Samstag, 15. Februar 2020

Saisonende für den Bomber

Der TPH hat gestern Abend beschlossen, die Winterrollersaison zu beenden. Beim Anbremsen an eine Ampel war schlagartig die Vorderradbremse weg. Griff ins Leere und null Bremswirkung. Zum Glück tat die Hinterradbremse noch was sie sollte und so ist nichts passiert. Was da los ist? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Für den TPH ist jedenfalls erstmal Feierabend.
Heute Morgen kam der Bock auf den Anhänger und raus zur Werkstatt. Unterwegs gabs noch einen Zwischenstopp in der Waschanlage, denn so eingedreckt und versifft wie er war, wollte ich ihn nicht in der Werkstatt abstellen. Außerdem ist so, ganz nebenbei, auch der Anhänger gleich ordentlich sauber. Geschraubt habe ich am TPH heute aber nicht mehr, der soll erstmal trocknen und ein wenig rumstehen, für heute standen andere Dinge auf dem Zettel.
So hatte ich zwischenzeitlich einen neuen Kettenspanner für die X30 aufgetan. Im direkten Vergleich sieht man schön, wie heftig es den alten zermangelt hatte. Was auch immer das passiert sein mag. ganz verstehen tue ich es ehrlich gesagt nicht.
Der Einbau dieses Teils ist zum Glück keine große Sache. Die Tretkette läuft jetzt wieder schön sauber und der Rücktritt funktioniert auch wieder.
Anschließend bekam das Mofa gleich noch den anstehenden Frühjahrsservice. Ölwechsel, neue Zündkerze usw., was man halt so macht bevor die Saison los geht.
Bei solchen Altertümchen ist es dann aber immer wieder spannend, ob sie nach der Winterpause noch tun was sie sollen. Die Puch war dieses Jahr brav und sprang sofort an. Immer wieder ein schönes Gefühl.
Im Prinzip wäre das Fahrzeug so bereit für den Saisonstart in etwa sechs Wochen. Aber es gibt natürlich immer etwas zu tun, auch solche Sachen, die technisch nicht unbedingt notwendig wären. 
Das "Topcase" auf der X30 hatte keinen richtigen Verschluss für den Deckel. Zum Fahren hatte ich da bisher immer einen Gürtel rum gelegt, das sah eigentlich ganz nett aus, war aber keine gute Sicherung. So ist letztes Jahr zweimal Werkzeug aus dem Kasten gestohlen worden, leider ist man wohl auch auf Oldtimertreffen nicht mehr vor solchen Unsitten sicher. Einen richtigen Riegel will ich aber aus optischen Gründen nicht haben.
Eine kleine Stahlkette hatte ich noch da, ebenso ein altmodisches Vorlegeschloss.
Zuketten passt irgendwie zu der Whiskey-Dose, das Schloss Modell "Folterkammer" ebenso. Natürlich ist das kein wirklich wirksamer Einbruchschutz, aber gegen einen Gelegenheitsdieb sollte es helfen. Außerdem passt es optisch ins Konzept.
Am Gepäckträger befestigt wird der Kasten mit Kabelbindern. Das funktioniert grundsätzlich gut, allerdings hatte ich heute gesehen, dass sich die Binder doch ins relativ dünne Blech der Dose einarbeiten. Der Boden braucht also etwas Verstärkung.
Sperrholz war noch im Fundus und ein passendes Stück schnell zugeschnitten ...
... und mit den nötigen Löchern versehen. Rohes Holz sieht an dieser Stelle aber nicht gut aus und würde wohl auch nicht lange halten. Darum habe ich mal ein wenig damit herumgespielt.

Holz etwas anzusengen ist eine Möglichkeit, um einen interessanten Oberflächeneffekt zu erreichen.
Anschließend noch etwas mit der Schleifmaschine drüber gehen und schon gefällt mir das ganz gut. Es wirkt eben wie ein Stück altes Holz, etwa von einem Fass.
Reichlich matter Klarlack versiegelt dann die Oberfläche und das Teil ist Bereit für einen neuen Einsatzzweck.
Die Dose ist so deutlich stabiler und sitzt viel sicherer auf dem Gepäckträger. Da ist es dann auch nicht so schlimm, dass man das Sperrholz im beladenen Zustand nicht sieht.
Das Schloss fügt sich schön ein, das Ziel ist erreicht und es sieht auch noch gut aus. Zeit für eine Probefahrt.
Die X30 zu fahren ist immer wieder schön. Der rauer Charakter des Fahrzeugs macht einfach Spaß, auch wenn es nicht sonderlich komfortabel ist. Aber noch ist es draußen zu nass für größere Oldtimerausfahrten, darum ging es dann recht bald zurück zur Werkstatt.

Eigentlich hatte ich dann vor, den Ovetto mit nach Hause zu nehmen. Doch das wurde nichts. Seit den letzten Arbeiten an der Hinterradbremse war ich den Roller nicht mehr gefahren. Die Probefahrt war immer am schlechten Wetter gescheitert. Heute wollte ich das nachholen, doch es wurde nichts daraus.
Das Problem ist nicht besser, sondern erheblich schlimmer geworden. Sitzt man auf dem Roller, zieht es die Hinterradbremse so fest an, dass der Roller nicht losfahren kann. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos was das sein kann.
Eine theoretische Möglichkeit wäre ein defektes Federbein, ein Problem mit der Schwingenaufhängung oder der Getriebewelle. Hier muss also noch etwas geforscht werden.
Was blieb war den Bomber in Wartstellung zu schieben, den Roten Baron auf den Anhänger zu stellen und nach Hause zu fahren.




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