Montag, 28. Mai 2018

Spirit of Saxonia: ich kann die Karre einfach nicht mehr sehen

Der Chinaroller recht mich einfach nur auf. Es ist unerträgtlich, dass ein Roller in den mitlerweile eine nicht gerade geringe Menge an Geld und Arbeit geflossen ist aussieht wie das letzte Scheißhaus. Ich mag ja eine gut gemachte Ratte, aber die Karre ist einfach nur noch ranzig.
Das Problem ist einfach, dass ich den Roller ja eigentlich nicht längere Zeit fahren wollte. Sprich es war mir völlig wurscht wie er dasteht, da aber zwischenzeitlich klar sein dürfte, dass das Ding länger bei mir bleiben wird, muss da was passieren. Darum bin ich heute Abend noch mit dem Spirit zur Werkstatt raus gefahren um micht um die Optik des Rollers zu kümmern.
Eine solche Aktion beginnt natürlich mit der Demontage. Dabei habe ich tatsächlich keine größeren Probleme gefunden, lediglich der Wasserablauf des Batteriefachs ist verstopft, der Akku stand in einer stinkenden Pfütze. Da muss ich noch beigehen, aber ansonsten passt soweit alles.
Eine gute Viertelstunde später sah der Roller darum so aus: Komplett gerupft und von seiner Karosserie befreit. Erstaunt hat mich dabei vor allem, dass alle Teile problemlos zu demontieren waren. Nur eine einzige Schraube ist abgerissen, ganz klassisch eine der Kotflügelschrauben.
Da halt dann nur noch den Gabelholm auszubauen und die Schraube auszubohren, was aber auch relativ problemlos ging.
Die Faltenbälge der Gabel sind allerdings völlig hinüber, da wird es im Zuge der Sanierung auch noch zwei neue geben. Alles in allem ist die Grundstruktur des Rollers, die ich jetzt zum ersten Mal vollständig offen vor mir habe, sehr gut. Er rostet etwas am Mittelholm, aber ansonsten ist alles in Ordnung, ehrlich gesagt sogar erheblich besser, als es bei einem solchen Chinaroller zu erwarten ist.
Die Karosserie ist allerdings kriminell beieinander. Beim Anschleifen der Teile zeigte sich was ich schon länger vermute: Der Roller wurde einmal mit Teilen von mehreren Rollern geflickt. Außerdem hatte ein Vorbesitzer wohl versucht das Teil mattschwarz zu lackieren. Nun sind ja meine Ansprüche an Lackfinish bekanntlich nicht sehr hoch, ich bin ja schon zufrieden, wenn eine Karre halbwegs einheitlich da steht, aber dieser Pfusch war einfach nur grausig.
Es kommt auf Fotos nicht wirklich rüber, aber praktisch die gesamte Oberfläche der Karosserie sah aus wie der Mond bei Nacht von hinten. Die meisten tiefen Kratzer habe ich heute Abend rausgeschliffen, aber einige Karosserieteile sind vermutlich zu tot um nochmal verwendet zu werden. Immerhin sind die relativ teuren Seitenteile und die beiden langen "Sicheln" in Ordnung. Die obere Frontverkleidung werde ich aber vermutlich erneuern.
Aber jetzt muss erstmal der Primer auf allen Teilen trocknen. Denn im grauen Primerlook sieht man immer noch am besten, wo sich grobe Schäden verbergen, wo nachgeschliffen und gespachtelt werden muss und welches Trumm besser in die Mülltonne fliegt.

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