Mittwoch, 27. Dezember 2017

Schraubertipps: Luftfilter warten und reinigen

Der Luftfilter ist ein, auf den ersten Blick eher unauffälliges, Bauteil aller Roller. Bei modernen Fahrzeugen besteht er meistens auch einem Schaumgummielement in einem Kunststoffkasten. Er wird im Zuge der routinemäßigen Wartung des Fahrzeugs geprüft und ggf. ersetzt.
Dies ist wichtig, denn dieses vergleichsweise einfache und billige Bauteil ist für den Motor von größter Bedeutung. Ein verstopfter Luftfilter reduziert die Motorleistung und verschlechtert den Treibstoffverbrauch sowie das Abgasverhalten der Maschine. Ein beschädigter Filter kann zu einem Motorschaden führen.


Prüfung des Luftfilters
Die Abbildung zeigt den heute üblichen Aufbau an einer demontierten Luftfiltereinheit. Der Ausbau des kompletten Filterkastens aus dem Fahrzeug ist normalerweise nicht erforderlich. Der Deckel ist üblicherweise mit einigen Schrauben gesichert die, da sie in Kunststoff greifen, fast immer problemlos zu lösen sind. Es ist lediglich zu beachten, dass bei einigen Modellen Schrauben unterschiedlicher Stärke und Länge zum Einsatz kommen, diese dürfen nicht vertauscht werden. 

Der Luftfilter wird auf Sicht geprüft. Er darf keine Brüche, Risse oder andere Beschädigungen aufweisen. Im Zuge der normalen Wartung werden dann noch das Gehäuse und sein Deckel gereinigt. Hierzu eignen sich Bremsenreiniger und Pressluft, je nach Art der Verschmutzung. Es ist darauf zu achten, dass im Zuge der Reinigung kein Schmutz in den Ansaugkanal des Vergaser bzw. der Einspritzanlage geraten darf.

Reinigung des Luftfilters
Die modernen Schaumstoffeinsätze können grundsätzlich ausgewaschen werden. Dazu eignen sich (warmes) Seifenwasser oder spezielle Luftfilterreiniger. Nach einer solchen Wäsche muss der Filter gründlich getrocknet werden.
In der Praxis hat sich das Auswaschen, insbesondere bei Zweitaktern, jedoch nicht bewährt. Vor allem Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren verölen ihren Luftfilter im Betrieb stark. Der Ölschmier bindet Schmutz so fest in den Filterschaum, dass es kaum möglich ist ihn wirklich vollständig zu reinigen. Da die Filtereinsätze für die meisten Roller sehr billig sind, lohnt sich der Aufwand des Auswaschens eigentlich nicht. 

Ölen oder nicht ölen?
Es ist eine oft heiß diskutierte Frage, ob man einen Luftfilter einölen sollte oder nicht. Früher wurde grundsätzlich dazu geraten, einfach weil das Öl den Schmutz bindet und die Filterwirkung verstärkt. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass gerade Fahrzeuge mit Zweitaktmotor den Luftfilter in so kurzer Zeit so stark verölen, dass zusätzliches Filteröl eigentlich unnötig ist. Bei Viertaktern kann es sinnvoll sein den Filtereinsatz zu ölen, zum Beispiel wenn viel auf unbefestigten Straßen gefahren wird. Es ist jedoch zu beachten, dass ein geölter Filter häufiger kontrolliert und gereinigt werden muss als ein ungeölter. Papierfilter dürfen in keinem Fall geölt werden, während Metallfilter immer geölt werden müssen.

Zum Einölen sollte das Öl benutzt werden, mit dem der Motor betrieben wird. Also Zweitaktöl für Zweitaktmotoren und Viertaktöl für Viertakter. Alternativ gibt es im Fachhandel spezielles Luftfilteröl in Spraydosen, das sich deutlich leichter aufbringen und dosieren lässt. Kriechöl bzw. Waffenöl sollte nicht verwendet werden, denn es enthält in der Regel Lösungsmittel die den Filterschwamm angreifen können.

Sonderfall Papierfilter
Manche moderne Roller haben Luftfilterelemente aus Papier, ähnlich den seit vielen Jahren bei Autos üblichen Filtern. Diese Filter sind Einwegware und können nicht gewaschen werden. Sie müssen nach den, vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen, Intervallen ausgetauscht werden.

Sonderfall Metallfilter
Einige wenige Roller sowie Oldtimerfahrzeuge haben Luftfilter aus Metallgeflecht. Meist handelt es sich dabei um Scheiben aus "Maschendraht" in einem Halter. Diese Filter sind extrem langlebig und werden, sofern sie nicht beschädigt oder verrostet sind, nicht getauscht sondern gereinigt.

Diese Filter haben in der Regel ein sehr kurzes Wartungsintervall von wenigen tausend Kilometern. Sie werden, wie Schaumstofffilter, mit warmem Seifenwasser gewaschen und anschließend getrocknet und eingeölt. Hier ist das einölen zwingend notwendig, denn ein Großteil der Filterwirkung basiert auf Anhaftung von Schmutz an der Ölschicht.




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