Montag, 23. Juli 2018

Jawa: Kampf dem Pfusch

Der Motor aus dem Schlachtmofa hatte ja zwischenzeitlich seine Weg in Thums Jawa gefunden. Allerdings ist das reine Einhängen des Motors natürlich nur die halbe Miete, angeschlossen werden muss der Klumpen natürlich auch noch.
Eines der kleinen Probleme dabei ist, dass Thums Jawa die Thyristor-Zündung mit externer Zündspule hat, das Schlachtmofa jedoch die mit integrierter. Die Zündboxen der beiden Systeme unterschieden sich auch im äußseren Aufbau völlig, daher kann die "neue" Box nicht an den Originalplatz montiert werden.
Es bleibt nur die Box irgendwo zwischen Motor und Rahmen zu verstauen. Ungefähr die im Bild zusehende Position ist gut, nur gibt es dort keinen Halter. Da ich den Spendermotor aufgrund div. Verpfuschungen aber eh nur als Provisorium ansehe ist das egal, die Box wird jetzt erstmal per Kabelbinder an den Rahmen gehängt. Der Funktion tut dies keinen Abbruch und unter den Verkleidungen ist es später unsichtbar.
Anschließend kam dann noch der Vergaser des Schlachters an seinen Platz zurück.
Die Verkleidung der Luftansaugung und der Luftschlauch machen das Esemble komplett. Bis hierhin ging soweit auch alles glatt und es sah aus, als würde ich den Motor heute Abend noch zum Laufen bringen.
Beim Versuch den Krümmer zu montieren stieß ich dann an die Grenze dessen was mit dem vorhandenen Materian möglich war. Ich hatte ja schon Bedenken geäußert, ob es möglich sei mit dem vorhandenen Material den Auspuff richtig zu montieren, statt ihn wie der Vorgänger mit irgend einer undefinierbaren Mumpe anzupappen. Natürlich ging es nicht, denn der gesamte Auslassbereich ist dermaßen verwüstet, dass der Krümmer nicht dicht anliegen kann. Zuletzt fiel dann eine der Schrauben mitsamt Gewinde einfach aus dem Zylinderblock.
Der Grund warum das möglich war ist, dass der Vorgänger zur "Reparatur" einfach Muttern in entsprechend in den Zylinder gemeißelte (?) Löcher gedroschen hatte. Dorfdepp-Deluxe-Tuning vom Allerfeinsten. Für mich war der nächste Schritt also klar: Den gerade Montierten Vergaser wieder abbauen und den Zylinder ziehen.
Auch das war nicht so ganz problemlos denn, es verwundert kaum, zwei der Kopfmuttern waren festgeschweißt worden. Glücklicherweise so schlecht, dass sie sich mit einer dünnen Spitzzange herausdrehen ließen. Danach ließ sich der Zylinderblock auch problemlos abnehmen. 
Das der Motor statt einer Fußdichtung noch mehr der bereits bekannten Mumpe hatte (ich habe wirklich keine Ahnung was das für ein Zeug ist, Dichtmasse ist es jedenfalls nicht, eher eine Mischung aus Rotze und Betonstaub) verwunderte mich dann auch nicht sonderlich. Ebensowenig die falsch eingebauten Kolbenclips und das durch völlige Abwesenheit glänzende obere Pleuellager. Es ist eigentlich ein Wunder, oder ein Zeichen für die gute Arbeit der Ingenieure in der CSSR, dass der Motor überhaupt lief. 
Zylinderblock und Kopf sind in relativ gutem Zustand, nur sind beim Zylinderblock eben die Auspuffgewinde und die Dichtfläche zum Krümmer völlig zerstört. Normalerweise würde ich so ein Teil einfach wegwerfen, in diesem Fall landet es aber im Lager, denn Teile für die Jawa sind nunmal nicht gerade leicht zu bekommen.
Vorher aber nochmal die  Baustelle in ihrer vollen Pracht und Schönheit.
Positiv an so einer Sache ist natürlich, dass man einmal einen Blick ins Kellergeschoss des Motors werfen kann. Die Kurbelwelle zeigt sich zwar dreckig, weil offenbar längere Zeit mit völlig verbrauchten Kolbenringen gefahren wurde, aber ansonsten in sehr gutem Zustand. Sie läuft leicht und spielfrei in ihren Lagern und das Pleuel ist absolut winklig. Immerhin eine positive Entdeckung.

Für Thums Jawa hatte ich ja schon einen neuen Zylindersatz und alle nötigen Dichtungen besorgt. Teile die jetzt eben auf den Spendermotor kamen. Vom Spendermotor stammt allerdings der Kopf, der deutlich besser ist als der Originalkopf vom Originalmotor, bei dem ja die Dichtnut einen kleinen Ausbruch hat.
Nachdem der Vergaser wieder montiert war, sah das ganze im Grunde genauso aus wie vor dem kleinen Umweg über die Zylinderdemontage. Allerdings dürfte jetzt auch im Inneren des Motors alles so sei wie es soll.
Vor allem war die Montage des Auspuffs jetzt eine Sache von fünf Minuten, genau so wie es eigentlich sein sollte. Zu einem Probelauf ist es dann heute aber nicht mehr gekommen, ich hatte schlicht keine Lust mehr mit der Verkabelung weiter zu machen und womöglich noch mehr Murks beseitigen zu müssen.












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