Montag, 7. August 2017

Klingonenkreuzer: Detailarbeiten und Werkzeugkasten

Die Testfahrten mit dem Neos in den letzten Wochen waren alle sehr positiv. Der Roller läuft stark, zuverlässig und sparsam. Es scheint, als seien die relevanten Schwachpunkte ausgemerzt, denn so gut fuhr das Ding schon seit Jahren nicht mehr. Es ist ein wirklich gutes Gefühl, wenn sich die Arbeit an einem Fahrzeug so auszahlt. Natürlich heißt das nicht, dass es nichts mehr zu schrauben gäbe, allerdings sind es jetzt nur noch Kleinigkeiten. 
Eine dieser Kleinigkeiten war ein vorsorglicher Zündkerzenwechsel. Die alte Kerze hatte nicht nur schon einige Kilometer drauf, sondern war auch durch die Abstimm- und Prüffahrten zusätzlich belastet, sicherer ist da ein Neuteil. Das zusammen mit der alten Kerze die Innereien des Kerzensteckers aus dem Roller kamen zeigte dann einmal mehr, wie wichtig Wartung ist. Einen neuen Kerzenstecker hatte ich zum Glück noch auf Lager, also kein Problem. 
Der nächste Schritt waren dann die Griffgummis, auch nicht wirklich weltbewegend aber für den Fahrkomfort wichtig, denn die alten Gummis waren stein hart und pappig geworden. Etwas das bei alten Griffgummis nunmal passiert. Es gibt dafür nur eine Lösung: weg damit und neu.
Die Entscheidung fiel auch hier wieder auf meine Lieblingsgriffe: Progrip Modell 601, also ergonomische Griffe aus dem Motorsportbereich. Die Dinger sind zwar teuer, liegen aber besser in der Hand als alle anderen Griffe die ich bisher getestet habe. 
Ebenfalls ein Komfortproblem sollte der nächste Eingriff beheben. Denn die Alubox hat einen so genannten "fliegenden Deckel", also einen Deckel, den man ohne weiteres aus den Scharnieren heben kann. Die Scharniere sind darum nur Blechlaschen, zum Abnehmen wird der Deckel einfach nach links geschoben. Dummerweise neigt sich der Roller auf dem Seitenständer nach links, der Deckel fällt dann fast jedes Mal aus den Scharnieren wenn man ihn öffnet. Einfach nur nervig, aber zum Glück leicht zu lösen.
Es muss ja nur ein Anschlag geschaffen werden, der den Deckel am herausrutschen hindert. Der simpelste Anschlag ist dabei einfach ein Schraubenkopf. 
Die billigste und minderwertigste M8-Schraube aus der Wühlkiste ist für diesen Job gerade schlecht genug. Von innen noch eine Mutter drauf, den Überstand abflexen und fertig. Der Deckel hält und Speedgurus Nervenkostüm wird geschont, perfekt!
Die nächste Sache war dann schon etwas größer, zumindest was den Arbeitsaufwand betraf. Ich wollte nämlich ein Problem lösen, das im Grunde selbst geschaffen war. Durch den Umbau auf die Alubox als Topcase war mein Werkzeugfach im Deckel des alten Givicase weggefallen. Allerdings will ich mein Bordwerkzeug weder in den Seitenkoffern noch im Helmfach haben und im Topcase auch nicht. Das hat vor allem den Grund, dass das Werkzeug eigentlich immer dreckig ist und mir mein restliches Reisegepäck versauen würde. Außerdem ist es schön, wenn das Zeug im Fall der Fälle sofort griffbereit ist. 
Eine alte Munitionskiste, die schoneinmal an einem Roller als Werkzeugbox diente, lag noch im Regal und sollte jetzt zum Dienst an Bord des Klingonenkreuzers antreten. Allerdings waren dazu nocheinmal einige Umbauten notwendig. 
Das Einfachste war dabei noch, die Box seitlich an das Topcase zu setzen. Dazu konnte ich sogar den alten Abstandshalter der noch dran war verwenden. Rein technisch wäre es damit schon getan gewesen, allerdings hätte so jeder Zugriff auf das Werkzeug gehabt, darum musste noch eine Absperrvorrichtung her. 
Zu diesem Zweck musste die Munkiste erstmal etwas Blech lassen, denn die Schrauben für den Riegel brauchen ja Platz. 
Ein passender Riegel fand sich dann noch in der Wühlkiste. Die Schrauben sind von innen mit Muttern befestigt, die anschließends mit dem Schaft der Schraube verschweißt wurden. Somit ist nicht nur sichergestellt, dass niemand den Riegel einfach abschraubt, sondern auch ein Losrütteln der Schrauben während der Fahrt verhindert. 
Da der Militärlook der Kiste so rein garnicht zum Klingonenkreuzer passt (achtung Ironie, aber es ist nunmal so), durfte anschließend noch die Schruppscheibe kreisen. Vor allem wollte ich die beiden eisernen Kreuze und den "Luftwaffe" Schriftzug loswerden. Dies vor allem weil die Franzosen etwas empfindlich sind, wenn es um die deutsche Geschichte geht. Ein Missverständnis wegen der Symbole und des Schriftzugs wäre schade, also weg damit.
Anschließend bekam die Box eine grobe Dusche mit schwarzem Lack, was ja immer geht und weniger martialisch aussieht als Olivgrün. Die Trocknungszeit des Lacks habe ich aber auch genutzt und meine Fertigkeiten im Scherenschnitt geübt.
Ein aufgesprayter Schriftzug in einer Leuchtfarbe wird zusätzlich verhindern, dass jemand die Kiste zum Anlass nimmt mir die Fremdenlegion auf den Hals zu hetzen. Zudem sieht es cool aus.
Darüber lässt sich dann schon eher reden. So durfte die nun zivilisierte Munkiste endgültig an den Roller. 
Das kleine Vorhängeschloss ist nur eine Übergangslösung, da muss was besseres hin. Aber das Werkzeug ist jetzt sauber und dank eines Filzbeutels auch klapperfrei verstaut. So gefällt mir das richtig gut.














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