Montag, 8. August 2016

Tour: nach Graz, auf den Spuren von Puch



Das Tourenfahren ist ein Hobby, das bisweilen von unabwägbaren Einflüssen abhängt. Genau darum ist es aber immer wieder aufs Neue faszinierend uns spannend eine Reise vorzubereiten. Diesmal sah mein Ursprünglicher Plan vor, in knapp bemessenen Tagesetappen mit meiner X30 nach Graz zu fahren. Einige Probefahrten im Vorfeld der Reise zeigten jedoch, dass angesichts des technischen Zustandes des Fahrzeugs, wohl auch altersbedingt, ein solches Unternehmen eher unklug wäre. Das Mofa läuft einfach nicht zuverlässig genug um eine solche Reise zu wagen. Darum gab es eine Planänderung hin zu einem Roadtrip mit dem Auto, wobei das Mofa auf dem Anhänger mitreisen würde. Rückblickend betrachtet eine gute Entscheidung, aber ich will nicht vorgreifen.


Grundidee für die Reise
Meine Puch X30, ein ausgesprochen rares Mofa aus dem Jahr 1976, besitze ich seit 2004. Das sind nun auch schon 12 Jahre und fast ebenso lange gibt es die Idee, zum 40. Geburtstag der Maschine nach Graz zu fahren und das Puchwerk zu besuchen. Jetzt, 2016, ist es soweit. Das „Puchal“ feiert Geburtstag und die Idee will in die Tat umgesetzt werden. Also: auf in die Steiermark!


3. August, der Vorabend der Reise
Da das Puchmuseum in Graz nur von Freitag bis Sonntag geöffnet wird, fahre ich erst am Donnerstag in Regensburg los. Viel Gepäck erfordert die kurze Reise nicht und entsprechend schnell ist das Auto bepackt und vor den Anhänger gespannt. Bevor ich jedoch auch das Mofa verlade, fahre ich nochmal aus Regensburg hinaus und folge der B16 nach Graßlfing. In dem kleinen Ort im Landkreis befindet sich das Firmengelände der Liedl KG. Deren Inhaber, Heinz Liedl, ist nicht nur einer der weltweit führenden Experten zum Thema Puch, er ist auch der Importeur, der seinerzeit meine X30 nach Deutschland holte. An dem Ort, an dem ihre „deutsche Geschichte“ begann, will ich auch meine Reise beginnen.

Die X30 steht, wieder einmal, vor dem Werkstattor und ich mache ein kurzes Foto. An diesem denkwürdigen Ort begann auch ihre Geschichte in meinem Besitz vor 12 Jahren so richtig. Ein guter Freund von mir hatte sie im Garten seines gerade gekauften Hauses in Kelheim buchstäblich im Gebüsch gefunden. Ein altes, völlig verrottetes und unvollständiges Mofa. Mehr aus Neugier denn aus echtem Interesse habe ich es damals von ihm übernommen. Meine Recherchen über den Fahrzeugtyp führten mich damals zu Herrn Liedl. Dieser öffnete mir die Augen dafür, wie selten das Fahrzeug ist und das es unbedingt erhalten werden müsse. Zwei Jahre dauerten letztendlich die Restaurierungsarbeiten. Bis heute ist mir keine weitere X30 aus dem Jahr 1976 begegnet, auch nicht in diverse Museen und bei Oldtimertreffen. Ein schweizerischer Puchexperte, der Fahrgestellnummern von überlebenden Fahrzeugen katalogisiert, stellte einmal die Vermutung auf, dass meine möglicherweise die einzig überlebende ist. Ein Verdacht der sich bis heute weder bestätigen noch wiederlegen lies. 

Über all diese Dinge, sowie die langwierige und schwierige Restaurierung des Mofas, denke ich nach, als ich langsam auf einer Nebenstraße zurück nach Hause fahre. Dort verlade ich die X30 auf dem Anhänger. Morgen früh werde ich mit dem Gespann nach Österreich aufbrechen.


4. August, auf dem Weg nach Hause
Nach Graz kann man von Regensburg aus bequem über die Autobahn kommen. Einfach der A3 bis zur Grenze folgen, und dann auf der österreichischen A8 und A9 nach Graz weiter fahren. Selbst mit dem Anhänger im Schlepp eine Fahrt von nicht mehr als vier Stunden. Natürlich wäre eines solche Reise aber auch sehr langweilig, weshalb ich mich gegen die Benutzung der Autobahnen entscheide und auf der Landstraße fahre.

