Sonntag, 31. März 2019

eine absolute Legende

Zu den schönen Dingen an der Schraubercommunity, quer über alle Bereiche hinweg, gehören die vielen, absolut legendären Menschen die man darin findet. Ronny ist so jemand. Er hat ja schon die "Panzerachse" für Thums Wulfhorst R10 gebaut und sich nun auch noch dem havarierten R3 angenommen. Es sagt schon einiges über einen Menschen aus, der in seiner knappen Freizeit einen sonnigen Sonntag opfert, um einige hundert Kilometer weit zu fahren und anderen zu helfen.
Eine entsprechend große Freude war es mir heute, Ronny in meiner Werkstatt begrüßen zu dürfen. Wie bei ihm üblich ging es direkt zur Sache, also an die Demontage des Differentials.
Dabei zeigte sich schnell, dass die wesentlichen Innereien des Bauteils einigermaßen in Ordnung waren.
Ursache für den Ausfall war einfach ein gebrochener Segering, der die linke Radachse fixiert. Außerdem war die, eigentlich ins Gehäuse eingepresste, Lagerbüchse völlig ausgerissen. Da Ronny ein passendes Ersatzdifferential dabei hatte kein allzu großes Problem.
Da sich die Innereien des neuen Diffs jedoch deutlich von denen des alten unterschieden, folglich die Radachsen nicht gepasst hätten, gab es eine Kombinationslösung. Alte Innereien in einem neuen Gehäuse sollten den R3 wieder fahrtauglich machen.
Vor allem aber galt es die Schmierung zu verbessern, denn die werksseitige Fettfüllung der Differentiale von Peerless ist doch arg sparsam ausgefallen.
Es gab darum eine reichliche Füllung mit Fließfett vor dem Zusammenbau der Hälften.
Die Ritzelseite bekam zudem eine Bohrung mit Gewinde verpasst, so ist es nämlich möglich, Fett nach zufüllen ohne das Differential zu zerlegen. Eine Option die im Originalzustand nicht gegeben ist.
Somit war alles bereit und das Differential konnte wieder zusammengefügt werden. Vorsichtshalber haben wir dabei nicht nur die gebrochenen, sondern alle Segeringe im Inneren erneuert.
Das Problem mit der Lagerbüchse war vermutlich dadurch entstanden, dass die Achse beim R3 nicht gegen seitliches Verschieben gesichert ist. Die originale Konstruktion vertraut hier scheinbar auf die Bremsscheibe als Wegbegrenzer. Dabei ist interessant, dass sich die Achse nur nach links verschieben kann, denn nach rechts ist das Freilaufritzel der Tretkette im Weg.
Als simple Lösung gegen Verschieben nach links haben wir ein halbiertes und exakt passendes Rohr auf den rechten Achsstummel gesetzt. Somit ist die Achse in beide Richtungen gegen Verschieben gesichert.
Nach dieser letzten Modifikation war der Hinterbau bereit wieder eingesetzt zu werden.
Der Zusammenbau war dabei dann ebenso schnell und problemlos erledigt wie die Demontage vor zwei Tagen. Es stand also wieder ein fahrbereiter R3 in der Werkstatt.

Die anschließende Probefahrt war recht erfolgreich. Der R3 läuft so gut wie vor dem Schaden, das neue Differential funktioniert und ist leichtgängig. Ein Zustand der nun hoffentlich länger anhält.
Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank an Ronny, nicht nur für die Hilfe sondern auch dafür, dass es wie immer eine schöne, lustige Zeit mit ihm war.


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