Samstag, 23. Juni 2018

dreirädriger Besuch aus dem wilden Osten

Es gibr nur relativ wenig Leute für die ich eine Ausnahme von der ehernen Regel mache, dass fremde Fahrzeuge in meiner Werkstatt unerwünscht sind. Der Thum aus Sachsen ist eine solche Ausnahme, denn er ist nicht nur ein guter Freund, sondern bringt auch immer spannende "Patienten" mit.

Darum habe ich mich gestern gerne auf den Weg gemacht, um mich im Vilstal bei Amberg mit ihm zu treffen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Kallmünz ging es dann nach Regensburg, wo er bei Freunden übernachtete.
Heute Morgen haben wir seine Neuerwerbung, einen PGO TR-3 50 dann auf meinen Anhänger gehievt und zur Werkstatt rausgefahren.
Zum TR3 wird es bald ein Fahrzeugportrait geben, darum will ich jetzt an dieser Stelle nicht zuviel über das relativ seltene Fahrzeug aus Taiwan schreiben. In die Werkstatt war er gekommen, weil der Auspuff austauschfällig war und eine gründliche Inspektion bei einem frisch erworbenen Fahrzeug nie schlecht ist.
Nach dem Auspuffwechsel haben wir uns auf den Antriebsstrang gestürzt. Neben dem üblichen Austausch von Fliehgewichten und Antriebsriemen gab es in diesem Fall auch noch eine neue Kupplung mit Glocke um ein nerviges Anfahrruckeln zu kurieren.

Außerdem sollte der Roller eigentlich noch einen neuen Luftfilter bekommen, was aber daran scheiterte, dass die vorab bestellte Ausführung falsch war. Der TR3 hat, was für Zweitaktroller eigentlich absolut untypisch ist, einen zweistufigen Luftfilter mit Papierelement und Schaumgummimatte als Vorfilter. Glücklicherweise waren die eingebauten Teile noch in sehr gutem Zustand, es ist problemlos möglich damit noch einige Zeit zu fahren.
Überhaupt ist der Zustand des Rollers sehr gut, es gab in diesem Sinne keinen Wartungsstau, lediglich die Innereien des Antriebs waren völlig hinüber. Außerdem hatte offenbar noch nie jemand die Bremsflüssigkeit gewechselt. Allein den Behälter zu öffnen war ein kleiner Kampf, darin befand sich dann natürlich braune Brühe.
Aber auch dies lässt sich ja problemlos beheben. Von der technischen Seite her war der Roller damit fertig, allerdings gab es noch ein weiteres Problem: Die Sitzbank.
Der Serienhocker passte Thum weder von der Höhe noch von der Form her, ein echtes Problem, denn ein unbequemer Roller ist kein gutes Fahrzeug. Eine Lösung dafür zu finden ist grundsätzlich recht aufwändig, allerdings half hier einmal mehr der von Ronny mitgenommene Fundus an Chinarollerteilen.
Die Sitzbank des Baotians (der ja schon den Sportauspuff für den Spirit geliefert hat) passt von der Grundform her gut auf Helmfach und Verkleidung des PGO. Lediglich Scharnier und Sperriegel mussten passend gemacht werden.
Etwas kreativer Gebrauch von Flacheisen, Nieten, Schrauben und Abstandshaltern später war die Bank dann an den Taiwanesen angepasst. Es war erstaunlich einfach, den eigentlich nie für diesen Roller vorgesehenen Sitz zu montieren.
Ein glücklicher Rollerfahrer freut sich dann aber umso mehr über den deutlich komfortableren Sitz. Vor allem passt die Bank ohne das Umbauten am Roller notwendig waren, ein Rückbau ist also jederzeit und spurlos möglich, eine perfekte Lösung mit deren Umsetzbarkeit ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet hätte.

Morgen geht es dann für den Thum zurück in die Heimat, ich werde ihn wohl ein Stück begleiten und sicher später eine Rückmeldung erhalten, ob sich die Sitzbank auf Tour bewährt hat.









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen