Dienstag, 2. Juni 2020

Ein Inder in Niederbayern: Unterwegs mit dem Bajaj Sunny an Isar und Donau

Der Sunny läuft und ist gültig versichert, es ist also an der Zeit, den Roller wirklich zu testen. Das geht natürlich am Besten mit einer ausführlichen Probefahrt. Da kommt der Feiertag mit strahlend schönem Wetter gerade recht.
Doch vorher standen noch einige Restarbeiten an. So hatte ich das Öl des Tauschmotors bisher nicht gewechselt. Das ist aber nicht weiter wild und beim Sunny schnell erledigt.
Aber natürlich tauchen dabei wieder kleine Mängel auf. Zum Beispiel eine völlig verstopfte Getriebebelüftung.
Dieses Teil ist ein schönes Beispiel für die Vespa-Anleihen beim Sunny. Vespafahrern ist der "Pilz" wohl bekannt.
Zwei neue Spiegel hatte ich auch noch besorgt, denn der Ausleger des Originalteils ist für mich zu kurz.
Das "authentische" Gepäcksystem war dann aber doch eher eine Notlösung. Aber es funktioniert, also was solls.

Viel wichtiger war dann auch, dass der Roller wunderbar lief. Von der Werkstatt aus ins Herz Niederbayerns, in die Isarstadt Landshut zu Rollern war als erste Etappe ein Genuss.


Durch die weite, offene Landschaft zu fahren ist ein besonderes Vergnügen. Hier ist es gut möglich, ganz bewusst langsam zu Fahren (mit dem Sunny hat man ohnehin keine andere Wahl) und die Ruhe zu genießen. Zumindest solange, bis einen das schon fast großstädtische Verkehrsgewühl von Landshut verschluckt.

Auf dem Abschnitt von Landshut nach Wörth an der Isar kommt man dem Fluß mehrmals recht nahe, während er später nur als grüne Linie am Horizont, jenseits der Felder zu erahnen ist.
Das nahezu völlige Fehlen von Landmarken ist eine der Eigentümlichkeiten dieser Landschaft. Hier herrscht Landwirtschaft vor und bildet eine völlig eigene Ästhetik.
Bei Landau, mit der berühmten Isarbrücke, ändert sich dies für einen kurzen Moment. Abgesehen vom riesigen BMW-Werk bei Dingolfing, das kurz vorher wie ein riesiger Monolith in der Landschaft steht, ist hier die einzige Spur von Industrie zu sehen.
Landau ist gleichzeitig das Tor zum Gäuboden, mit dem Wallersdorfer Moos wird die Landschaft noch offener und die Felder noch weiter. Am Horizont sind nun die Ausläufer des Bayerischen Waldes zu erkennen.
Bei Plattling fließt die Isar in die Donau, doch die Straße zweigt schon vorher ab. Hier vereinigt sie sich mit der B8 nach Straubing, einer grausam geraden, und für den Sunny viel zu schnellen, Straße. Darum wird bald wieder abgebogen, auf die Nebenstrecke nach Stephansposching.
Dort setzt die Fähre über die Donau, nach Mariaposching und bald ist die Wallfahrtskirche Bogenberg zu sehen.
Der steile Aufstieg auf den "Heiligen Berg" fordert die gesamte Leistung des kleinen Rollers. An einer Stelle braucht er etwas Nachhilfe mit dem Fuß, aber er schafft es. Wenn auch einige Radfahrer schneller sind als er.

Von Bogen aus folgt die alte Straße der Donau. Kirchroth, Wörth an der Donau und Donaustauf sind die letzten, wohl bekannten, Wegpunkte auf dem Heimweg nach Regensburg. Dort ist das Fazit eines sehr entschleunigten Tages ein sehr gutes. Denn der Sunny hat wunderbar gehalten, knapp 210km in gut 10 Stunden sind eine gute Leistung für den alten Primitivling. Außerdem ist es mir sehr großer Wahrscheinlichkeit die weiteste Strecke, die dieser Roller jemals an einem einzigen Tag zurückgelegt hat.



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