Montag, 13. Februar 2017

Phönix: eigentlich bräuchte es eine Putzkolonne

Maiks Stalker ist einer der am grausigst eingesifften Roller, die ich in den letzten Jahren in der Werkstatt hatte. Buchstäblich jedes Teil des Fahrzeugs ist entweder mit einer dicken Kruste aus Öl, Schlamm und anderem Dreck verschmiert oder rettungslos eingerostet. 
Glücklicherweise hat er ja einen sehr sauberen, weil werksneuen, Austauschmotor für das Fahrzeug besorgt. Dieser muss nun natürlich mit einigen Altteilen komplettiert werden. 
Angefangen habe ich heute damit, den Anlasser zu montieren. Ein Teil, dass buchstäblich mit dem Meißel gereinigt werden musste. 
Zusätzlich zur Reinigung bekam der Anlasser noch neues Fett für seine Lauflager, einen frischen O-Ring und eine gründliche Reinigung der elektrischen Anschlüsse. Diese habe ich zusätzlich mit Kontaktfett gegen neue Korossion versiegelt. Damit sollte der elektrische Starthelfer wieder für einige Jahre versorgt sein.
Den Funktionstest hat der Anlasser jedenfalls problemlos bestanden und somit konnte ich beruhigt den, vorher ebenfalls gereinigten, Haupständer anschrauben. 
Bis zu diesem Punkt hatten eine komplette Rolle Putztücher und eine halbe Flasche Aceton ihr Leben gelassen um für halbwegs erträgliche Sauberkeit zu sorgen. Immerhin ist der Motor hiermit grundsätzlich soweit fertig, dass er in den Roller eingehängt werden kann. Allerdings macht dies natürlich erst dann Sinn, wenn die nötigen Teile für das Fahrwerk da sind. Deshalb wartet das Triebwerk jetzt erstmal an einem sicheren (und sauberen) Ort. 

Als nächste Teilbaustelle stand die Hinterradnabe auf dem Programm. 
Hier soll eine neue Bremsscheibe einziehen. Eigentlich keine große Sache, allerdings neigen die Schrauben der Bremsscheibenbefestigung schon bei normal gepflegten Rollern dazu richtig brutal einzurosten. 
Wie zu erwarten gab es hier einen zähen Kampf. Alle fünf Schrauben ließen sich erst nach rabiatem Einsatz von Gasbrenner und Schlagschrauber lösen. Immerhin sind die Gewindegänge in der Radnabe in gutem Zustand. 
Bis die neue Bremsscheibe geliefert wurde, kann die Radnabe im Dieselbad einweichen. Dann sollte sie hinterher wieder in einem vorzeigbaren Zustand sein. 
Der nächste Kandidat für eine gründliche Reinigung war der hintere Bremssattel. 
Dieses Teil wurde bei der letzten Sanierung des Rollers vor zwei Jahren erneuert. Mechanisch ist es daher in gutem Zustand, allerdings hat hier die Putzverweigerung des Fahrers auch ihre Spuren hinterlassen. Bremsstaub und Rost hatten den Haltebolzen und die Bremsbeläge regelrecht einbetoniert. Dank des vorsichtigen Gebrauchs des Bleihammers war es aber möglich den Bremssattel unbeschädigt zu zerlegen. 
Die Kombination von Kriechöl und Bremsenreiniger zur Reinigung von Bremssätteln hat auch hier wieder funktioniert. Somit war es Zeit sich der letzten Baustelle des Tages zuzuwenden: Dem Vorderrad. Denn auch dieses soll eine neue Bremsscheibe erhalten. Genau wie hinten sitzen hier Stahlschrauben in Alugewinden, eine Kombination die immer für Ärger gut ist. 
Entsprechend gab es genau wie hinten einen Kampf zwischen der Kontaktkorrosion und den zahlreichen Tricks, die aus der Erfahrung kommen. Eine Kombination von Prellschlägen und in die weich gewordenen Schraubenköpfe hineingedroschenen Torxbits war diesmal erfolgreich. 
Die empfindlichen Gewinde in der Felge sind unbeschädigt geblieben. Die Schrauben müssen aber natürlich erneuert werden. 
Bis zum nächsten Schritt steht ersteinmal warten auf div. Ersatzteile auf dem Programm. Zudem sollen die Räder gereinigt und mit neuen Reifen versehen werden. Eines steht aber schon jetzt felsenfest: Maik sollte seine Karre öfters waschen, zumindest wenn ich nochmal dran schrauben soll!











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