Von Regensburg aus geht es zunächst auf der B8 nach Straubing und dann weiter durch den Gäuboden über Plattling nach Vilshofen. Ab hier verläuft die Straße direkt neben der Donau und quer durch die Donauauen. Der Fluss darf hier noch weitgehend ungestört fließen und an seinen Rändern bildete sich eine urtümlich, an einen nordischen Regenwald erinnernde, Landschaft. Nach dem scheinbar endlosen, topfebenen und fast baumlosen Agrarland des Gäubodens ist dies eine willkommene Abwechslung, diese nutze ich zu einer ersten Pause. Ich steuere das Gespann auf einem Feldweg von der Hauptstraße weg und gehe etwas in den Auenwäldern spazieren. Im milden, grünen Licht der Naturlandschaft drängen sich Sagen und Legenden aus alter Zeit auf. Dies ist ein Land für Feen, Zwerge und Magier. Die Ruine der Burg Hilgartsberg, die vom anderen Flussufer grüßt, passt hier wunderbar ins Bild. Dass die Burg ausgerechnet von österreichischen Truppen in ihren heutigen Zustand versetzt wurde, mag jemanden der im Begriff ist das Nachbarland zu bereisen amüsieren. Die Beziehungen zu den Alpenbewohnern waren aber selten so gut wie heute, darum geht es frohen Mutes weiter in Richtung Grenze. 





Die überschreite ich gegen Mittag bei Neuhaus am Inn. Als erste Ortschaft auf der österreichischen Innseite erreiche ich Schärding. Die malerische Barockstadt lasse ich diesmal jedoch schnell hinter mir, denn ich kenne sie bereits und will mich zudem nicht länger aufhalten als unbedingt notwendig. Vor mir liegt die langweilige Etappe durch Oberösterreich bis nach Wels. Hier ist das Land flach, vor allem von weiten Ackerflächen geprägt und die Straßen schnurgerade. Genussvolles Reisen auf Nebenstrecken sieht anders aus und so bin ich froh, als am Horizont die ersten Berge auftauchen. Wels ist für mich das Tor zum Alpenvorland und entsprechend froh bin ich, die 60.000 Einwohner zählende Stadt zu erreichen.



Von Wels aus folge ich der B138 nach Liezen quer durch den Nationalpark Kalkalpen. Ab Kirchdorf wird der Straßenverlauf Alpin und es geht merklich bergauf und in immer häufiger werdenden Serpentinen. Nach der Ortschaft Klaus verläuft die Straße hoch über einem Stausee. Der Fluß Steyr wird hier zur Energiegewinnung genutzt und der See liegt als malerisches Naherholungsgebiet tief unten im Talschnitt. Ein wunderbares Postkartenpanorama zeigt sich dem Reisenden im Grenzgebiet von Oberösterreich und Steiermark.



Die nächste Etappenstation bildet der knapp unter 1.000m hohe Pyhrn-Pass, an dessen Südrampe die Straße die Grenze zwischen den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark überquert. Liezen ist die erste Stadt in meinem Zielbundesland, die ich durchquere. In Liezen begegnet mir auch die erste Spur der Firma Puch, auf die ich in Österreich stoße. An einem Fahrradgeschäft hängt eine alte Leuchtreklame für Puchfahrräder und im Schaufenster sind zwei alte Mopeds zusammen mit modernen Elektrorädern ausgestellt. Leider hat der Laden geschlossen und ich fahre daher weiter. Es auf der Bundesstraße 113 durch die Triebener Tauern nach Judenburg. Hier entdecke ich durch Zufall den Wegweiser zu einem Puchmuseum, spontan folge ich der Beschilderung und lande vor einem unscheinbaren Gebäude in einer Seitenstraße.


Wie so oft verbirgt sich hinter der unauffälligen Fassade mehr als man zunächst vermutet. Das Museum ist die Heimat eines wahren Schatzes für alle Puchfreunde. Es sind nicht nur die bekannten Fahrzeuge, also die Mopeds und Motorräder, sowie die Kleinwagen und Geländefahrzeuge der Typen Haflinger und Pinzgauer zu sehen, sondern auch viele besondere Raritäten. Bemerkenswert sind insbesondere die vielen Vorkriegsmotorräder und die Sonderausstellung zu den Reisen des Schriftstellers Max Reisch. Dieser bereiste nicht nur die Alpen und Italien mit Puchmotorrädern, sondern war 1933 der erste, der mit einem Motorrad den Landweg nach Indien bereiste. Die „Indien-Puch“ Typ 250 ist in Judenburg zu sehen. Daneben steht der Steyr 100 Wagen, mit dem er 1935/36 als Erster mit einem Auto Hinterindien durchquerte und China erreichte. Im Vergleich dazu ist meine „Expedition“ natürlich eine Kaffeefahrt, was mich aber nicht daran hindert, die freundliche Aufnahme der Museumsleute und einige Zeit im Gespräch unter Gleichgesinnten zu genießen. Es ist selten, dass ein so gut aufgestelltes Museum, mit einer solchen Vielzahl von Exponaten eine derart freundliche und offene Atmosphäre bietet. Es fällt mir zugegeben etwas schwer, wieder ins Auto zu steigen und weiter zu fahren. Doch der nächste Pass wartet und dahinter liegt bereits mein Ziel.



Von Judenburg aus schlängelt sich die B77 durch die Lavanttaler Alpen dem 1551m hohen Gaberlpass entgegen. Dieser ist ein schöner, sanfter Pass mit weichem Serpentinenverlauf und milden Steigungen. Eine angenehm zu fahrende Strecke voller schöner Panoramaausblicke und somit zweifellos ein Höhepunkt des Tages.
 

Nach einer kurzen Pause an der Passhöhe fahre ich hinunter ins Tal nach Köfflach. Von dort geht es auf viel befahrenen, breiten Straßen die letzten Kilometer nach Graz. Die Ausläufer der steiermärkischen Hauptstadt erreiche ich bei einsetzender Dämmerung und suche mir einen Parkplatz für die Nacht.

Diesen finde ich schnell in einer ruhigen Nebenstraße. Hier esse ich zu Abend und richte das Auto als Nachtquartier ein. Der Golf wird heute Nacht als Wohnmobil herhalten müssen, was mit etwas Geschick auch im beengten Innenraum des Cabriolets möglich ist. Badelacken dienen dabei als Vorhänge und Sichtschutz, meine treue Campinglaterne sorgt für batterieschonendes Leselicht und der Rücksitz kann für eine Person durchaus als Notkoje benutzt werden.
Noch habe ich jedoch nicht vor mit in dieser zu verkriechen, vielmehr lade ich die X30 vom Anhänger und fahre die letzten Kilometer in die Stadt. Es ist 22:15 am 04.08.2016, als die Räder der kleinen Maschine über die Stadtgrenze ihrer Heimat rollen. Es ist gelungen, das Puchal ist zu Hause!



5. August
Den Freitag beginne ich mit einer gründlichen Erkundung der Stadt. Vor allem will ich den Fotostopp am Ortsschild nachholen und dann in die Innenstadt. Neben seiner Bedeutung als Kultur- und Industriemetropole bietet Graz nämlich auch den Freunden klassischer Architektur viel Sehenswertes. Am frühen Morgen hat meine X30 schwer mit dem dichten Berufsverkehr der 280.000 Einwohner Stadt zu kämpfen. Mofas sind ein in Österreich unbekanntes, eigentlich urdeutsches Phänomen. Die wenigen Puch-Zweiräder die mir begegnen sind ausnahmslos Mopeds und erheblich schneller als meine X30. Entsprechend verwirrt reagieren manche Autofahrer auf meine Schleichfahrt mit 25km/h. Trotzdem komme ich sicher am Rand der Fußgängerzone an und lasse das Mofa auf einem der zahlreichen Motorradparkplätze stehen. 

Mitten in der Altstadt ragt der bewaldete Schlossberg aus dem Häusermeer. Wie eine grüne Insel wirkt der Bergkegel auf dem seit frühesten Zeiten eine Festung über die Stadt wacht. Außerdem ragt der berühmte Uhrturm über die Festungsanlagen und dominiert von hier aus das Stadtbild.





Direkt unterhalb des Schlossberges befindet sich der Hauptplatz mit dem barocken Rathaus. Zusammen mit den anderen malerischen Stadthäusern bildet sich so eine wunderschöne Kulisse für das Großstadtleben. Graz gilt wohl zurecht als Kulturhauptstadt Europas und der historische Stadtkern ist ebenso berechtigt in die Liste der Welterbestätten der UNESCO aufgenommen worden. Ich lasse mich derweil in der Herrengasse vor einem Kaffeehaus nieder und bestelle mir Apfelstrudel und Tee zum Frühstück. Eine gute Gelegenheit, um die vorher erworbenen Postkarten mit mehr oder weniger tiefsinnigen Grüßen zu füllen, bevor sie auf die Reise zu diverse lieben Menschen in der Heimat gehen. Manchmal ist es auch schön, einfach ein ganz normaler Tourist zu sein. Ich bin zwar grundsätzlich kein großer Freund von Großstädten, denn Menschenmassen nerven mich zu schnell, aber in Graz gefällt es mir eigentlich sehr gut. Die Stadt hat eine angenehme, geschäftige aber doch freundliche und zugleich freiheitliche Ausstrahlung. Nach dem Frühstück übergebe ich meine Postkarten vertrauensvoll der österreichischen Post und gehe zu meinem Mofa zurück. Die kleine Maschine schnurrt wieder fröhlich durch die etwas ruhiger gewordenen Straßen ihrer Heimatstadt und ich erkunde auf diese Weise Graz noch fast zwei Stunden lang, dann ist es Zeit sich auf den Weg in die Puchstraße zu machen, denn dort wartet das Johann Puch Museum und somit das eigentliche Ziel meiner Reise.


Ein seltsames Gefühl beschleicht mich, als ich an einem riesigen Puchschild vorbei langsam auf das ehemalige Werksgelände fahre. Einige niedrige Hallen, die Büros der Magna Aerospace in einem Neubau und ein Baumateriallager, mehr scheint vom alten Werk in der Puchstraße nicht übrig zu sein. Die moderne Magnafabrik liegt ja draußen vor der Stadt und ist für mich uninteressant. Doch wie schon in Judenburg, so verbirgt sich auch hier eine Schatzkammer hinter unscheinbaren Mauern.  Johann Puch (1862-1914), der 1899 die Puchwerke begründete, wird in Graz bis heute als eine Art Heiliger verehrt. Sein Portrait begrüßt den Besucher darum auch gleich hinter der Museumstür, bevor sich der Blick des Betrachters in einer faszinierenden Sammlung von Fahrzeugen und Geräten, aus der über hundertjährigen, Firmengeschichte verliert. Fahrräder, Autos, Mopeds, Motorräder, Raupenschlepper, Werkzeugmaschinen, Dokumente und Fotos, teils aus der Frühzeit des Unternehmens, teils erst wenige Jahre alt, spannen den Bogen von den Anfängen der Fahrradherstellung am Ende des 19. Jahrhunderts, bis hin zu den modernen Hightechprodukten der Firma Magna. Graz ist bis heute die Heimat von innovativen Produkten und genialen neuen Ideen. Das Erbe Johann Puchs wird also nicht nur im nach ihm benannten Museum bewahrt, sondern ist noch sehr lebendig.




Nach dem Museumsbesuch lenke ich das Mofa wieder durch die Stadt, zurück zu meinem Auto, doch vorher zwingt mich der leere Tank der X30 zu einem Tankstopp. Nach dem kurzen Aufenthalt an der Tankstelle springt das Mofa nicht mehr an. Ich vermute zunächst das bekannte Heißstartproblem und warte einfach einige Zeit, doch nichts tut sich. Trotz diverser Versuche den Motor anzulassen rührt sich nichts. Als wollte das Puchal nicht weg aus seiner Heimat! Aber es hilft nichts und so schiebe ich das Fahrzeug die letzten paar Kilometer bis zu meinem Parkplatz und hieve es, nach einem letzten erfolglosen Anlassversuch, auf den Anhänger.

Mit leicht getrübter Stimmung verlasse ich Graz und steuere in nordwestlicher Richtung auf der B70 zurück nach Köflach. Diesmal fahre ich jedoch auf der 70 weiter und mache mich daran, die Packsattelstraße zu erkunden. Über die Orte Edelschrott (sic!) und Pack steigt die wunderschöne Bergstraße bis auf 1170m hinauf. Gleichzeitig markiert die Passhöhe auch die Grenze zwischen den Bundesländern Steiermark und Kärnten. Für mich zudem zwischen Sonnenschein und Regenwetter, denn je weiter ich nach Kärnten hinein fahre, desto schlechter wird das Wetter. Nahe der Ortschaft Preitenegg bietet sich von der, hier über einen Bergkamm laufenden, Straße ein weiter Blick ins Land. Die Berge verstecken sich jedoch leider hinter finsteren Wolken und eine merkwürdige, düstere Stimmung liegt über der Szene. Ich nutze den Fotostopp auch dazu, vorsorglich das Verdeck des Wagens zu schließen. Eine gute Entscheidung, denn wenige Minuten später beginnt es wie aus Eimern zu regnen. Meinen ursprünglichen Plan, bis nach Klagenfurth zu fahren und dann auf der, mir von früheren Reisen bekannten und wunderschönen, B92 nach Norden zurück zu kehren, verwerfe ich angesichts der Wetterlage.  




Bei Twimberg nehme ich den Abzweig auf die B78 und fahre direkt nach Norden. Der kleine, 955 Meter hohe Pass des Obadachter Sattels wäre bei schönem Wetter sicher ein netter Fotostopp gewesen, denn trotz der geringen Meereshöhe bietet die Gegend malerische Genusstraßen, aber die Sicht beträgt kaum 50 Meter und ich fahre langsam weiter, zurück nach Judenburg. Dort überlege ich kurz, ob ich auf der direkten Route fahren und die B114 durch die Triebener Tauern nehmen soll oder weiter im Westen den schöneren Sölkpass. Ich entscheide mich für die 114,  denn im Westen stehen besonders düstere Wolken über dem Gebirge und die fahrt über die bekannte und niedrigere Strecke erscheint mir darum klüger. Tatsächlich lässt der Regen nach und hinter Liezen wird es erträglicher. 
Am Phyrnpass gönne ich mir sogar eine kurze, wenn auch recht feuchte, Pause. Es ist eiskalt und auch wenn ich traurig bin, dass die Berge jetzt fast hinter mir liegen, freue ich mich doch auch schon wieder auf zu Hause. 

Die Entscheidung, bis nach Regensburg durch zu fahren ist gefallen und ich lasse das Auto zügig in Richtung Wels laufen. Am Steyerstausee bei Klaus lege ich dennoch einen letzten Fotostopp ein. Das Schloss ragt aus dem nebeldurchwobten Bergwald und wirkt in der Regenstimmung wie eine verwunschene Spukfestung aus einem Fantasyroman. Eine seltsame Stille liegt über dem Staudamm und ich bin froh, als ich wieder im trockenen und warmen Auto sitze. Von Wels aus geht es auf bekannten Strecken zurück nach Deutschland. Kurz hinter dem Grenzübergang, es ist bereits dunkel, stoppt mich eine Grenzstreife der Bundespolizei und kontrolliert mein ungewöhnliches Gespann. Danach fahre ich unbehelligt weiter bis nach Regensburg, wo ich mitten in der Nacht ankomme, nachdem ich bei Passau doch noch eine kurze Schlafpause eingelegt habe.


Somit endet die Reise schneller als geplant und mit dem guten Gefühl etwas erlebt zu haben und die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Was auch immer das Mofa in Graz stillgelegt hat, es hätte wohl auch meine Ankunft dort auf eigener Achse verhindert. Mit dem Auto zu reisen war also richtig, denn so hat die Geburtstagstour doch funktioniert. Was fest steht ist, dass sowohl Graz als auch die umliegenden Bergstraßen mich nicht das letzte Mal gesehen haben. Denn die Reise hat mir auch den Blick für diesen Teil Österreichs geöffnet. Insbesondere die Packsattelstraße würde ich gerne nochmal befahren, dann jedoch mit dem Roller.



Reisestatistik:
Gefahrene Kilometer:
Golf und Anhänger: 1025
Puch X30: 87
Durchschnittlicher Treibstoffverbrauch: 7,5l/100km (Golf)

Internetadressen:
www.puchmuseum.at (Puchmuseum Judenburg)
www.johannpuchmuseum.at (Puchmuseum Graz)

Danksagung:
Mein besonderer Dank geht an Heinz Liedl und das Team von RBO Stöckl, ohne euch wäre diese Reise von vorne herrein unmöglich gewesen, denn die X30 wäre bis heute nicht fahrbereit. Mit eurer Hilfe wird sie, da bin ich mir sicher, auch so bald wie möglich wieder die Straßen unsicher machen. Die rot-weiß-rote Flagge und das Zeichen der grün-weißen Zielscheibe gehen so schnell nicht kampflos unter!
Desweiteren bedanke ich mich beim Museumsteam in Judenburg für die herzliche Aufnahme, sowie bei den Museumsmachern in Graz für das wunderschöne Erlebnis und die guten Stunden die ich in der dortigen Ausstellung hatte.



© Text und Fotos:
Markus Zinnecker, 2016

 

1 Kommentar:

  1. Lieber Speedguru,
    Sie schreiben Berichte, die mitreißen!

    Für heute möchte ich nicht mehr sagen und mich herzlich bedanken.
    Ich surfe seit Tagen zwischendurch auf Ihren Seiten und möchte mich für die reichhaltigen Hinweise, Tipps und Fachinformationen (die nicht alle 100% richtig sind - dazu später mehr!) bedanken.
    Rolf Seiwert aus Düsseldorf

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