nervt.

Bei einem anderen Vespafahrer habe ich vor einiger Zeit eine Lösung gesehen, die mir sehr gut gefällt: Anstelle der Nasen werden die Fußmatten durchgebohrt und mit Schlossschrauben an den vorhandenen Löchern im Trittbrett verschraubt. Eine stabile und auch optisch akzeptable Lösung.

Als nächstes ging es dann um eine tatsächlich wichtige Sache. Bisher fuhr die Pornoyacht auf Faco Leichtmetallfelgen aus den 80ern. Die Dinger mögen hübsch sein, aber der TÜV wird sie aus guten Gründen nicht akzeptieren. Wegen hoher Bruchgefahr waren die Teile schon damals nicht zugelassen und so gut sie aussehen: Sie sind bis heute brutal gefährlich. Also weg damit.


Immerhin gibt es ja auch Nachbauten der Originalfelgen in weiß. Eine Lösung, die zumindest halbwegs stimmig ist und den Charakter des Rollers nicht völlig verwässert. Im Frühjahr gibt es aber noch zwei neue Reifen, denn beide Gummis sind uralt.

Der Rest war dann nur noch einfacher Zusammenbau: Kaskade, Lenkerdeckel, Sitzbank und der Spiegel. Somit ist es ein, zumindest grundsätzlich, benutzbarer Roller. Mal sehen wie und wann es damit weitergehen kann, fürs Erste bin ich aber sehr zufrieden damit und glücklich, dass die PK wieder beisammen ist.

Demnächst geht es dann mit dem R7 weiter. Mal sehen wann das sein wird.



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