Samstag, 13. Oktober 2018

Kymcoschrauben im Doppelpack

Es ist ja nun keine neue Erkentnis, dass die Geschichte dazu neigt sich zu wiederholen. Die alte Werkstatt hatte ich ja auch schon mit Schrauben an einem Fremdfahrzeug eingeweiht. Also warum in der Neuen nicht genauso anfangen? 
Ich hatte ja seinerzeit schon über die Bergungsaktion in den Niederlanden geschrieben, als wir Mariannes verunfallten Kymco abgeholt haben. Zur damaligen Zeit war es ihr ja nicht möglich gewesen, selbst zu fahren. Mitlerweile geht das glücklicherweise wieder und sie konnte darum den Havaristen in einen geliehenen Lieferwagen werfen und vorbei kommen. Da natürlich auch genug Ersatzteile dabei sein mussten, kam der Anhänger auch mit und es gab gleich eine ganze Lastzugladung Arbeit für mich.
Vom Gepäcksystem befreit sieht der kleine K12 garnicht mal so schlimm aus, allerdings ist der Lenker eben doch arg krumm. Die erste grobe Inspektion machte aber direkt Hoffnung, dass es den kleinen Koreaner weniger schwer erwischt hatte als befürchte.
Tatsächlich hatte der Lenker wohl die Hauptwucht des Unfalls abbekommen und war völlig verbogen.
Im direkten Vergleich des Altteils (oben) mit dem Ersatzteil ist deutlich zu sehen, dass das Unterteil des Lenkers völlig krumm war. Zudem standen beide Lenkstangen in ungesundem Winkel ab.

Grund dafür waren Risse im Metall des Lenkers. Das Trumm ist natürlich nurnoch Schrott, aber ein Ersatzteil war ja vorhanden.
Auf die Montage des "neuen" Lenkers folgte noch ein kleiner Bremsenservice. Frische Beläge und neue Bremsflüssigkeit verhalfen dem vorderen Stopper wieder zu alter Kraft. An der Hinterhand genügte derweil eine saubere Einstellung der Trommelbremse.
Als nächster Schritt der eigentliche Unfallinstandsetzung ging es dem schief abstehenden Verkleidungshalter an der Front ans Leder. Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass das relativ dünne Blech des Halters verbogen sei, aber das war falsch.
Tatsächlich hatte es den, eigentlich recht massiven, Träger am Rahmen zur Seite weggedrückt. Die Hebelgesetze stellen bisweilen seltsame Dinge an.
Im gleichen Umfang sind sie aber auch nützlich um solche Dinge zu beheben. Eine solide Brechstange und etwas gutes altes Muskelschmalz sind bisweilen die besten Werkzeuge.
An der Rollerfront war damit alles wieder im Lot und sogar die alte Verkleidung konnte mit etwas Trickserei wieder angebaut werden.
Heckpanzer und Mittelsektion hingen jedoch noch etwas unmotiviert am Roller und kamen darum zunächst komplett runter. Die Unterbodenwanne und das Trittbrett hatten beim Transport aus Holland Schaden genommen und wurden durch bessere Gebrauchtteile ersetzt. Dem Heckpanzer verhalten ein Stück Kennzeichenblech und einige Nieten wieder zu Stabilität.
Zugegeben, schön ist anders, aber das Teil verschwindet später unter dem Gepäcksystem. Wichtig ist nur, dass die Seitenteile stabil am Roller hängen und nicht flattern.
Die eigentliche Unfallinstandsetzung war damit abgeschlossen. Weiter ging es mit einer dringend nötigen Überholung des Antriebsstrangs. Eine neue Kupplung mit guter gebrauchter Glocke und ein besserer Wandler aus Marinannes Fundus zogen in den Roller ein. 
Zwischenzeitlich wurde es etwas neblig, denn die Anfertigung eines neuen Hauptständeranschlags aus einem alten Reifen stand an. Alles in allem war aber nur noch Kleinkram zu erledigen und einige Zeit später war der Roller bereit für die erste Probefahrt seit dem Crash in Roosteren.
Was soll ich sagen? Bei strahlendem Herbstwetter glänzte der kleine Asiate mit dem bunten Laub um die Wette und schien sich zu freuen auf der Straße zurück zu sein. Vor allem brachte die Probefahrt auch Gewissheit, dass Rahmen und Gabel den Kampf mit einem niederländischen Bordstein überlebt hatten. Aber das bedeutete natürlich noch lange nicht, dass ich Feierabend machen durfte.
Denn Marianne hatte ja noch einen K12 im Gepäck. Ein grundsätzlich fahrbereites Exemplar, das jedoch an zwei Problemen krankte: Einem ausgebrochenen Auspuffstehbolzen und einem undichten Öltank. Also nochmal Demontage und Reparatur.
Das Auspuffproblem ließ sich, nach einigem Ärger mit völlig unbrauchbaren Reproersatzteilen, relativ einfach lösen. Den Öltank wollten wir eigentlich austauschen, dann zeigte sich jedoch, dass auch die Ölpumpe selbst undicht war. Zeit für eine Speedguru-Lösung, also raus damit.
Mit gekappter Königswelle kam die Pumpe als Blindstopfen wieder in den Roller zurück, der Öltankt flog in den Müll und die Schutzschaltung für den Ölstandsgeber wurde in bewährter Art ausgetrickst.
Damit war der Tag dann aber auch endgültig gelaufen, knapp 10 Stunden Kymcoschrauben ist dann doch ein gutes Pensum. 
Ganz ehrlich? So arg gestellt ist das letzte Bild nicht ;)

1 Kommentar: