Montag, 26. Februar 2018

Schraubertipps:Reinigung und Konservierung von Kraftstofftanks

Zu den unangenehmeren Dingen, um die man sich als Schrauber bisweilen kümmern muss, zählt die Innenreinigung eines Kraftstofftanks. Dies ist nichts, was man im Zuge einer normalen Routinewartung tut, sondern meist bei Fahrzeugen die lange standen oder bei denen von Außen irgend eine Form von Verunreinigung in den Tank eingedrungen ist.
Grundsätzlich muss man daher unterscheiden, ob es sich um eine einmalige Tankreinigung oder um eine Tankkonservierung handelt. Diese Anleitung kann und will hierzu nicht abschließend sein, sondern eher als Handreichung zur Behebung von akuten Problemen dienen.

Vorbereitende Arbeiten:
Bei den meisten Fahrzeugen ist es einfacher, den Tank auszubauen und dann zu entleeren als ihn in eingebautem Zustand zu leeren. Daher ist die simpelste Methode, den Tank vom Fahrzeug zu trennen und  dann seinen Inhalt in einen ausreichend großen Kanister zu füllen. Hierzu bietet sich ein Trichter mit integriertem Sieb an. Zudem sollte der Treibstoff, für den Fall das er wieder verwendet werden soll, durch ein sauberes Tuch gefiltert werden. Somit werden auch feinste Schwebstoffe entfernt.
Soll der Treibstoff nicht erneut verwendet werden, was in den meisten Fällen sinnvoller ist, so muss er natürlich sachgerecht entsorgt werden. Die meisten KFZ-Werkstätten können hierbei helfen, örtliche Wertstoffhöfe können in der Regel zumindest eine geeignete Adresse nennen, selbst annehmen werden sie diese Form von Problemabfall nur selten.

Nachdem er entleert wurde, muss der Tank von seinen Abauteilen befreit werden. Meist sind dies der elektrische Geber für die Benzinuhr und der Benzinhahn. 

mechanische Reinigung:
Es gibt verschiedene Ansätze den Tank zu reinigen. Die einfachste ist in der Regel ein Ausspülen des Tanks mit einem Hochdruckreiniger. Hierbei ist zu beachten, dass dies auf keinen Fall einfach in der heimischen Einfahrt erfolgen darf, denn Kraftstoffreste sind hochgradig giftig und dürfen nicht ins Grundwasser gelangen. Tankstellen und Autowaschplätze sind  mit Ölabscheidern und Wasserfiltern ausgerüstet, hier ist es ohne Umweltgefahren möglich diese Arbeiten auszuführen.

Bein Ausspülen werden in der Regel alle Verunreinigungen ausgespült. Bei verrosteten Tanks wird somit auch loser Rost entfernt. Bei sehr stark korrodierten Tanks kann es jedoch sinnvoll sein, den Rost vor dem Ausspülen zusätzlich zu lockern. Eine Handvoll Holzschrauben, Glasscherben oder ähnliche, harte und scharfkantige Objekte in den Tank geben und diesen dann kräftig schütteln kann dabei hilfreich sein. 

Bei Stahlblechtanks ist zu beachten, dass diese nach einer solchen Reinigung extrem rostgefährdet sind. Denn der Treibstoff bildet mit der Zeit eine ölige Schicht im Tank, die diesen vor Korrosion schützt, beim Ausspülen wird diese jedoch abgewaschen. Daher muss ein Stahlblechtank möglichst sofort nach dem Ausspülen getrocknet und geschützt werden.
Zur Trocknung des Tanks ist es nützlich, diesen mit Spiritus auszuschwenken. Spiritus bindet Wasser und entfernt dieses beim Ausgießen. Der restliche Spiritus verdunstet innerhalb kurzer Zeit und lässt eine trockene Oberfläche zurück. Bei Stahlblechtanks sollte man nun etwas Öl in den Tank gießen und diesen damit auschwenken. So entsteht eine neue, wenn auch nur vorrübergend wirksame, Schutzschicht.

Chemische Reinigung / Reinigung mit Zitronensäure:
Im Fachhandel werden eine ganze Reihe von chemischen Tankreiniger angeboten. Diese dienen hauptsächlich dazu, ölige Ablagerungen aus dem Tank zu entfernen und ihn für eine Konservierung bzw. Innenlackierung vorzubereiten. Zudem gibt es Produkte, die Bakterien abtöten. Da moderne Treibstoffe einen hohen Anteil organischer Substanzen aufweisen ist Baterienbefall der dazu führt, dass sich Treibstoff zersetzt, zu einem häufigeren Problem geworden als früher.
Geht es jedoch darum, einen angerosteten Tank chemisch zu Reinigen und dabei den Rost zu stabilisieren, so hat sich die Reinigung mit Zitronensäure in der Praxis bewährt.

Zur Vorbereitung dieser Arbeiten sollte der Tank zunächst mechanisch gereinigt werden. Er muss dafür dicht sein, sprich der Benzinhahn muss montiert sein. Der Geber der Benzinuhr sollte ggf. nicht montiert sein, denn er kann durch die Zitronensäure beschädigt werden. Es empfiehlt sich daher, für diese Arbeiten entweder einen defekten Geber zu montieren oder die Öffnung mit einem geeigneten Stopfen zu verschließen.  Es ist zu beachten, dass Zitronensäure Kunststoffe anlösen oder gar völlig zersetzen kann. Daher eignet sich diese Methode nur für Stahlblechtanks.

Für die Durchführung der Reinigung wird reine Zitronensäure in Pulverform benötigt. Diese ist in den meisten Drogerien erhältlich.
Handelsübliche Zitronensäure in reiner Pulverform
Da die Zitronensäure den Tank sehr gründlich reinigt, sollte dieser auf ein geeignetes Gefäß, etwa einen großen Eimer, gesetzt werden. Denn manchmal wird ein Tank nur noch durch den Dreck dichtgehalten und die Zitronensäure kann auslaufen.

Nun wird das Zitronensäurepulver in den Tank gegeben. Die Dosierung sollte ungefähr dem Doppelten der auf der Packung angegebenen Mischungsverhältnis von Pulver zu Wasser entsprechen. Die vom Hersteller angegebene Dosierung zielt meist auf eine relativ schwache Säure zur Entkalkung von Kaffeemaschinen ect. ab. Nachdem das Pulver im Tank ist wird dieser mit kochendem Wasser gefüllt.
Die chemische Reaktion beginnt sofort. Dabei können sichtbare und unsichtbare Dämpfe entstehen, weshalb es notwendig ist für gute Belüftung zu sorgen. Der Tankdeckel bleibt während der Reinigung offen, denn die Reaktion benötigt Sauerstoff. Je nach Verschmutzungsgrad des Tanks sollte man die Flüssigkeit etwa 12 bis 24 Stunden stehen lassen und dann aus dem Tank ausgießen. Dies darf nicht in die Kanalistation erfolgen, denn das mit Öl- und Kraftstoffresten versetzte Gemisch ist Sondermüll! 
Abschließend wird der Benzinhahn entfernt und entsorgt. Er ist nach dieser Reinigungsmethode in den allermeisten Fällen nur noch Schrott. Der Tank muss nun mit reichlich Wasser durchgespült werden um Säurereste zu neutralisieren. Anschließend muss er wie oben beschrieben getrocknet werden.

Konservierung von Tanks:
Kunststofftanks benötigen in der Regel keine besondere Konservierung, auch aus diesem Grund sind sie heute die verbreitetste Bauform. Stahlblechtanks hingegen müssen gegen Rost geschützt werden. Dazu ist die einfachste Methode, darauf zu achten, dass der Tank stets möglichst weit gefüllt ist. Gerade bei Zweitaktern, bei denen dem Treibstoff Öl beigemischt wird, funktioniert dies sehr gut. Zusätzlich bietet der Fachhandel eine große Auswahl an Produkten zur Konservierung von Tanks an, insbesondere für bereits angerostete Tanks sind diese hilfreich, denn sie können die Tankinnenseite wirksam versiegeln und erhalten. Wie oben beschrieben, ist es vor allem unmittelbar nach einer Reinigung wichtig, einen Tank gründlich zu versiegeln.
















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