Montag, 4. September 2017

Klingonenkreuzer: schau mal rein

Nach dem unfreiwilligen Tauchgang am Freitagmorgen stand der Klingonenkreuzer zum Trocknen in der Werkstatt. Zeit sich den Bock vor zu nehmen und Bestandsaufnahme zu machen.
Immerhin war der Roller tatsächlich soweit getrocknet, dass ich ihn weitere Probleme an ihm arbeiten konnte. Erfreulich war auch, dass der Motor keinen äusserlich sichtbaren Schaden aufwies. Durchdrehen ließ er sich jedoch immer noch nicht. 
Es ist in solchen Fällen nicht sinnvoll, großartig herumzustochern. Also Nägel mit Köpfen und raus mit dem Motor. 
So lässt sich viel angenehmer am Triebwerk arbeiten. Wobei der erste Arbeitsschritt das Abnehmen von Ansaugstutzen und Membranblock war. 
Tatsächlich befand sich Wasser in der Kurbelkammer, jedoch wesentlich weniger als befürchtet. Druckluft sorgte hier schnell für Trockenheit und etwas Sprühöl für den Rostschutz. 

Zu diesem Zeitpunkt war dann auch klar, dass die Kurbelwelle zu gut aussieht um wirklich einen Wasserschlag bekommen zu haben. Mir kam dann eine Idee, die zum Schadenshergang als auch zur Tatsache des blockierten Motors passt. Um diese Theorie zu prüfen, musste zunächst der Antrieb raus. Anschließend verließ auch der Anlasserfreilauf seinen Arbeitsplatz und siehe da, ich hatte recht. 
Der Motor hatte mit ziemlicher Sicherheit Wasser angesaugt, dieses hat dann, den physikalischen Gesetzen folgend, den Weg des geringsten Widerstandes beschritten. Dieser führte in diesem Fall glücklicherweise über die Wellendichtringe. Der antriebsseitige hängt zur Hälfte aus seinem Sitz, wie das Foto schön zeigt. Dies genügte um den Anlasserzahnkranz und damit auch den Motor zu blockieren. Ohne den Zahnkranz lässt sich der Motor wieder frei durchdrehen.
Ein nächster, jetzt schon sehr hoffnungsvoller, Blick ging dann in den Auslasschlitz. Man sieht, dass der Kolben eine leichte Klemmspur aufweist, diese stammt jedoch aus der Einfahrzeit und ist völlig unkritisch. Der nächste Schritt war dann ein Kompressionstest, dessen Ergebnis mehr als nur zufriedenstellend war. Mechanisch scheint der Motor den Tauchgang unbeschadet überstanden zu haben. 
Ob es den Wellendichtring auf der Zündungsseite ebenfalls herausgepresst hat konnte ich dann aber nicht prüfen, denn mein Polradabzieher ist verschwunden. Zusammen mit den Ersatzteilen gibt es daher einen neuen. Immerhin konnte ich die Elektrik des Rollers testen. Die Zündgrundplatte hat einen Windungsschluss in der Ladespule und ist damit Schrott, gleiches gilt für die Batterie die scheinbar einen Zellenschluss erlitten hat, außerdem waren sämtliche Sicherungen durchgebrannt. Mit neuen Sicherungen und einer anderen Batterie funktioniert die Elektrik des Rollers wieder, die Zündgrundplatte wird im Zuge der Neuabdichtung gewechselt, normalerweise sollte der Roller dann wieder laufen.

Jetzt heißt es erst einmal auf die Ersatzteillieferung warten.





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